Hammelburg
Fasching

Das große Geheimnis ist gelüftet

Das neu gegründete Ha-Ka-Ge-Männerballett war mit der Aufführung "American Diner" die Überraschung bei der Prunksitzung in Hammelburg.
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Das neu gegründete Ha-Ka-Ge-Männerballett feierte eine gelungene Premiere in der Saaletalhalle.  Fotos: Winfried Ehling
Das neu gegründete Ha-Ka-Ge-Männerballett feierte eine gelungene Premiere in der Saaletalhalle. Fotos: Winfried Ehling
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Um die Hammelburger Karnevals-Gesellschaft (Ha-Ka-Ge) braucht keinem bange zu sein. Wie die 57. Prunksitzung nachhaltig belegte, halten die heimischen Narren mit zündenden Ideen, faustdicken Überraschungen und mit erfolgreicher Jugendarbeit Kontakt zur Landkreisspitze.
In gut 20 Programmpunkten mit insgesamt 60 Tänzerinnen und Tänzern zeigten die Saalestadt-Fosenöchter, dass sie längst nicht zum "alten Eisen" gehören, auch wenn die Erfahrung der Altvorderen eine wichtige Stütze bleibt.


Drei Sebastians

Vorsitzende Julia Keidel, die mehrere Hundert Gäste in der Saaletalhalle begrüßte, verfügt zudem über drei Sitzungspräsidenten, die alle den Vornamen Sebastian tragen (Kröckel, Kleinhenz und Oeding) und einen Stab aus Trainerinnen, Berater und Helfern, der effizient und punktgenau arbeitet sowie eine wohlwollende Sponsorenbasis.
Zu den Überraschungen gehörte ein gut gehütetes Geheimnis (das nur Besuchern der Gauaschacher Sitzung bekannt war) nämlich das neu gegründete Ha-Ka-Ge-Männerballett, das mit der Tanzshow "American Diner" eine schmissige Rock'n'Roll- Premiere feierte - und das hoffentlich nicht zum letzten Male.
Zu den unerwarteten Programmnummern mit "Aha-Effekt", zählte auch Klaus Karl Kraus (Das Leben ist ein Kraus), der - aus zahlreichen TV-Kabarett-Auftritten bekannt - als echter Nürnberger und "Clubberer" mit fränkisch-deftigen Gags seine Fans das "Lach-Stöhnen" beibringt - vorausgesetzt, der Zuhörer ist des Mittelfränkischen mächtig.
In diesem Atemzug muss ebenso "Smartie" Marco Breitenbach genannt werden - bekannt aus "Fastnacht in Franken" - den seine Mutter zum Tanzkurs anmeldete damit sie endlich einen Tanzpartner hat. Nicht sehr angetan und vom Spott seiner Kameraden gepeinigt, geht es denen allerdings nicht besser und man lernte statt Hip Hop und Rock'n'Roll, Walzer, Rumba und Cha Cha Cha. "Der Wahn" ging vorüber, was Marco mit den Worten kommentierte: "Hauptsache mein Erbe ist sicher".
Die Ha-Ka-Ge kann sich wieder mit einer Prinzessin schmücken. Anna I. von die Harzele (Herzchen), Schwester von Sebastian Kröckel und bildhübsche Vertreterin ihres Geschlechts, fehlt noch ein Faschings-Prinz. Angebote lagen dem Augenschein nach jede Menge vor.
Wie der Blitz aus heiterem Himmel traf den Ha-Ka-Ge-Granden Markus Daum der "Till von Franken", den ihm André Köstner vom Faschings-Verband Franken (FVF) verlieh. Dem sonst so eloquenten und um Worte nicht verlegenen Pächter des Irish Pub, der jahrelang die Gesellschaft führte, in Personal-Union ihr Vorsitzender und Sitzungspräsident war und sogar eigenhändig Garde- Kostüme nähte, blieb die Spucke weg ob der höchsten FVF-Ehrung. "Ich bin stolz auf die Ha-Ka-Ge und unser Publikum", brachte er gerade noch hervor.


Mit Bravour gemeistert

Zündende Ideen gab es zuhauf. Da war der quirlige Pulk von 16 Mädchen, die "Blauen Funken", die sowohl ihren Garde- wie auch den Show-Tanz als Piraten mit Bravour auf die Bühnenbretter legten, obwohl sie erst in dieser Session gegründet wurden. Eine elegant-ansprechende Präsentation des Ha-Ka-Ge-Tanzpaars "Magic dreams" (Lucia Pfülb und Maren Otter) fand den ungeteilten Zuspruch des Publikums.
Wer sie bis dato noch nicht kannte, dessen Lachmuskeln kitzelten die "drei Scheinheiligen", Stadtpfarrer Thomas Eschenbacher, Udo Schmitt und Harald Drescher. "Mir seh'n fei alles und leuchte euch hemm", sang das Trio, das vermutete, dass die Narren einen Heiligenschein begehren wegen der Steinthalkapelle auf ihrem Sessionsorden. Die gebeutelten Volleyballer im Visier, überlegt Hochwürden die Saaletalhalle mit Weihwasser auszuspülen, damit es mit den Volleys wieder nach oben geht.
Die fantasievollen Show-Tänze der Präsidenten- und der Schlossgarde sollen nicht unerwähnt bleiben. Insbesondere die Showtanzgarde gab mit "Küss mich, Frosch" einem farbenfrohen Wirbel mit Märchen-Hintergrund den Schlussakkord.
Zum Gelingen der sechsstündigen Präsentation trugen auch die befreundeten Vereine aus Gauaschach, Hundsbach, Rieneck, die Eußenheimer Musikanten sowie zahlreiche Büttenredner bei, darunter Marc Scheller, Vorsitzende Julia Keidel, Peter Fuchs und Christoph Maul bei.
Bürgermeister Armin Warmuth zeigte mit Blick auf die vielen Baustellen in der Innenstadt Humor. "Freut euch, in Hammelburg tut sich was", meinte er. Etwas weniger euphorisch klang die nachfolgende Information zum Umbau des Rathauses, der im April beginnt. "Mir graut davor doch ich hoffe es wird alles gut", endete er.
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