Hammelburg
Auszeichnung

Bundespreis für ökologischen Landbau an drei Betriebe

Eine Naturland Bewerbergemeinschaft aus Unterfranken ist in diesem Jahr unter den Siegern des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau.
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Die Preisträger wurden auf der Grünen Woche in Berlin geehrt.  Foto: Bärbel Sagi
Die Preisträger wurden auf der Grünen Woche in Berlin geehrt. Foto: Bärbel Sagi
Eine Naturland Bewerbergemeinschaft aus Unterfranken ist in diesem Jahr unter den Siegern des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau. Die drei Betriebe werden gemeinsam mit der Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG für ihre erfolgreiche Arbeit in der ökologischen Pflanzenzüchtung und Saatgutvermehrung geehrt. Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, überreichte die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung am Donnerstag, dem Tag des ökologischen Landbaus auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.
Aeikens hob bei der Preisverleihung die Innovationskraft der Öko-Bauern hervor: "Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie zielstrebig und professionell innovative Konzepte im Öko-Landbau umgesetzt werden. Das beweisen die diesjährigen Siegerbetriebe wieder auf eindrucksvolle Weise", sagte Aeikens.


Engagement gewürdigt

"Mit dem Preis wird unser langjähriges Engagement für die Züchtung von Wintererbsen zum speziellen Einsatz im ökologischen Landbau gewürdigt, darüber freuen wir uns sehr", erklärte Projektkoordinator und Naturland Fachberater Werner Vogt-Kaute stellvertretend für die drei Gewinner-Betriebe Henninger, Neder und Vogt aus Unterfranken.
Das Projekt in Zusammenarbeit mit der Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG hat mit seiner Züchtungsarbeit einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass die Anbauflächen von Körnerleguminosen wieder angewachsen sind.
Im Öko-Landbau sind Körnerleguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen neben Klee das zentrale Element in der Fruchtfolge. Die stickstoff-bindenden Pflanzen ersetzen im Zusammenspiel mit organischem Dünger den im Öko-Landbau verbotenen mineralischen Stickstoffdünger. Sortenwahl und richtige Anbaustrategien von Leguminosen sind somit elementar für den Öko-Landwirt.
Ausgezeichnet wurden die drei Naturland-Betriebe für ihre Erhaltungszüchtung und Vermehrung von speziell für den Öko-Landbau geeigneten Wintererbsensorten, so z.B. die beiden neu zugelassenen Wintererbsen der Marktgesellschaft, Pandora und Specter. Sie sind langstrohig und weißblühend, eine Kombination, die es bislang noch nicht gab. Bisher waren alle langstrohigen Wintererbsen buntblühend und damit bitterstoffhaltig. Die neuen weißblühenden, bitterstoffarmen Sorten lassen sich besser verfüttern und standen daher schon lange auf der Wunschliste von Geflügel- und Schweinehaltern. Die Langstrohigkeit im Gemengeanbau mit Getreide bedeutet zudem eine gute Unkrautunterdrückung.
Günter und Christine Neder erklärten: "Die Landwirtschaft haben wir 1991 umgestellt auf ökologische Wirtschaftsweise. Umweltschutz und Arbeiten ohne Chemie waren unsere Beweggründe für den Schritt zur Umstellung. Seitdem haben wir uns auf die Vermehrung und Aufbereitung von ökologischem Saatgut spezialisiert."
Mit dem Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau zeichnet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft seit 2001 drei praxisbewährte innovative Leistungen oder besonders nachhaltige gesamtbetriebliche Konzeptionen im ökologischen Landbau aus. Der Bundeswettbewerb wird organisiert und ausgerichtet von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Die Preisträger

Bewerbergemeinschaft Naturland Höfe
Naturlandhof Henninger, Ralf Henninger, Zeitlofs-Detter, Zehntfreyhof Neder GbR, Günter Neder, Ramsthal
Naturland Hof Kornelia Vogt, Wartmannsroth
im Verbund mit dem Vermarktungsunternehmen Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG, Michael Konrad (Ressortleiter Saatgut), Hohenkammer.

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