Die Aufgabe ist nicht einfach: Es geht um ein Bestandsgebäude in repräsentativer Lage direkt am Marktplatz, in das die Touristinfo, die Stadtbibliothek sowie ein Sitzungs- und Veranstaltungssaal gepackt werden sollen. Wie der Umbau des früheren Kaufhauses zu einem Bürgerhaus dennoch gelingen kann, zeigen die Beiträge des Architekturwettbewerbs.

Auf den ersten Blick ähneln sich die 17 Entwürfe. Schließlich müssen alle dieselben Vorgaben erfüllen. Drei Beiträgen gelingt das nach Ansicht des Preisgerichts aber besonders gut. Sie wurden nach der nichtöffentlichen Jurysitzung am Mittwoch vergangener Woche nun im Rahmen einer Ausstellung zu den Siegern des Architekturwettbewerbs gekürt.

"Es war eine spannende Preisgerichtssitzung. Sie hat bis in den Abend gedauert", sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Alle hätten gemerkt, wie schwierig die Aufgabe gewesen sei. Denn das Bürgerhaus solle dem Rathaus städtebaulich keine Konkurrenz machen.

Der Entwurf des Büros Raum3 Massari und Partner in Zusammenarbeit mit dem Büro SRAP Sedlak Rissland Architekten Partnerschaft fügt sich in diesem Sinne sehr gut in die Marktplatzsituation ein, erklärte Marek Stadthaus vom Büro Schirmer, das den Wettbewerb organisiert hatte. "Er stiehlt dem Rathaus nicht die Show." So nahmen Matthias Massari und René Rissland den mit 14 000 Euro dotierten ersten Preis mit.


Öffnung zum Buttenmarkt

Einerseits verpassen sie dem früheren Kaufhausgebäude anstelle des Walmdachs einen Giebel, um die Zugehörigkeit zum Rathaus architektonisch zu betonen. Andererseits senken sie den First ab und verjüngen den Baukörper zum Marktplatz hin, um dem Rathaus seine dominante Rolle noch mehr zu lassen.

Den Veranstaltungssaal platzieren die Gewinner im Erdgeschoss zum Buttenmarkt hin. Durch große Fenster soll sich der Raum zu dem Platz hin öffnen, um ihn zu beleben.

Zwei zweite Preise mit jeweils 7000 Euro gingen an das Büro umarchitekt und das Büro Bär, Stadelmann, Stöcker. Außerdem gab es für zwei weitere Wettbewerbsbeiträge Anerkennungen und ein Preisgeld von je 3500 Euro.

Die Qualität aller eingereichten Entwürfe bezeichnete Stadthaus als hoch. Es gehe nicht nur um eine schöne Fassade, sondern auch darum, wie der Entwurf funktioniert. Schließlich müssen verschiedene Einrichtungen unter ein Dach gefasst werden, ohne sich dabei in die Quere zu kommen. Die Entscheidung über die Sieger sei in der Jury - bestehend aus Fachleuten und Vertretern der Stadt - einstimmig gefallen.

Für den Wettbewerb waren 20 Teilnehmer vorgesehen. Sieben Büros waren gesetzt, die restlichen 13 Plätze wurden an mehr als 120 Bewerber per Los verteilt. Am Ende reichten aber nur 17 Büros einen Entwurf ein.
Mit dem erst- und den beiden zweitplatzierten Büros steigt die Stadt in das Vergabeverfahren ein. Im Sommer sollen die Verhandlungen stattfinden. Dann entscheidet sich, welchem Büro die Stadt tatsächlich den Auftrag für den Umbau des Kaufhauses zugesteht. Die Arbeiten selbst werden realistischerweise nicht vor Frühjahr 2019 beginnen.

Wie Bürgermeister Warmuth berichtete, stand während der Wettbewerbssitzungen auch ein Abriss und Neubau in der Diskussion. Die Städtebauförderung lege allerdings Wert auf den Erhalt von Gebäuden. Außerdem seien die Gassen links und rechts sehr eng für einen Neubau, wie Stadthaus ergänzte. Warmuth sprach von einer großen Herausforderung: Der Umbau werde für die Stadt eines der größten Vorhaben sein.

Alle Wettbewerbsbeiträge zum früheren Kaufhaus sind bis Freitag, 12. Mai, in einer Ausstellung in der Markthalle zu sehen. Die Markthalle ist in dieser Zeit Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr sowie am Freitag und Samstag von 9 bis 12 Uhr für das Publikum geöffnet.