Frankenbrunn
Glauben

Betend und singend zur Kapelle

Die Pfarreien Oberthulba und Thulba feierten heuer erstmals gemeinsam das Fest des Heiligen Erzengels Michael in Frankenbrunn an der Michaelskapelle.
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Die Gläubigen wallten betend und singend, begleitet von ihren Musikkapellen, zur Michaelskapelle. Die Pfarreien Oberthulba und Thulba feierten gemeinsam das Fest des Heiligen Erzengels Michael. Foto: Günther Straub
Die Gläubigen wallten betend und singend, begleitet von ihren Musikkapellen, zur Michaelskapelle. Die Pfarreien Oberthulba und Thulba feierten gemeinsam das Fest des Heiligen Erzengels Michael. Foto: Günther Straub
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Pfarrer Karl Theodor Mauer hat festgestellt: "Die Engel sind in der Bevölkerung wieder mehr im Kommen." Deshalb wurde nicht nur des Hl. St. Michael gedacht, Schutzpatron der Pfarreiengemeinschaft, sondern auch der Erzengel Gabriel und Raphael. Pfarrer Mauer feierte den Festgottesdienst am Freialtar vor dem Hochkreuz unter den wuchtigen Linden mit Pfarrer Jaroslaw Woch.
Die Gläubigen aus den Kirchengemeinden Thulba, Frankenbrunn und Hetzlos wallten betend und singend, begleitet von ihren Musikkapellen, zur Michaelskapelle. Aus den Kirchengemeinden Hassenbach, Schlimpfhof, Wittershausen und Oberthulba kamen über 40 Pilger mit dem Rad nach Frankenbrunn und schlossen sich dort der Wallfahrt zur Michaelskapelle an. Auch die Kleinen aus der Kinderkirche Oberthulba waren mit ihren Rädern dabei. Den Gottesdienst gestalteten die Musiker gemeinsam. Am Schluss der kirchlichen Feier wünschten die beiden Priester ein weiterhin gutes Miteinander und für gute wie schlechte Zeiten einen Schutzengel.
Auf dem herrlichen Areal konnten sich die zahlreichen Wallfahrer noch stärken. Dafür hatte wie schon in den Vorjahren der Frankenbrunner Horst Vonroth mit seinem Team gesorgt. "Ich habe rechtzeitig vorgesorgt, dass die Würscht auch für die größere Zahl der Wallfahrer heuer reichen", berichtete der unermüdliche Horst mit seinem legendären Dreirad-Fahrzeug.

Interessante Geschichte

Nach dem Gottesdienst nutzten auch viele Wallfahrer die Möglichkeit, die Kapelle zu besichtigen und einiges aus der Geschichte zu erfahren. Nach den Aufzeichnungen des Elmar Bürger wurde aus Dankbarkeit für den Frieden nach dem Dreißigjährigen Krieg um 1650 von einem unbekannten Künstler ein leidender Christus im Strahlenkranz geschaffen.
Auf einem schlichten Holzstamm angebracht, soll er nach alten Überlieferungen wundertätig gewesen sein. Nach einem Schuss eines übermütigen schwedischen Reiters bei einer Jagd sei Blut aus dem Holz geflossen, wurde berichtet. 1695 sei dieser dann verschollene Bildstock unter einem Gesträuch aufgefunden worden.
Dort in der Nähe auf der Hallstatter Höhe baute Joseph Gros aus Schöneberg bei Bensheim seine Einsiedelei. Sie steht heute noch dort. 1718 errichtete dann die damalige Gemeinde Frankenbrunn, angespornt von Gros, der 1723 verstarb und in der Kapelle beigesetzt wurde, um den wundertätigen Bildstock die Kapelle. Sie wurde 1722 von Propst Franziskus von Calenberg dem Schutzengel Michael geweiht. Über 300 Jahre war der Bildstock Mittelpunkt von Wallfahrten. Das Gnadenbild wurde zusammen mit verschiedenen Bildern gestohlen und ist nicht mehr aufgetaucht.

Figuren in Sicherheit gebracht

Verschiedene Figuren wurden zur Sicherheit in die Frankenbrunner Kirche im Ort gebracht. Wie in den Aufzeichnungen erwähnt wurde, galt der Kapelle eine besondere Fürsorge durch die Gemeinde. Verschiedentlich wurde repariert und saniert.
Immer wieder fanden und finden auch heute noch kirchliche Feste, so auch das Schutzengelfest jährlich an der Kapelle statt. So hat die Michaelskapelle seit ihrer Erbauung nichts von ihrer religiösen Symbolkraft eingebüßt, schreibt Elmar Bürger. Vor fünf Jahren gab dann Erzengel Michael, dem die Kapelle geweiht ist, der neuen Pfarreiengemeinschaft den Namen.
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