Hammelburg
Projekt

Beiträge aus aller Welt

Die Kunstaktion "mail-art" zum Thema Bocksbeutel hatte eine erstaunliche Resonanz. 810 Beiträge gingen dazu ein - von China bis Australien.
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Barbara Stross und Andrea Mohr (v. l.) mit dem "Memory" der "mail-art-Bocksbeutel"-Ausstellung, dem Pappe-Bocksbeutel inklusive Überraschung. Foto: Winfried Ehling
Barbara Stross und Andrea Mohr (v. l.) mit dem "Memory" der "mail-art-Bocksbeutel"-Ausstellung, dem Pappe-Bocksbeutel inklusive Überraschung. Foto: Winfried Ehling
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"Wo ein Anfang, ist auch ein Ende", zitierte Karin Wengerter vom Vereinsvorstand "kulturbunt" und zog damit einen Schlussstrich unter die Ausstellung "Mail-art-Bocksbeutel". Sechs Wochen war die Präsentation in der ehemaligen Schreinerei Heinickel am Viehmarkt geöffnet. Jetzt schloss sie die Türen.
Worum ging es? Anlässlich des Stadtjubiläums hatte "kulturbunt" die Idee, ein markantes Weinstadt-Emblem in den Mittelpunkt einer Kunstaktion zu stellen - den Bocksbeutel. Gemeinsam mit dem Nüdlinger Roland Halbritter errichteten die Initiatoren ein globales Digital-Netz und baten Künstler aus aller Herren Länder um einen Beitrag zum Thema.


Derb oder romantisch

Die Resonanz war erstaunlich. Gut 300 Kunstschaffende und Hobbyisten aus 30 Ländern, von China bis Kanada und Uruquay bis Australien, sandten 810 Beiträge in Form von Bildern, Zeichnungen, Collagen, Fotos und Versen, in denen dem Bocksbeutel gehuldigt wurde. Mal derb, mal romantisch, mal humorig, mal nachdenklich fand der Bocksbeutel - benannt nach seiner früheren Verwendung als Bauchbeutel-Trinkgefäß - hier eine weltweite Würdigung.
Die Sammlung, die Halbritter auch in einem Katalog zusammenfasste, stieß auf "überraschend hohes Interesse". Anhand von Unterschriften ließ sich nachweisen, dass 4085 Interessierte diese außergewöhnliche Präsentation besuchten.
"Die Hammelburger sind neugierig und offen", quittierte Wengerter die hohe Fluktuation. Sie bewertete nach einem selbst erstellten 10-Punkte-Programm die Details des Events, das in fast allen Belangen mit "Gut" oder "Sehr gut" abschnitt. Ihr besonderer Dank galt dabei Roland Halbritter für die Netzwerkbetreuung und die Kataloggestaltung.
In der von Taddeus Folwarczny und Ruth Böhnke musikalisch begleiteten "Vinosage" dankte Vorstandsmitglied Barbara Stross dem Ehepaar Heinickel für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Vorsitzende Andrea Mohr übergab ein Gebinde und einen Bocksbeutel. Der Begriff "Vinosage" ist übrigens eine Kreation von "kulturbunt" und bedeutet eigentlich den Abschluss einer Ausstellung, eine Finissage "mit einem Schoppen", wie Martina Bay augenzwinkernd verrät.
Pappe-Kopien der fränkischen Weinflasche standen als Andenken für drei Euro bereit. In ihnen steckten ein kleine Überraschung und ein Hauptgewinn. Den Helfern und Mitorganisatoren übergab Barbara Stross als Dank ein Weinbukett, Roland Halbritter und Franz Schäfer erhielten einen Gutschein.
Sechs Wochenende Trubel und Besucher im Haus, waren für Erich und Erika Heinickel "schon ein bisschen belastend", wie die Gattin einräumt. "So viele fremde Leute sind wir nicht gewohnt", fügt sie entschuldigend hinzu. Dennoch, "es war etwas Neues für uns, und irgendwie hat es auch Spaß gemacht", bestätigt Erich Heinickel. Nach Dafürhalten von "kulturbunt" war die Schreinerei eigentlich nicht optimal für die Präsentation, weil zu klein. "Aber sie hat Charakter. Das hat uns bewogen, die Ausstellung hier zu etablieren", sagt Wengerter. Originalität und heimatlich Charakteristisches sind dem Verein für seine Veranstaltungen wichtig. Auch wenn in Hammelburg die Türen geschlossen wurden, ist das zitierte Ende nicht ein solches. Denn die Idee geht für ein Jahr auf Reisen durch das Gebiet der Gebietswinzergenossenschaft, wo sie in verschiedenen Weinbaugemeinden gezeigt wird. "Kulturbunt" und Roland Halbritter gebührt der Dank für diese "Initialzündung".
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