Pfaffenhausen
Feier

Beim Pizzafest packen alle mit an

Der Ofen war gut eingeheizt, und rund zwei Dutzend Helfer waren im Einsatz, um den Ansturm auf die Pizzen zu bewältigen.
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Schnell waren die Pizzen verteilt.  Fotos: Gerd Schaar
Schnell waren die Pizzen verteilt. Fotos: Gerd Schaar
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Bereits im 24. Jahr strömen die Gäste zum Pfaffenhausener Pizzafest. Auch leichter Regen konnte die Besucher am Samstag nicht davon abhalten. Für die Mitglieder vom veranstaltenden Lederhosen-Stammtisch war der Einsatz für rund zwei Dutzend Helfer von Nachmittag an bis in die Abendstunden hinein angesagt.
Besucher aus dem Dorf, aus der näheren Umgegend und sogar gezielt Angereiste aus den Landkreisen Main-Spessart, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt machen sich auf den Weg. "So eine Pizza kriegt man nicht auf dem heimischen Herd hin", meint Besucher Marco Müller. Seinen Urlaub hat Oliver Betz so abgestimmt, dass er pünktlich zum Pfaffenhausener Pizzafest erscheinen kann. "Für mich ist dieses Fest ein fester Meilenstein in meinem Jahreskalender", sagt er und genießt die ofenfrische noch dampfende Pizza. "Und nebenbei treffe ich Leute auf diesem Fest, die ich längere Zeit nicht gesehen habe."


Jubiläum steht bevor

"Wir sind lediglich ein Stammtisch und kein eingetragener Verein, wo es im Gegensatz zu uns einen Vorstand gibt", sagt Lederhosenträger Udo Heim. Über den zunehmenden Teil jüngerer Leute beim Stammtisch freut sich Stammtisch-Mitglied Johannes Glück. Das Pfaffenhausener Pizzafest hat mittlerweile Tradition: so legen Sohn, Vater und Großvater gemeinsam Hand an. "Im kommenden Jahr lassen wir uns zum 25-jährigen Jubiläum etwas Besonderes einfallen", sagt Glück. Verraten werden jetzt noch nichts, es soll spannend werden. Regelmäßig gehe von dem Gewinn ein Betrag an soziale Einrichtungen, bestätigt Heim. So zum Beispiel im vergangenen Jahr 1000 Euro an die BR-Aktion Sternstunden oder die finanzielle Unterstützung des Dorfbrunnens oder Sanierungen der Bildstöcke in den vorangegangenen Jahren.
Karlheinz Glück und Stefan Hofbauer stehen am 200 Jahre alten Doppelofen. Abwechselnd werden die Öfen mit Holz auf 350 Grad geheizt, und dann nach Entfernen der Glut werden die leckeren Pizzen hineingeschoben. Im Gewölbekeller des ehemaligen Gemeindehauses "Leonhardi" wird es auch vor den Öfen recht warm. Schweiß perlt von den Stirnen. So muss es in etwa den Heizern einer Dampflok vor 100 Jahren ergangen sein, die Schwerstarbeit verrichteten. Schon am Vortag wurden die Öfen auf eine Grundwärme vorgeheizt.
Eine kleine Geschichte am Rande erzählt man sich bezüglich des historischen Ofenbetriebes: Früher, als noch Brot und Plootz dort gebacken wurden, hat man die frisch gebackenen Kuchen auf die benachbarte Mauer zum Abkühlen gestellt. Und von oben kamen die Kinder unbemerkt zum Naschen vorbei. Alle vier Wochen sei in den 1950er und 1960er Jahren gebacken worden, bestätigen die Pfaffenhausener.
Für den Belag der Pizzen "Spezial" sorgt das Frauenteam ein Stockwerk höher im Leonhardi-Haus. Es gibt nur eine Version, denn auf Sonderwünsche kann in dem Massenbetrieb nicht eingegangen werden. Pizzasoße, Käsespähne, Paprika, Pilze, Salami, Schinken werden nach und nach auf die wagenradgroßen Teige aufgelegt. Die Zutaten sind genau abgemessen, denn es soll ja gerecht zugehen. Fleißige Helfer sind über die Straße mit den Pizzablechen unterwegs in Richtung Ofen, denn einen Aufzug gibt es nicht in dem historischen Haus. Nach dem Backen werden die Wagenräder zerteilt, um personengerechte Portionen herzustellen. Die Besucher stehen Schlange.

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