Hammelburg
Bundeswehr

Behördenmitarbeiter im Auslandseinsatz

Nicht nur Soldaten des Hammelburger Standorts gehen in Auslandseinsätze. Auch die Verwaltungsmitarbeiter nehmen an den Missionen teil.
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Nach seiner Rückkehr lagerte Matthias Hümmler sein Gepäck zunächst im Büro zwischen. Foto: Arkadius Guzy
Nach seiner Rückkehr lagerte Matthias Hümmler sein Gepäck zunächst im Büro zwischen. Foto: Arkadius Guzy
Beteiligt Deutschland sich an einer militärischen Mission, ziehen Bundeswehrsoldaten in den Auslandseinsatz. Weniger in der Öffentlichkeit bekannt ist, dass auch die Verwaltungsmitarbeiter dann oft gefordert sind. So bedeutet die Präsenz der Bundeswehr im Ausland für das Hammelburger Bundeswehr-Dienstleistungszentrum eine Herausforderung, denn regelmäßig sind Mitarbeiter mit im Einsatz.

"Die Verwaltung ist dort, wo die Truppe ist", sagt Matthias Hümmler. Der Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Hammelburg war im vergangenen Herbst bereits zum zweiten Mal mehrere Wochen lang im Kosovo. Dort ist die Bundeswehr seit Juni 1999 im Rahmen der Kfor-Mission. Auch nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Jahr 2008 soll die multinationale Kfor-Truppe die Sicherheit stabilisieren.

Versorgung mit allem

Der größte Teil des deutschen Kontingents ist im Feldlager Prizren stationiert. So ein Lager muss am Laufen gehalten werden. Dafür sind direkt vor Ort die Einsatzwehrverwaltungsstellen verantwortlich. "Die Einsatzwehrverwaltungsstellen kümmern sich um die Infrastruktur sowie die Versorgung mit Material und Dienstleistungen, Strom und Wasser", erklärt Hümmler.

Gerade Wasser sei ein sensibler Bereich. Daher habe das Lager eine eigene Wasseraufbereitungsanlage. Eine Notstromversorgung gibt es ebenfalls. Stromausfälle kommen im Kosovo häufiger vor. Etwa drei hat Hümmler während seines Aufenthalts im vergangenen Herbst erlebt.

Die Verwaltungsstellen in den Einsatzgebieten kümmern sich um die Versorgung der Soldaten mit Bargeld und stellen Einheimische als zivile Hilfskräfte ein, insbesondere Übersetzer. Eine eigene Broschüre der Bundeswehr listet die zahlreichen Aufgaben der "Wehrverwaltung im Auslandseinsatz" auf. Die übersteigen den Umfang, der von den Dienstleistungszentren bekannt ist.

Dadurch sei die Zusammenarbeit mit der Truppe und dem Stab noch enger als im Inland, meint Hümmler. Man sei außerdem eigentlich ständig im Dienst. Hümmler leitete die Einsatzwehrverwaltungsstelle in Prizren. Während seiner Einsatzzeit hatte er Soldatenstatus. Mit ihm zusammen sei noch ein weiterer Kollege des Dienstleistungszentrums im Ausland gewesen. "Für die Rechnungsführung ist permanent jemand im Kosovo oder in Afghanistan", sagt der Behördenleiter.

Damit sind die Missionen nicht nur für die Bundeswehr selbst, sondern auch für die Verwaltung eine personelle Herausforderung. Für Hümmler war es aber eine wichtige Erfahrung, in einem Einsatzgebiet dabei gewesen zu sein.
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