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Hammelburg
Gedenken

Begegnung mit Adolph Kolping

Die Hammelburger Kolpingsfamilie ließ den den Seelsorger und Gründer der Gesellenvereine in einem Theaterstück lebendig werden. Und sie freut sich über besonders jungen Mitgliederzuwachs.
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"Talk im Knast": Lehrreiches aber auch Humorvolles über Adolph Kolping boten (v. l.) Klaus Dittmann als Vater Kolping, Moderatorin Michaela Drescher, Eva-Maria Conrad als dAntonie Mittweg und Kolpings Jugendfreund Karl Statz (Harald Drescher).  Fotos: Winfried Ehling
"Talk im Knast": Lehrreiches aber auch Humorvolles über Adolph Kolping boten (v. l.) Klaus Dittmann als Vater Kolping, Moderatorin Michaela Drescher, Eva-Maria Conrad als dAntonie Mittweg und Kolpings Jugendfreund Karl Statz (Harald Drescher). Fotos: Winfried Ehling
Wie vielerorts feierte die heimische Kolpingfamilie den 200. Geburtstag Adolph Kolpings, des Gründers eines heute weltweiten, sozialen Netzwerkes mit einem Festgottesdienst und einer Gedenkstunde.
In eine unruhige Zeit geboren, in der zum Beispiel die Völkerschlacht von Leipzig tobte, erbarmte sich der gelernte Schustergeselle nach dem spät absolvierten Abitur und Priesterstudium der vielen Handwerksgesellen und -meister und rief die Gesellenvereine ins Leben, um Heimatlosen ein Zuhause und Bildung zu geben. Er festigte damit auch die Familie als Hort der Geborgenheit und Halt der jungen Menschen.
Die Kolpingsfamilie Hammelburg besteht seit 154 Jahren. Ihr Heim, das dem Neubau des Pfarrzentrums weichen musste, baute sie in den Nachkriegsjahren aus der Pfarrscheune. Es diente jahrzehntelang der katholischen Pfarrgemeinde für ihre Veranstaltungen. "Fahrende Gesellen", die in der Saalestadt ankamen, konnten im Vereinslokal der Kolpingfamilie, dem Gasthaus "Hirschen", vorsprechen und um Kost und Logis bitten", erinnert sich Vorsitzender Gerhard Becker.
Gemeinsam mit Klaus Dittmann und Peter Übel zeichnete er in dem von Militärpfarrer Stefan Frank zelebrierten und der Singgruppe St. Johannes musikalisch untermalten Gottesdienst ein Bild der heutigen Bedeutung der Idee Kolpings. Als Adolph Kolping, Johannes der Täufer und der Prophet Jesaja stellten sie im Rahmen der Predigt das Wohl der Menschen, insbesondere der Kinder - außerhalb von Besitz, Geld und Karriere - in den Mittelpunkt. "Die Wurzel der Gesellschaft ist die Familie", lautete ihr Fazit.
Die heimischen Kolpingsöhne waren lange Zeit ein Männerverein. Erst 1986 wurde in Hammelburg auch Frauen der Zutritt in die Gemeinschaft erlaubt. "Früher noch mit einer Theatergruppe unter Leitung von Peter Krapf ausgestattet, widmet sich die Kolpingsfamilie in Zusammenarbeit mit dem Frauenbund und gelegentlich der Europa Union vorwiegend der Bildungsarbeit. Dazu zählen neben Vorträgen auch Exkursionen und Besichtigungen auf Kreis- und Bezirksebene, oder die "Aktion 55 +. "Wir sind außerdem bei öffentlichen Veranstaltungen, beispielsweise der Zunftbaum-Aufstellung, aktiv", informiert Bezirksvorsitzender Becker.
Nach einem Weißwurst-Frühstück im Pfarrzentrum gaben Michaela Drescher als Moderatorin, Klaus Dittmann als Vater Kolping, Eva-Maria Conrad als Antonie Mittweg, eine Wegbegleiterin und Förderin des Gründers ,sowie Harald Drescher als Karl Statz, ein Jugendfreund von Kolping ein Interview unter dem Motto "Talk im Knast" zum besten.
Sie skizzierten den Werdegang des Herbergsvaters nach und zitierten aus Briefen, die auch darlegten, dass der Seliggesprochene zuweilen durchaus weltliche Genüsse schätzte, wie gute Zigarren oder Bier aus Bayern. Den Akteuren des überaus gelungenen aber auch lehrreichen Sketches dankte der Vorsitzende mit einem Frankenwein.
"Die Kolpingfamilie möchte weiterleben und braucht dazu junge Mitglieder", beendete Becker den offiziellen Teil - und bekam prompt eine passende Antwort. Das junge Ehepaar Maria und Wolfgang Schuberth brachte seinen drei Wochen alten Sohn Moritz zur Aufnahme in die Kolpingsfamilie Hammelburg auf die Bühne. Wolfgang, Sohn von Anita und Dieter Schuberth, und seine Gattin Maria, hatten sich in Köln kennengelernt - natürlich bei einer Veranstaltung der Kolpingfamilie.


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