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Langendorf
Gewerbegebiet

Aus für das Gewerbegebiet in Langendorf

Die Gemeinde verzichtet auf den Kauf von Grundstücken für die Ansiedlung eines Einkaufsmarktes und einer Tankstelle. Damit ist die Diskussion aber noch nicht ganz zu Ende.
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Der Protest, wie hier vor einer der vorangegangenen Gemeinderatssitzungen, hat Wirkung gezeigt. Foto: Archiv/ Winfried Ehling
Der Protest, wie hier vor einer der vorangegangenen Gemeinderatssitzungen, hat Wirkung gezeigt. Foto: Archiv/ Winfried Ehling
Zum dritten Mal in der jüngeren Geschichte hat Bürgerprotest eine Gewerbefläche an der Bundesstraße 287 bei Langendorf verhindert. Es wird vorerst keinen Einkaufsmarkt und keine Tankstelle an der Autobahnanschlussstelle geben. In der Sitzung am Montagabend beschloss der Gemeinderat, die Option für den Kauf der benötigten Flächen nicht zu nutzen.

Der nun schon vier Monate dauernde Widerstand zahlreicher Bürger aus Langendorfer und der Druck auf einzelne Gemeinderäte war offenbar zu groß geworden. Jürgen Englert (SPD/ FWG) und Elmar Zier (Bürgerliste Machtilshausen) hatten daher für die Sitzung den Antrag gestellt, die Kaufoption für die Grundstücke, auf denen das Gewerbegebiet entstehen sollte, verstreichen zu lassen.

"Ich habe den Antrag gestellt, weil ich gesehen habe, dass wir auf diese Art und Weise nicht miteinander arbeiten können", sagte Englert. Grenzen seien überschritten worden. Englert sprach von Hemmungslosigkeit in den neuen Medien. In den vergangenen Woche habe er sogar an Rücktritt als stellvertretender Bürgermeister und Gemeinderat gedacht.

Neben dem Bürgermeister war Englert als Befürworter der Ansiedlung des Einkaufsmarktes und der Tankstelle eine der Personen, die die Kritik der Gewerbegebietsgegner besonders auf sich gezogen hatte. Sie warfen ihm seinen Umgang mit dem Thema vor. Bürgermeister Karlheinz Kickuth (SPD/ FWG) erwähnte, welche Folgen der Konflikt um das Gewerbegebiet für den Zusammenhalt innerhalb des Marktes zeigte: "Ich habe miterlebt, wie sich Gräben auftaten." Daher schloss er sich dem Antrag an. "Für Elfershausen wäre es am besten, die Kaufoption verstreichen zu lassen", sagte Kickuth.

Die Kaufoption läuft zum 22. Juli aus. Die Gemeinde hatte sich bemüht, die Frist um sechs Monate zu verlängern, wie in der vorangegangenen Sitzung festgelegt worden war. Doch das klappte nicht. Die Grundstückseigentümer wollen nicht länger warten, wie der Bürgermeister erklärte.

Die Mehrheit der Gemeinderäte folgte dem Antrag und entschied, auf den Erwerb der Flächen zu verzichten und die Pläne für das Gewerbegebiet zu begraben. Doch es gab drei Gegenstimmen. Vor allem Alfons Hausmann (CSU) wollte die Kaufoption nicht einfach verfallen lassen.

Er argumentierte, dass die Gemeinde die Flächen aus "strategischen Gründen" kaufen sollte. Hausmann erklärte: "Wenn wir die Hand drauf haben, können wir manche Dinge verhindern." Für ihn boten die Flächen eine Gelegenheit, einen Lärmschutzwall zu errichtet. Die Gemeinde benötige außerdem immer wieder Tauschflächen. Günter Zink (SPD/FWG) wollte ebenfalls, dass sich die Gemeinde die Grundstücke sichert.

Elmar Zier (Bürgerliste Machtilshausen) fand dagegen die Preise zu teuer. Volker Partsch (Neue Liste) befürchtete, dass der Erwerb der Parzellen andere Grundstücke verteuern könnte. Mit der Entscheidung des Gemeinderats bleiben die Flächen nun in privater Hand. Allen in der Sitzung war klar, dass sich irgendwann wieder einmal ein Investor für das Umfeld der Autobahnanschlussstelle interessieren wird. Darauf will sich die Gemeinde nun vorbereiten. "Wir müssen im Gedächtnis behalten, welche Möglichkeiten die Autobahn bietet", sagte Englert.

Gespräche arbeiten den Streit auf

Er schlug einen Ausschuss vor, der das beschädigte Miteinander wieder kitten soll. Die Diskussion ist also noch nicht beendet. Das Gremium soll die Auseinandersetzung um das Gewerbegebiet aufarbeiten und eine Verfahrensweise für künftige Konfliktfälle ausarbeiten.

Auch wenn nicht alle Gemeinderäte solch einen Ausschuss noch für notwendig hielten, wurde er mit vier Gegenstimmen beschlossen. In einer der kommenden Gemeinderatssitzungen sollen die Modalitäten für die Gesprächsrunde festgelegt werden. Interessierte können sich in der Verwaltung für eine Teilnahme melden.

Etwa 50 Bürger verfolgten die Gemeinderatssitzung am Montagabend. Die Gemeinde habe keine andere Wahl gehabt, kommentierten Gegner des Gewerbegebiets die getroffene Entscheidung. Sie sahen in den vergangenen Tagen die Stimmung deutlich zu ihren Gunsten gekippt.

Für einige kam die Wendung dennoch unerwartet. Sandra Deißenberger (SPD/FWG) hatte nicht mit Englerts Antrag gerechnet, wie sie am Rande der Sitzung mitteilte. Daher habe sie sich vor der Sitzung selbst einen Antrag überlegt, um über das Gewerbegebiet abstimmen zulassen. Ihr Plan kam dann nicht mehr zum Zug. Die Bürger hätten von Anfang an besser einbezogen werden sollen, meinte Deißenberger. Man wisse ja aus der Vergangenheit, wie sensibel das Thema ist.








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