Hammelburg
Protest

Aufregung ums Bürgerspital

Dass die Pflegeeinrichtung in der jetzigen Form keine Zukunft haben soll, können die Heimbewohner und Angehörigen nicht verstehen.
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Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter des Bürgerspitals versammeln sich vor dem Rathaus. Foto: Arkadius Guzy
Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter des Bürgerspitals versammeln sich vor dem Rathaus. Foto: Arkadius Guzy
Die Nachricht, dass das Bürgerspital wohl in betreutes Wohnen umgewandelt wird, stößt bei den Angehörigen der Heimbewohner auf Unverständnis. Am Dienstagnachmittag zeigten sie ihre Verbundenheit mit der Pflegeeinrichtung.

Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter nutzten einen Gesprächstermin mit Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) für eine kleine Versammlung vor dem Rathaus. Der Termin war ursprünglich als persönliches Gespräch zwischen zwei Angehörigen und dem Bürgermeister gedacht. Die Zusage hatte sich allerdings unter den Betroffenen verselbstständigt und größere Kreise gezogen, sodass die Diskussion mit 30 bis 40 Personen in die Markthalle verlegt wurde.

Dort übergab Brigitta Burtchen, Bewohnerfürsprecherin, Unterschriften für den Erhalt des Bürgerspitals. Sie forderte Informationen zur Situation in der Einrichtung. Burtchen erwähnte ein Gespräch im Februar, bei dem von Veränderungen und einer Frist von fünf Jahren die Rede gewesen sei.


Planungen sind im Gang

Warmuth erklärte, dass der Heimaufsicht innerhalb dieser fünf Jahre jedoch schon ein Konzept für das Bürgerspital vorgelegt werden muss. Er verwies darauf, dass die Stadt noch mitten in der Diskussion über die Zukunft des Bürgerspitals stehe und erst die Entscheidung des Stadtrats abgewartet werden müsse.

Erst nach dem Beschluss des Stadtrats wollte die Stadt informieren. Dass schon jetzt in der Öffentlichkeit über das Bürgerspital geredet wird, was bei den Angehörigen für Verunsicherung sorgt, führte Warmuth auch auf Indiskretionen zurück. Der Bürgermeister erläuterte die schwierige wirtschaftliche Situation der Einrichtung und verwies auf neue gesetzliche Vorgaben, die erfüllt werden müssen.

Die Angehörigen hatten Anni Misch als Sprecherin des Senioren- und Behindertenbeirats als Unterstützung eingeschaltet. Misch erwähnte das Heimmitwirkungsgesetz, dass eine Beteiliung der Bewohnerfürsprecher bei der Planung vorsehe. Sie empfahl zur Beruhigung der Situation eine Versammlung mit den Heimbewohnern.
Die Wortmeldungen der Angehörigen ließen vor allem die Sorge erkennen, sich bald um einen neuen Heimplatz kümmern zu müssen. Der Bürgermeister versuchte deutlich zu machen, dass die Angehörigen nach der Stadtratsentscheidung genug Zeit dafür haben werden und der Betrieb zunächst nicht gefährdet ist.


Gerüchte sind im Umlauf

Gerüchte über das Bürgerspital kursieren schon länger. Um Aufregung zu vermeiden und Mitarbeiter sowie Bewohner nicht vorschnell zum Verlassen der Einrichtung zu bewegen, wollte die Stadt Informationen über das Haus erst einmal vorsichtig verbreiten. Sie wollte zunächst die noch vor der Sommerpause angestrebte Entscheidung des Stadtrats abwarten.

Mit Schreiben vom 16. Juni bereitete die Stadt - im Vorgriff auf Presseveröffentlichungen - die Angehörigen allerdings schon auf anstehende Veränderungen vor. In einer "Vorinformation zur möglichen Entwicklung des Seniorenheimes der Bürgerspitalstiftung" teilte sie mit, dass bis Ende nächsten Monats eine Entscheidung über die Umwandlung des stationären Heimbetriebs in eine Form des betreuten Wohnens getroffen sein soll.
Die Stadt sagte den Adressaten zu, sie zu informieren, "sobald eine Entscheidung im Stadtrat getroffen wird." So sollen die Angehörigen ausreichend Zeit haben, sich um einen neuen Heimplatz zu kümmern. Die Sitzung des Stadtrats ist für 25. Juli geplant.

Als Grund für die anstehenden Veränderungen führt das Schreiben an, dass die Einrichtung nicht mehr den baulichen Anforderungen nach dem Pflege- und Wohnqualitätsgesetz entspricht. "Eine dauerhafte Befreiung oder Angleichung kann nach Verhandlungen mit der Heimaufsicht nicht in Aussicht gestellt werden."

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