Windheim
Wohnen

Atelier in der früheren Windheimer Gastwirtschaft

Nach längerem Leerstand ist die "Alte Schmiede" in Windheim wieder bewohnt.
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Ernst J. Herlet zeigt eine seiner Arbeiten. Die verhüllten Bilder will er erst im kommenden Jahr präsentieren. Foto: Arkadius Guzy
Ernst J. Herlet zeigt eine seiner Arbeiten. Die verhüllten Bilder will er erst im kommenden Jahr präsentieren. Foto: Arkadius Guzy
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Eine Klingel ist noch nicht am Haus zu finden. Zum Glück steht die Tür zum früheren Gastraum der "Alte Schmiede" offen. Nach kurzem Rufen begrüßt Ernst J. Herlet den Besucher in seinem neuen Atelier.

Klingel, Internet, Telefon - Ernst J. Herlet und seine Frau Ursula sind noch dabei, alles einzurichten und zu organisieren. Und kämpfen manchmal noch mit der einen oder anderen Schwierigkeit, wie Ernst J. Herlet zur Entschuldigung erklärt. Der bekannte Schweinfurter Künstler ist erst vor Kurzem nach Windheim gezogen. Mit seiner Partnerin mietet er die frühere Gaststätte "Zur Alten Schmiede".

Eine Annonce hatte sie auf die leer stehende Immobilie aufmerksam gemacht, wie Ernst J. Herlet erzählt. Den Ort kannte er da noch nicht. "Ich bin erst erschrocken, als wir von Diebach aus über den Hügel Richtung Windheim fuhren", sagt Ernst J. Herlet. Für den gebürtigen Schweinfurter war es allerdings kein Problem die Kugellagerstadt zu verlassen, um aufs Land zu ziehen.

Der Horizont des Künstlers reicht sowieso schon immer über die Heimatregion hinaus: Er reiste und reist viel. So pflegt Ernst J. Herlet seit Ende der 1970er Jahre freundschaftlichen Kontakt zu einer Familie in Indien. "Ein Viertel des Jahres sind wir auf Reisen", meint Ernst J. Herlet. Er äußert sich aber auch überrascht darüber, wie viele Wanderer und Radfahrer am Haus vorbei kommen.

Die "Alte Schmiede" war tatsächlich einmal eine Schmiede. Oskar Bock war der letzte Meister. "Er hat alles gemacht", erinnert sich der Windheimer Werner Ziegert, der als Kind oft in der Werkstatt gewesen sei. Schmied Oskar reparierte zum Beispiel landwirtschaftliche Geräte. "Früher war ein Schmied im Ort wichtig." Oskar habe bis ins hohe Alter gearbeitet.

Doch irgendwann war dann doch Schluss. Das Gebäude wurde verkauft. Die neuen Eigentümer bauten die Schmiede zum Gasthaus "Alte Schmiede" um - "mit viel Aufwand", wie Ziegert weiß. Vor einigen Jahren endete dann auch der Gastronomiebetrieb.

Im Haus wohnt nun der Künstler mit seiner Partnerin. Im früheren Gastraum hat Ernst J. Herlet seine Staffeleien aufgeklappt. Dort entstehen gerade unter anderem drei Bilder für eine Ausstellung im kommenden Jahr, die der 70-Jährige zusammen mit einer Fotografien bestreiten will. Ernst J. Herlets Arbeiten bewegen sich "zwischen Abstraktion und realen Symbolismen", wie es sein Galerist beschreibt.

Ernst J. Herlet ist Mitglied der unterfränkischen Künstlergruppe "Die Runde", der zum Beispiel auch der Euerdorfer Helmut Droll angehört. Die Künstlerfreunde und Bekannte können das neue Atelier bei einer Einweihungsfeier besichtigen.
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