Anwohner schauen vom Fenster aus zu, treten auch vor die Tür und freuen sich, dass die Tradition weitergeführt wird. Die neunjährige Laura Otto ist dieses Jahr das einzige Kind, das während der Ostertage, in denen die Glocken schweigen, durch den Weiler lief und unterstützt von der Holzratsche die Uhrzeit und den Gang zur Kirche verkündete. Laura ist schon zum dritten Mal dabei, aber in den vergangenen Jahren waren sie noch zu dritt. Ganz allein ging sie dann doch nicht durch den Ort, Vater Martin begleitete sie mit einer bunt bemalten Ratsche. "Das habe ich vor vierzig Jahren zuletzt gemacht. Da waren wir noch fünf, sechs Kinder beim Klappern."

Lange warem sie nicht unterwegs im Vergleich zu anderen Dörfern. Laura brauchte nur zehn Minuten. In Ochsenthal gibt es nur drei Abzweigungen von der Hauptstrasse:Wingertsberg, Tannenberg und der Weickersgrübener Weg. 900 Meter waren das bei jedem Ratschen.

Verantwortung übernommen

Aber es würde doch etwas fehlen, wenn in der Zeit ohne Glockenläuten, auch kein Ratschen und Klappern zu hören wäre. Laura hat auch Verantwortung übernommen. Denn von Gründonnerstag bis Karsamstag musste sie mehrmals am Tag pünktlich durch den Ort gehen. "Am Karfreitag ist volles Programm: erstes Klappern um 7 Uhr, dann 12, 15 und zwischen 18 und 19 Uhr dreimal zur Kirche, nach der Kirche laufen wir noch einmal durch den Ort mit den Ratschen und verkünden die Uhrzeit, die Aufrufe zum Kirchgang", sagt Laura.

"Am schönsten ist das Zusammenklappern", verrät Laura. Am Karsamstag lief sie mittags durch den Ort und erhielt von den Bewohnern eine kleine Belohnung.