Hammelburg
Musik

48 Stunden Gospel-Power

Workshop mit Jörg Wöltche in der Bayerischen Musikakademie: Beim "Gospel Start up 2019" studierten Neulinge und Gesangserfahrene gemeinsam elf Gospelsongs für das Abschlusskonzert ein.
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Das Ergebnis ihres Gospel-Workshops präsentierten die Teilnehmer beim Abschlusskonzert.  Foto: Bianca Volkert
Das Ergebnis ihres Gospel-Workshops präsentierten die Teilnehmer beim Abschlusskonzert. Foto: Bianca Volkert
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Pünktlich um 16 Uhr begrüßte der Dozent Jörg Wöltche die diesjährigen Teilnehmer des Gospel-Workshops in der Musikakademie Hammelburg. Eingeladen waren alle mit Spaß am Singen oder die mal in ein anderes Genre hineinhören wollten. Neulinge ohne Notenkenntnisse und Gesangserfahrung konnten dem Workshop gut folgen und alles mitmachen.

Gospel "Evangelium" ist eine Botschaft und umschließt die gesamte Entwicklung der christlichen Musik Nordamerikas. Jörg Wöltche, Kirchenmusikdirektor an der Erlöserkirche in Bad Kissingen, lebt den Gospel. Jede Phase seines Körpers bringt das zum Ausdruck, und innerhalb kürzester Zeit sprang diese Begeisterung auf die Teilnehmer über. Nach der Einstimmung begann die Probe. Elf Gospelsongs sollten innerhalb 24 Stunden konzerttauglich einstudiert werden.

Bewährtes Team dabei

Unterstützt wird Jörg Wöltche von einem bewährten Team, welches ihn schon jahrelang unterstützt und begleitet. Ralf Werner - Keyboard und Klavier, Martin Wenzel am Schlagzeug und Felix Gessner am E-Bass. Karin Mauröder betreut die Sänger und Sängerinnen. Sie arbeitet sowohl im klassischen Bereich, solistisch als Sopranistin und Altistin, aber auch Gospel und Pop liegt ihr. Ihr Solo beim Konzert überzeugte alle von ihrem stimmlichen Vermögen.

Die Logopädin analysiert im Einzelunterricht die Stimme, um bei Stimmproblemen entsprechende Tipps zu geben. Um die Aufnahme und Lichttechnik kümmert sich Rudolf Wurm. Contemporary Gospel ist eine aktualisierte, polierte Version des traditionellen Evangeliums. Das meiste Material im zeitgenössischen Evangelium wurde neu geschrieben. Die Neuerungen wurden sowohl gesanglich als auch musikalisch in die Seelenmusik aufgenommen. Aufzeichnungen zufolge klingt das zeitgenössische Evangelium oft ähnlich wie die urbane (politisch korrekter Begriff von "Black Music") Version. Die Chorprobe endete am Freitag um 21 Uhr. Alle Stücke wurden mehrmals durchgesungen, und Wöltche erkannte die Schwierigkeiten einzelner Songs, welche am Samstag dann eingehend geprobt werden mussten.

Aufwärmen ist wichtig

Am Samstag ging es nach dem Frühstück weiter. Karin Mauröder bereitet die Teilnehmer körperlich und stimmlich auf den anstrengendsten Tag vor. Beim Singen werden viele verschiedene Muskeln beansprucht, und diese müssen wie im Sport aufgewärmt werden. Beim Einsingen wird das Rhythmusgefühl gefördert, die Resonanzen von hohen und tiefen Tonlagen werden trainiert, und auf deutliche Aussprache wird hingewiesen. Diese wichtige Vorbereitung nimmt schon mal 40 Minuten in Anspruch. Pausen gab es nur zu den Mahlzeiten!

Nun bringen sich die Solisten in die Stücke ein. Das ist für Wöltche der anstrengendste Teil des Tages. Solisten, Musik und Chor in Einklang zu bringen, ist harte Arbeit bei voller Konzentration. Das Konzert am Sonntag kam für manche Teilnehmer viel zu schnell. Texte lernen, Einsätze zur richtigen Zeit, Töne treffen und dabei noch lächeln. Bis 14 Uhr wurde noch geprobt, und so blieb keine Zeit für Aufregung.

Die "alten Hasen" blieben sehr entspannt. Nach dem 19. Workshop wussten die, was Wöltche zu leisten vermag. Pünktlich um 16 Uhr betraten die 40 Teilnehmer des Workshops den voll besetzten Konzertsaal.

Eröffnet wurde mit dem Lied: "Love Theory", (Theorie der Liebe Gottes) von Kirk Franklin (*1970 Fort Worth, Texas). Im Verlauf des Konzerts noch "Blessing in the Storm", "Looking Out for me" und "Just for me". Von Richard Smallwood "Journey" und "Persuaded" (Überzeugt), so sang auch der Chor. Rufend, klagend, fordernd oder dankend, aus ganzer Seele. Wöltche gelang es, Musiker und Chor zu eine Einheit zu formen, so dass alle folgenden Songs im Konzertverlauf glaubhaft und überzeugend vorgetragen wurden.

Uraufführung

"More Than A Dream" - "Mehr als ein Traum" - die Uraufführung des Songs aus der Feder von Silke Graskamp. "Lasst uns einander die Hände reichen, lasst uns unsere Herzen verbinden, lasst uns Schritt für Schritt die Welt verändern - eine Welt voller Freiheit und Frieden." Wöltche schrieb dazu gefühlvolle Musik. Silke hat schwierige Jahre mit Höhen und Tiefen durchlebt. Dieses Lied war ihr persönlicher Befreiungsschlag. Gestärkt, mutig und selbstbewusst trug sie die erste Strophe vor. Natürlich gibt es zum Ende immer eine Zugabe, die der Chorleiter je nach Stimmung im Saal auswählt. Doch in diesem Jahr war es anders! Lautstark wünschte sich das Publikum die Uraufführung. Die Konzertbesucher konnten alle Lieder in der deutschen Übersetzung mitverfolgen. Mit ihrem Text traf Silke die Sehnsucht aller nach dem, was wir uns wünschen. Die Liebe Gottes als "Waffe" für Hoffnung und Frieden. "More Than A Dream" verdient es, in die Welt getragen zu werden.

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