Bad Kissingen
LGL

Halbzeit auf dem Weg zum neuen Behördenzentrum Bad Kissingen

Das Kurhausbad wird Ende 2020, der Neumann-Flügel ein Jahr später fertig. Aktuell werden die Dächer abgedichtet.
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Vom Kran aus sind die Arbeiten an der Fassade und den Dächern des Kurhausbades gut zu sehen, bis zum Winter soll alles dicht sein. Foto: Ralf Ruppert
Vom Kran aus sind die Arbeiten an der Fassade und den Dächern des Kurhausbades gut zu sehen, bis zum Winter soll alles dicht sein. Foto: Ralf Ruppert
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Die Hälfte der Bauzeit ist vorbei und Architekt Christian Teichmann ist zufrieden: "Wir liegen sogar leicht vor dem Zeitplan", lautet seine Bilanz. Seit 2017 werden Kurhausbad und Neumann-Flügel zur neuen Außenstelle des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) umgebaut. Hundert neue Arbeitsplätze hat die Staatsregierung angekündigt, 45 Millionen Euro lässt sich der Freistaat den Umbau der denkmalgeschützten Gebäude im Kurgebiet kosten. Die Büros im Kurhausbad sollen Ende 2020 fertig werden, die Labore im Neumann-Flügel dann ein Jahr später.

Sechs Mitarbeiter des Würzburger Büros "Grellmann, Kriebel, Teichmann" arbeiten regelmäßig im Bad Kissinger Büro. Im Schnitt einmal die Woche kommt Partner Christian Teichmann persönlich vorbei. "Das ist ein Stück weit Bauherren-Service", sagt der Architekt, der mit seinem Team bereits die Renovierung des Regentenbaus und den Umbau des Luitpold- bades für den Freistaat betreut hat. Dabei achtet er immer wieder auf Details, etwa die alten Kastenfenster im Kurhausbad: "Wir haben die äußeren Flügel erhalten, die inneren ergänzen wir durch eine Isolier-Verglasung", beschreibt er das Vorgehen. Dadurch liege der Wärmedämmwert auf dem Niveau von modernen Dreifach-Verglasungen und der Lärmschutz sogar darüber. Die künftigen LGL-Mitarbeiter müssten also auf nichts verzichten, im Gegenteil: In den ehemaligen Badekabinen sind Wärmetauscher eingebaut, die die Büros im Winter heizen und im Sommer kühlen.

"Die Raumschale steht"

Im Kurhausbad waren wenig Rohbauarbeiten notwendig, sämtliche alte Decken blieben erhalten, mittlerweile sind die Wände verputzt, Trockenbauwände gestellt und der größte Teil des Estrichs verlegt. "Die Raumschale steht", sagt Architekt Erik Reitter. In den Gängen werden demnächst Teile der historischen Fliesen ergänzt. "Wir haben zum Glück eine Firma gefunden, die die Fliesen nach historischem Vorbild nachbrennt", legt Teichmann auch hier Wert auf Details.

Außen wird aktuell die historische Dachlandschaft mit Schiefer-Eindeckung wieder ergänzt. An der Fassade sei nicht viel zu machen: Die Sandstein-Gewände rund um die Fenster sind in gutem Zustand, die Putzflächen werden neu gestrichen.

"Die Rohbau-Arbeiten sind ziemlich fertig, nur der Aufzugsschacht muss noch betoniert werden", fasst Architekt Christian Teichmann den Umbau des künftigen Labor-Gebäudes zusammen. Die beiden Flügel des L-förmigen Gebäudes wurden jeweils in zwei Bauabschnitten komplett entkernt und von innen heraus neu aufgebaut. Zum Einsatz kamen dabei rund 110 Fertig-Sichtbeton-Teile. "Das hat uns rund zwei Monate Zeitpuffer gebracht", fasst Teichmann die Zeitersparnis zusammen.

Das Innenleben aus Beton trägt sich nicht nur selbst, sondern stützt sogar noch die historische Fassade. Auf der obersten Decke befindet sich ein Konstruktion aus Stahlträgern, auf die dann die Dachsparren aus Holz aufliegen. "Dadurch ist der Dachboden komplett stützenlos", sagt Teichmann. Das sei deshalb wichtig, weil dort jede Menge Technik untergebracht werden müsse, vor allem die Lüftungen, denn: "Wir haben das Gebäude so geplant, dass es unabhängig von der Nutzung ins Kurgebiet passt."

Die Technik sei gerade im Labortrakt auch ein großer Kostenfaktor: Rund sieben Millionen Euro seien dafür eingeplant, alleine zwei Millionen Euro für die Lüftung. Zudem würden jedes Gerät und der gesamte Dachstuhl schallgedämmt. "Da wummert später nichts vor sich hin", verspricht Teichmann, schließlich wolle der Freistaat das Grundstück nebenan als Hotel-Standort verkaufen. Für die Zu- und Abluft werden unscheinbare Gauben nach historischem Vorbild verwendet.

Für den Herbst sind im Innenwinkel des Neumann-Flügels Bodenuntersuchungen vorgesehen, damit dann im neuen Jahr der Bau des Technik-Kellers beginnen könne.

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