Bad Kissingen
Integration

Gutes Miteinander

Im Stadtsaal wurde die 10. Interkulturelle Woche mit einem bunten Programm und vielen Mitwirkenden eröffnet.
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Der OBA-Chor der Lebenshilfe sang bei der Feier im Stadtsaal.  Fotos: Klaus Werner
Der OBA-Chor der Lebenshilfe sang bei der Feier im Stadtsaal. Fotos: Klaus Werner
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Ein Doppeljubiläum, das die kulturelle Vielfalt Bad Kissingens zeigte, feierte der Integrationsbeirat der Stadt mit der Eröffnungsveranstaltung zur Interkulturellen Woche. Seit zehn Jahren gibt es den Integrationsbeirat als Interessenvertretung der Migranten, und seit zehn Jahren wird die Interkulturelle Woche organisiert.

Dieses Doppeljubiläum sei ein Grund zum Feiern, meinte nicht nur Ana Maria Benevides Werner als Vorsitzende des Integrationsbeirates, sondern auch Gäste aus Politik, Kirche, verbundenen Organisationen und vielen Kooperationspartnern - und so traf man sich im liebevoll dekorierten Stadtsaal, der mit über 100 Gästen an seine Grenzen kam. Ein buntes Programm mit Rückblick, Grußworten und künstlerisch-kulturellen Vorträgen hatte der Integrationsbeirat zum 10. Geburtstag organisiert, durch das die stellvertretende Vorsitzende Anna Magut führte.

So präsentierten Ricarda Schlag auf der Violine Titel wie "Memory" aus dem Musical Cats, Svetlana Movsisyan das Violinen-Stück "Crystallize" von Lindsey Stirling und der Folklorechor Nüdlingen unter anderem das russische Volkslied "Kalinka". Begeisterten Beifall gab es für den OBA-Chor der Lebenshilfe und ihrem "Bad Kissinger Lied", das frei nach der Melodie von "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" (Augsburger Puppenkiste) die schönen Seiten Bad Kissingens beschreibt. Der Applaus zeigte die hohe Trefferquote des Textes, und Oberbürgermeister Kay Blankenburg erwog sogar, das Lied als neue Hymne der Stadt zu etablieren. In seinem Grußwort lobte er die Aktivitäten und die Protagonisten: "Es macht Spaß, mit euch zusammenzuarbeiten." Er überreichte sogar eine Geburtstagstorte.

Wesentlicher Teil einer Geburtstagsfeier ist immer die Laudatio auf den Jubilar. So ließ es sich Ana Maria Benevides Werner nicht nehmen, auf die Geschichte des Integrationsbeirates einzugehen. Sie blickte zurück auf den 10. Juli 2009, als zwölf stimmberechtigte Personen als Vertreter der Migranten der Stadt für eine fünfjährige Amtszeit gewählt worden sind - neun Spätaussiedler/-innen und drei Ausländer/-innen. Zusätzlich gab es vier nicht stimmberechtigte Mitglieder, unter anderem der Bad Kissinger Oberbürgermeister. Sprecherin wurde Laura Schmidt, der jedoch sehr bald Ana Maria Benevides Werner folgte. Mit einer Satzungsänderung ging es in die zweite Amtszeit, und deshalb "durften elf Migranten aus aller Herren Länder" in den Beirat gewählt werden. Von Anfang an gehört nicht nur die aktuelle Vorsitzende dem Integrationsbeirat an, sondern auch Tatjana Baranov. Ihr dankte Ana Maria Benevides Werner ebenso herzlich für die treue Begleitung in diesen Jahren wie auch Anna Magut, Karin Reitelbach von der Stadt Bad Kissingen und Karin Reinshagen als Integrationsbeauftragte des Stadtrates: "Durch die vielen gemeinsamen Arbeitsstunden sind wir zusammengewachsen!"

Harmonische Zusammenarbeit, vielfältige Unterstützung und professionelle Begleitung waren die Stichworte, mit denen sich die Vorsitzende bei allen bedankte. Sichtbar wurde der Dank im Anschluss an den offiziellen Teil mit internationalen Spezialitäten an einem Buffet.

"Zusammen leben - Zusammen wachsen" - so lautet das bundesweite Motto der Interkulturellen Woche 2019. Gerade in Bad Kissingen, so Ana Maria Benevides Werner, sei dies immer ein Bestreben des Integrationsbeirates gewesen. Als Ansprechpartner für alle Migranten in der Stadt Bad Kissingen strebe man die Beteiligung der ausländischen Mitbürger am gesellschaftlichen und politischen Leben an. Außerdem möchte man ein gutes Miteinander von Migranten und Einheimischen fördern - "und dieses Ziel ist seit fünf Jahren immer wichtiger geworden". Dieses Bestreben zeige sich erneut in den 22 Aktivitäten, die im Rahmen der Interkulturellen Woche "alle Sinne ansprechen". Bis Sonntag, 22. September, gibt es dank vieler Kooperationspartner Lesungen, Erlebnistouren, Malkurse, Workshops und den Weltkindertag. Anna Magut wies bei der Vorstellung des Programms auf die Friedensaktion zum "Internationalen Tag des Friedens" am 21. September in der Erlöserkirche hin. Dass man nicht nur auf lokaler Ebene die Integration bewerkstelligen kann, sondern auch Hilfe und Unterstützung in die Herkunftsländer tragen kann, bewiesen Anne Hilpert und Matthias Vollmuth bei der Vorstellung des Projekts "Liebe im Karton". In den letzten Jahren wurden bundesweit mehrere tausend Pakete sowie Sach- und Geldspenden von Privatpersonen zur Verfügung gestellt, die im In- und Ausland an Familien mit Migrationshintergrund verteilt wurden. Auch 2019 soll diese Aktion der Würzburger Organisatoren wieder stattfinden und in die "Geschenkbox" soll alles hinein, "was Kinderaugen zum Leuchten bringt", so Hilpert und Vollmuth.

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