Burkardroth
Gemeinderat

Grünes Licht für Dorfladen

70 Premicher verfolgten gespannt die Diskussion über das Projekt im Gemeinderat. Die Gesamtkosten des Projekts wurden mit rund 730 000 Euro beziffert.
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Zirka 70 Premicher verfolgten die Diskussion um ihren Dorfladen.  Foto: Gabriele Sel
Zirka 70 Premicher verfolgten die Diskussion um ihren Dorfladen. Foto: Gabriele Sel

Nach fünf langen Jahren, die auch zermürben können, haben die Premicher jetzt endlich grünes Licht für ihren Dorfladen. Man konnte nach der Abstimmung regelrecht die Steine von den Herzen der etwa 70 Premicher fallen hören, die der ausgiebigen Diskussion angespannt folgten. Trotz anfänglicher Instruktionen Bürgermeister Waldemar Bugs gab es Beifall für das Abstimmungsergebnis 1:16.

Abgelehnt wurden zunächst die beiden zur Abstimmung stehenden Anträge: Die Gemeinde erwirbt Grundstück und Gebäude der ehemaligen Raiffeisenbank und ist Bauherr des multifunktionalen Dorfladens.

Abgelehnt wurde ebenfalls der Antrag des Lauterer Gemeinderats Egon Gessner. Er wünschte einen generellen gemeindeübergreifenden Grundsatzbeschluss vor dem Beschluss des konkreten Falles in Premich. Nämlich sollte ein anderer Ort ebenfalls einen Dorfladen errichten wollen, stünde ihm dieselbe finanzielle Unterstützung des Marktes Burkardroth wie in Premich zu.

Fördersituation verbessert

Gemeinderat Markus Alles stellte den Antrag, den Bau des Dorfladens entsprechend der Förderung bei Investitionen der örtlichen Vereine mit zehn Prozent, etwa 70 000 Euro, zu unterstützen und die Beraterkosten zu übernehmen. "So haben wir viel gemacht und können das nach außen verantworten".

Die Fördersituation für Projekte wie den Bau eines multifunktionalen Dorfladens wie in Premich hat sich zwischenzeitlich deutlich verbessert, so das Ergebnis des jüngsten Gespräches mit dem Amt für ländliche Entwicklung (ALE) im März. Die Gesamtkosten des Projekts wurden mit rund 730 000 Euro beziffert. Beratungs- und Architektenkosten sind inklusive.

Mit 8:8 Stimmen abgelehnt wurden die Forderungen des Büros für Planung und Bauleitung Jürgen Schuhmann, Burkardroth. Er hatte für seine Leistungen für den Dorfladen Premich ein Honorar in Höhe von knapp 19 000 Euro geltend gemacht. Diese hohen Kosten will die Gemeinde nicht bezahlen, zumal kein schriftlicher Auftrag vorhanden ist und auch die Projektgruppe keinen Auftrag erteilt hat. Mit dem Kompromissvorschlag des Bürgermeisters, sich auf 10 000 Euro zu einigen, waren Schuhmann und ehemaliger Partner nicht einverstanden. Es wurden 15 000 Euro gefordert.

Zum Erhalt der Kissinger Hütte will auch die Marktgemeinde Burkardroth beitragen. Das Gebäude muss generalsaniert werden. Die Kosten dafür wurden vom Rhönklub-Zweigverein mit 500 000 Euro bis zwei Millionen Euro angegeben. Diese vage Angabe im Zuschussantrag wurde von einigen Räten kritisiert. Angebracht hielt das Gremium letztendlich die Summe von 10 000 Euro. Vier Räte stimmten dagegen.

Die Bauvoranfrage zur Errichtung eines Einfamilienhauses im Gewerbegebiet in Stangenroth beschied das Gremium mit einer Gegenstimme "negativ". Erst im März war der Bebauungsplan Nordöstlich der Ortschaft dahingehend geändert worden, dass die gemeindliche städtebauliche Planung "Gewerbegebiet" sichergestellt ist und Gewerbegebiete als solche uneingeschränkt genutzt werden können. Das Grundstück sei, gegebenenfalls zusammen mit dem Nachbargrundstück, die letzte gewerbliche Option für Stangenroth.

Gerade in Stangenroth gebe es genügend adäquate Alternativen, sowohl im neuen Baugebiet als auch im Innenbereich, hieß es zur Begründung.

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