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Bad Kissingen
Bürgerbeteiligung

Grübeln für die gute Stube

In einer Infoveranstaltung stellte Planer Marcel Adam Fragen zur Gestaltung der Fußgängerzone. In einer Woche sollen die Bürger antworten.
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Nicht nur der Schnee lädt nicht zum Verweilen ein: Vor dem Landratsamt ist es durch eine planlos anmutende Möblierung der Freifläche im Laufe der Jahre ungemütlich geworden. Foto: Thomas Ahnert
Nicht nur der Schnee lädt nicht zum Verweilen ein: Vor dem Landratsamt ist es durch eine planlos anmutende Möblierung der Freifläche im Laufe der Jahre ungemütlich geworden. Foto: Thomas Ahnert
Den Kissingern fällt das nicht mehr auf. Sie heben sich daran gewöhnt, weil sie es täglich sehen. Aber wenn Marcel Adam von der Münchner Straße her die Fußgängerzone betritt, dann fällt ihm vor dem Landratsamt sofort das städtische Freiluftmobiliar auf, das sich wie Treibgut in den letzten 40 Jahren in dieser Ecke angesammelt hat: fünf Lampenmasten auf wenigen Quadratmetern, kollektive Fahrradständer, ein Papierkorb mit Aschenbecher, eine nicht sehr spannende Bank und jede M;enge Blumenkübel aus Waschbeton, die mit ihren angefressenen Schneehauben noch trostloser aussehen als im Sommer.

Marcel Adam muss so etwas auffallen. Der gebürtige Hannoveraner und Wahl-Potsdamer ist Landschaftsarchitekt und für die Zukunft Bad Kissingens nicht unerheblich: Er ist der federführende Gestalter der neuen Fußgängerzone.
Und so war es ihm auch ein Anliegen, die Kissinger darauf hinzuweisen und zu bitten, dass derartige Überfrachtungen bei der neuen Fußgängerzone tunlichst vermieden werden sollten: "Planung hat auch mit Disziplin zu tun."

Die Stadt hatte Adam eingeladen, damit er Auskunft über den Planungsstand gibt, vor allem aber, dass er den Bürgern Hausaufgaben aufgibt. "Wir wollen nicht, dass sich Stadtrat und Verwaltung etwas ausdenken, sondern es soll die Fußgängerzone der Bürger werden. Wir wollen wissen, was Sie wollen", betonte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) zur Begrüßung.

Natürlich ist Adam mit seiner Planung längst nicht mehr am Anfang. Schließlich hatte der Stadtrat bereits im Februar 2012 seinen Wettbewerbsbeitrag (Platz 2) angekauft und ihm damit den Auftrag erteilt. Trotzdem müssen die wichtigen Fragen noch entscheiden werden, vor allem, welcher Belag verwendet werden soll: Naturstein wie Granit oder Beton. Adam: "Der Lichtplaner hat mich gebeten, möglichst helles Material zu verwenden." Der wird in der nächsten Zeit ein Konzept vorlegen, wie die Fußgängerzone künftig beleuchtet werden soll, ob auf Mastleuchten verzichtet werden kann.

Wichtig sei es, so Adam, Prioritäten der Flächen zu schaffen, die sich in der Gestaltung des Belags spiegeln sollen. Marktplatz, Obere und Untere Marktstraße sollten die zentrale Achse sein. Deshalb ist zu klären wie die Gassen optisch angeschlossen werden, wie die Ränder an den Häusern gestaltet werden.

Die Kissinger sollen sich Gedanken machen, ob und wie sie Wasser zeigen wollen, welche Rolle das Grün spielen soll. Es geht um Leitsysteme für Seh- und Gehbehinderte, um die Gestaltung des Vorplatzes des Landratsamtes, um eine weitere Toilettenanlage. Adam: "Nutzen Sie die einmalige Gestaltungschance und schauen Sie kritisch in die Fußgängerzone." Denn sie soll auch künftigen Generationen noch gefallen.


Wie es mit der Fußgängerzone weitergeht#
Bürgerworkshop
Am 31. Januar findet um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses ein Bürgerworkshop statt.

Bauausschuss Am 19. Februar berät der Bauausschuss die ersten Eckwertbeschlüsse, die danach vom Stadtrat als für die Gestaltung verbindlich verabschiedet werden. Hauptthema ist dabei der Bodenbelag.

Entwurfsplanung Die Stadtratsbeschlüsse bieten die Basis für die Fertigstellung der Entwurfsplanung durch das Büro Adam bis zum Herbst.

Bürgerinfo Im Zuge dieser Entwurfsplanung findet im Sommer noch einmal eine Bürgerinformation und -beteiligung statt.

Förderung Die fertiggestellte Entwurfsplanung ist die Basis, auf die die Stadt Förderanträge bei den staatlichen Stellen einreichen kann.
Ausführung Die Förderzusagen wiederum beeinflussen die Ausführungsplanung durch die Firma Battenberg & Koch, die im günstigsten Fall noch in diesem Jahr fertig wird.

Baubeginn Wenn die ersten Ausschreibungsverfahren erfolgreich abgeschlossen und die Arbeiten vom Stadtrat sind, kann im Frühjahr 2014 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Sie werden zwei bis drei Jahre dauern.

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