Nüdlingen
Bilanz

Gleiche Zähler, neue Abrechnung

Die Gemeindewerke Nüdlingen sind mit ihrem Jahresabschluss 2010 zufrieden. Gebühren werden künftig monatlich erhoben.
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Werner Zink (links) von den Gemeindewerken Nüdlingen hat neue Zähler eingebaut und nimmt mit dem Unternehmer Burkard Schramm eine der vielen Photovoltaikanlagen in Betrieb, die es in Nüdlingen gibt - und die dem E-Werk viel Arbeit bescheren. Foto: Angelika Luga-Braun
Werner Zink (links) von den Gemeindewerken Nüdlingen hat neue Zähler eingebaut und nimmt mit dem Unternehmer Burkard Schramm eine der vielen Photovoltaikanlagen in Betrieb, die es in Nüdlingen gibt - und die dem E-Werk viel Arbeit bescheren. Foto: Angelika Luga-Braun
Manch einen wird es freuen, manchen wundern: Zum März dieses Jahres werden die Verbrauchsabschläge für Strom und Wasser in Nüdlingen vom Zweimonatsrythmus umgestellt und künftig monatliche Abschläge erhoben. Das hat der Gemeinderat beschlossen.

"Die Kunden wollen es so", wusste Kämmerer Stefan Funk zu berichten und auch davon, "dass Kunden auch schon abgewandert sind, weil keine monatlichen Abschläge möglich waren." Die Gemeinde will jetzt zehn Jahresabschläge jeweils von März bis Dezember erheben. "Das hätte auch den Vorteil, dass man schneller weiß, wann Zahlungen ausstehen", begründete Funk. Und Bürgermeister Günter Kiesel ergänzte, manche bräuchten das, weil sie ihr Geld nicht einteilen können und gab sich gewiss: "Die Ausfälle werden sich minimieren."

Kundenwunsch bedienen

Zudem sei es Kundenwunsch, und
alle anderen E-Werke machten es auch so. Das sei eine sinnvolle Sache zumal "wir jetzt auch mit der EDV so weit sind, dass man's schultern kann."

Und so waren in den vergangenen Wochen die Mitarbeiter der Gemeinde zum Ablesen des Strom- und Wasserverbrauchs heuer erstmals mit PDAs unterwegs. Das steht für "Personal Digital Assistant", zu Deutsch "persönlicher digitaler Assistent." Diesen kleinen, kompakten, tragbaren Computer nutzen sie - in diesem Fall - zur mobilen Datenerfassung, lesen damit die Verbräuche direkt an den Zählern der Kunden ein. Das war bislang auch deswegen mühselig, weil am Ort viele unterschiedliche Zähler für Haupt- und Nebenstromzeiten nutzen. Viele haben zudem in Nüdlingen eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, deren Strom sie teils selbst nutzen, teils aber ins öffentliche Netz einspeisen. Das hatte das Ablesen und Übertragen der Daten schwierig gemacht.

Kompliziert war es bislang auch für die Gemeindewerke, deren Jahresabschluss für 2010 Kämmerer Funk den Gemeinderäten ebenfalls vorstellte. Der weist einen Überschuss von 390.000 Euro aus, ohne das Geld für die Photovoltaikanlagen. Denn die 217.000 Euro dafür sind quasi nur ein durchlaufender Posten in der Bilanz.
Sie stammen vom Bund und werden an die Anlagenbesitzer weitergereicht. In der Erfolgsübersicht 2010, also der Gewinn- und Verlustrechnung, ergaben sich laut Funk 364.000 Euro Überschuss beim Strom, "ein erfreuliches Ergebnis."

Wassergebühren prüfen

Durch die Ansprüche von Photovoltaikanlagenbetreibern sind allerdings noch Nachzahlungen von 122.000 Euro zu tätigen. Bürgermeister Günter Kiesel ergänzte, dass die 390.000 Euro als Gewinn in die Bilanz eingestellt werden müssten. Denn eine Gemeinde mit eigenem E-Werk bekomme den Gewinn von diesem sofort abgeführt, müsse aber bei einem Defizit auch sofort ausgleichen. Rechne man die Photovoltaik raus, ergebe sich beim Strom ein Plus von 195.000 Euro, beim Wasser ein Minus von 95.000 Euro und somit insgesamt ein Plus für die Gemeindewerke. Trotzdem sagte Stefan Funk auf Nachfrage unserer Zeitung, dass man sicher im Jahr 2014 die Wassergebühren werde überprüfen müssen.

Alles in allem gab Funk sich gegenüber unserer Zeitung gewiss, dass alle Gemeinderäte auch in Zukunft hinter dem gemeindeeigenen E- und Wasserwerk stehen. Und dass es die Einwohner auch tun.

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