Bad Kissingen
Bildung

Glasfaser für die Schulen im Landkreis Bad Kissingen

Der Kreis investiert in den Ausbau des schnellen Internets. In Hammelburg klappt das früher, alle anderen Schulen müssen auf die Telekom warten.
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In Sichtweite des Frobenius-Gymnasiums (im Hintergrund) ziehen Mitarbeiter der Hammelburger Stadtwerke Glasfaser-Leitungen ein. Die Schulen können die Gigabit-Anschlüsse bereits nutzen. Foto: Ralf Ruppert
In Sichtweite des Frobenius-Gymnasiums (im Hintergrund) ziehen Mitarbeiter der Hammelburger Stadtwerke Glasfaser-Leitungen ein. Die Schulen können die Gigabit-Anschlüsse bereits nutzen. Foto: Ralf Ruppert
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Die Hammelburger Stadtwerke-Tochter "Hab-Net" hat gleich los gelegt: "Die Schulen sind uns natürlich wichtig, da wollen wir schnell reagieren", betont der technische Betriebsleiter Stephan Dausacker. Innerhalb von sechs Wochen nach dem Auftrag aus dem Landratsamt schickte er seine Mitarbeiter los. Der Auftrag sei vorgezogen worden, in der Adolf-Kolping-Straße wurden neue Glasfaser-Kabel in die Leerrohre eingezogen. Vorgesehen seien Anschlüsse mit einem Gigabit pro Sekunde als Übertragungsrate. "Wir könnten auch mehr anbieten", betont Dausacker jedoch, dass im Schulzentrum sogar noch Luft nach oben ist.

"In Hammelburg ging's überraschend schnell", berichtete auch Jürgen Bischoff im Kulturausschuss. Bischoff ist für die Informationstechnologie (IT) im Landratsamt zuständig. "Die Telekom hat Wartezeiten von mindestens 60 Wochen angekündigt", zieht er einen Vergleich. Und das sei noch gut, von Kollegen habe er gehört, dass bei aktuellen Neuaufträgen sogar von zwei Jahren Wartezeit die Rede sei. Die IT-Abteilung versuche deshalb an allen anderen Schulen im Landkreis, "das Maximale aus dem bestehenden Netz herauszuholen".

BBZ als "grüne Wiese"

Besonders spannend sei der Anschluss des Berufsbildungszentrums (BBZ) Münnerstadt: "Für die IT ist das BBZ praktisch noch eine grüne Wiese", umschreibt Jürgen Bischoff die Ausgangslage: Zwar wird seit Jahren an der Schule gebaut, und im Herbst soll dort das neue Schuljahr starten, aber was die Erschließung mit Datenleitungen betreffe, gebe es dort noch gar nichts. Immer wieder dränge er darauf, dass der Neu-Anschluss des Grundstückes auch wirklich bis zur Eröffnung des neuen BBZ klappe.

Viel Nachholbedarf

Bischoff erinnerte im Kulturausschuss auch daran, dass die Schulen bei der Digitalisierung viel Nachholbedarf haben: "Bis vor wenigen Jahren war die WLAN-Nutzung noch komplett untersagt." Nun wurden an den vier Gymnasien, drei Realschulen und weiteren vier Schulen, bei denen der Kreis für den Sachaufwand zuständig ist, zwischen Mitte 2018 und Mitte 2019 alleine 197 WLAN-Zugänge und 33 Switches installiert. Fünf Schulstandorte erhielten neue Server, die Firewall-Infrastruktur wurde modernisiert und ein System zur Software-Verteilung eingeführt.

Das Landratsamt schöpft dafür aktuell drei Förderprogramme aus: "Wir sind im Moment dabei, die bayerischen Mittel zu verbauen", sagte Bischoff. Konkret wurden das "Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer", das "Budget für integrierte Fachunterrichtsräume an berufsqualifizierenden Schulen" und das Programm "Digitale Bildungsinfrastruktur an bayerischen Schulen" angezapft. Aktuell bereitet sich das Landratsamt auf das Förderprogramm "Digital-Pakt Schule" des Bundes vor. Dabei ist Bischoff eine einheitliche Lösung wichtig: "Das Konzept muss auch zum Landratsamt passen", fasst er den Ansatz der IT zusammen. Er versuche zwar, auf Wünsche der Lehrer einzugehen, aber es könne auch keinen Wildwuchs geben: "Wir können nicht überall individuelle Lösungen schaffen, es muss für uns handhabbar bleiben."

Tablets, Beamer und digitale Tafel

Ende November wurden für die ersten drei Schulen auch jede Menge Endgeräte ausgeliefert: Die Gymnasien in Münnerstadt und Bad Brückenau sowie die Realschule Bad Brückenau erhielten zum Beispiel insgesamt 79 neue Tablets, 17 Beamer und eine digitale Tafel. "Wir wollen im kommenden Jahr alle Schulen versorgt haben", gab Bischoff als Ziel aus.

Die Kostenschätzung für die aktuelle Anschaffung beläuft sich auf 83 000 Euro. Die Kosten für die Glasfaser-Anschlüsse wurden in der Sitzung nicht beziffert, aber: "Sie sind überschaubar, weil sich alle Schulen ja in größeren Orten mit guter Infrastruktur befinden", berichtete Landrat Thomas Bold (CSU). Bereits im Frühjahr wurde der Antrag gestellt, dass der Anschluss der Schulen mit bis zu 450 000 Euro bezuschusst wird.

Strahlenbelastung minimieren

Auf Nachfrage von Kreisrätin Ursula Müller-Ahammer (SPD) ging Bischoff auch auf das Thema Strahlenbelastung ein: "Die Verkabelung hat immer Vorrang", nannte Bischoff als einen grundsatz. Es würden also möglichst weit in die Gänge und Klassenzimmer Kabel eingezogen und dann meistens nur WLAN-Zugänge in den einzelnen Räumen aufgehängt. Deshalb sei die Strahlenbelastung durch WLAN deutlich geringer als beim mobilen Netz der Handys. Zudem könne jeder WLAN-Zugang auch jederzeit abgeschaltet werden. "Wir haben uns umfassende Gedanken gemacht", versicherte Bischoff.

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