Bad Kissingen
Gesundheit

Gesundheit soll sexy sein

Es soll ein neues Aushängeschild für die bayerischen Kurorte sein. Die Marke "Gesundes Bayern". Und was ist daran neu? "Gesundes Bayern" hat ein Ziel: Den Gesundheitstourismus ankurbeln. "Da steckt Potenzial drin", sagt Thomas Jahn vom Bayerischen Heilbäderverband (BHV).
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Gesundheitsurlaub: Eine Woche lang hat sich Marion Kohmann (links) aus Dülmen in der Malteser-Klinik von Weckbecker in Bad Brückenau entspannt. Marlies Schneider (rechts), Leiterin der Kneippschen Badeabteilung, betreute sie bei den Armbädern. Foto: Ralf Ruppert
Gesundheitsurlaub: Eine Woche lang hat sich Marion Kohmann (links) aus Dülmen in der Malteser-Klinik von Weckbecker in Bad Brückenau entspannt. Marlies Schneider (rechts), Leiterin der Kneippschen Badeabteilung, betreute sie bei den Armbädern. Foto: Ralf Ruppert
Um dieses Potenzial für die Kurorte zu entwickeln, ist der BHV-Marketing-Chef gestern nach Bad Kissingen gekommen. Der Anlass: Bei einer Regionalkonferenz wurde das Konzept der Marke "Gesundes Bayern" vorgestellt und mit Kommunalpolitikern, allen voran Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), und Vertretern aus dem gesamten Bäderland Bayerische Rhön, mit Ärzten, Gesundheitsdienstleistern und Klinikvertretern etc. diskutiert.


Die Ausgangssituation

Fakt ist, dass Gesundheit an sich als höchstes Gut von den Menschen angesehen wird. "Ein Gut, das man erhalten will", so Thomas Jahn. Aus diesem Wunsch heraus entsteht das Bedürfnis, etwas dafür zu tun, sprich die Gesundheit zu erhalten. Die bayerischen Heilbäder wollen dafür ihre Kompetenz ins Spiel bringen. Sie wollen dafür Angebote schnüren, die den Gesunden ansprechen, um seine Gesundheit zu erhalten, und sie wollen den vielleicht schon kranken Menschen ansprechen, wie er wieder zu seiner Gesundheit finden kann.
Tatsache ist: 22 Prozent aller deutschen Gesundheitstouristen kommen nach Bayern, stellt Monica Tetzner (Bayern Tourismus) fest. Mit dem neuen Konzept können es noch mehr werden. "Es geht darum", so Thomas Jahn, "'Gesundes Bayern' als Marketingplattform jetzt mit Leben zu füllen". Beispiele, wie das funktionieren kann, gibt es aus bayerischen Heilbädern. So hat man sich in Bad Hindelang dem Generalthema "Allergie" gewidmet und dafür speziell entwickelte Angebote auf diesen Bereich abgestellt. Die Gemeinde Scheidegg präsentiert sich als glutenfreier Ort und ist darauf mit Angeboten ausgerichtet.


Option für Bad Kissingen

Was wäre für Bad Kissingen möglich? "Bei uns könnten das die ortsgebundenen Heilmittel sein", meint Bad Kissingens Kurdirektor Frank Oette, und bringt die hier vorhandenen Heilwässer ins Spiel. Eine Möglichkeit. Dafür braucht es die Leistungsträger (Kliniken, Ärzte, Dienstleister), die das Konzept mit entsprechenden Angeboten füllen. Darum ging es in der Aussprache am Dienstagabend im "Weißen Saal" des Regentenbaues. "Wir setzten auf Kooperation", gibt Oette ein Ziel vor.


Politik ins Boot holen

Natürlich auch im Zusammenspiel mit der Politik, und die Stadt soll sich daran auch beteiligen, hofft Thomas Jahn. Prinzipiell wird sie das auch tun, erwidert dazu Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg, wenn hinter dem Konzept konkrete Maßnahmen stehen. "Mir gefällt das Konzept sehr gut", sagt er, vor allem auch deshalb, weil es darin einen "Lotsen" gibt. Der bringt, so ist es vorgesehen, den "Suchenden" an sein Ziel. Das Ganze läuft im besten Falle so ab: Wer für seine Wünsche, Gesundheit zu erhalten, ein Ziel sucht, kann sich dieses nach einem Filter aus einer Datenbank des Bayerischen Heilbäderverbandes aussuchen. Nach dem Ziel kommt der "Lotse" ins Spiel. Ein Anruf bei ihm und er erklärt dem "Suchenden", welche Dienstleister und welche Angebote seinen Wünschen entsprechen können.


Wie attraktiv ist das?

Bislang haben Thomas Jahn, Monica Tetzner und Marcus Eicher dieses Konzept in sechs Regionalkonferenzen den Vertretern der Kurorte zwischen Bad Reichenhall und Bad Brückenau vorgestellt. "Gesundheit muss sexy sein", sagt Kay Blankenburg und meint damit, dass die Vorgehensweise für den Kunden und das Angebot am Ende so attraktiv sein müssen, dass der "Suchende" sich dafür entscheidet. In den Heilbädern, in denen man das Konzept vorstellt hat, sei man optimistisch, hat zumindest der Bayerische Heilbäderverband feststellt: "Wir sind so tief drin, dass wir keine Angst vor der Entscheidung des Kunden haben", sagt Thomas Jahn nach vorne orientiert.


Noch viel Arbeit

Die Ziele sind für den Verband gesteckt: Bis zur Frühjahrsplanung im März nächsten Jahres soll die Produkte und Leistungsträger gefunden sein. Bis dahin gibt es noch viel Arbeit, unter anderem die Kommunikation zu optimieren. Außerdem will man Qualitätskriterien schaffen, denn jedes Angebot soll für den Kunden ein Versprechen beinhalten: "Bei uns bekommst du Qualität."


Hintergrund

Wachstumsperspektiven 22 Prozent aller Gesundheitsreisen führen nach Bayern.

Ziele 85 Prozent aller Gesundheitsreisen nach Bayern führen in Heilbäder und Kurorte.

Werte-Index 2014 Gesundheit ist der wichtigste Wert.

Potenzial 37 Prozent der Deutschen über 64 Jahre haben ein festes Interesse, in den nächsten drei Jahren eine Gesundheitsreise zu unternehmen. 26 Prozent der Befragten (Studie Projekt M) ziehen dies in Erwägung. 32 Prozent wären bereit, sich an den Kosten zu beteiligen.
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