Bad Kissingen

Gesucht wird der beste Gamer

Jugendpfleger Daniel Korn stellt jetzt die Details vor. Bis zu 200 Jugendliche sollen in Zweier-Teams in der Fußballsimulation Fifa 20 unter sich ausmachen, wer der beste Gamer Bad Kissingens ist.
Artikel drucken Artikel einbetten
BLSV-Kreisvorsitzender Martin Wende (von links), Jugendpfleger Daniel Korn und Landrat Thomas Bold freuen sich auf das anstehende E-Sport-Turnier. Benedikt Borst
BLSV-Kreisvorsitzender Martin Wende (von links), Jugendpfleger Daniel Korn und Landrat Thomas Bold freuen sich auf das anstehende E-Sport-Turnier. Benedikt Borst
+1 Bild

Im Oktober hatte der Kreistag in einer knappen Abstimmung den Weg dafür frei gemacht, dass die Jugendarbeit sich dem Thema E-Sport widmet und ein professionelles Turnier auf die Beine stellt. Das Projekt hat inzwischen konkrete Formen angenommen, Jugendpfleger Daniel Korn stellt die Details vor.

Am 15. Februar verwandelt sich das Jack-Steinberger-Gymnasium zur Spielstätte für das erste E-Football-Turnier des Landkreises. Bis zu 200 Jugendliche sollen in Zweier-Teams in der Fußballsimulation Fifa 20 unter sich ausmachen, wer der beste Gamer Bad Kissingens ist. Dem Sieger winken als Preis Eintrittskarten für ein Bundesligaspiel.

Dazu Infos und Diskussionsrunde

Bad Kissingen ist laut Korn der erste Landkreis in Bayern, der die Jugendkultur Gaming aufgreift und als neues Arbeitsfeld in der Jugendarbeit etabliert. Gründe dafür gibt es einige: "Gaming ist ein Bereich, der bei Kindern und Jugendlichen sehr weit verbreitet ist", sagt er. Nahezu jeder habe schon einmal am PC oder an der Konsole gespielt. Die gesellschaftliche Bedeutung ist hoch. Längst bauen große Fußballclubs eigene E-Sport-Abteilungen auf, und es gibt Profis, die damit ihr Geld verdienen und deren Spiele im Fernsehen übertragen werden.

Aus Sicht der Jugendarbeit birgt das Gaming aber auch Risiken, gerade für die Jugendlichen, die überwiegend alleine zuhause spielen. Da geht es um Suchtgefahr, die Gefahr viel Geld in den Spielen auszugeben, um besser abzuschneiden (pay to win) und natürlich auch um Cybermobbing. Das E-Football-Turnier des Landkreises kommt daher nicht als reine Gamingveranstaltung daher. "Es wird Infoveranstaltungen und eine Podiumsdiskussion geben. Das sehen wir als das Herzstück an", erklärt er. Jugendliche, Eltern sowie Betreuer von Vereinen und Jugendeinrichtungen sollen aufgeklärt werden und Tipps bekommen, wie sie E-Sport selbst anbieten und begleiten können.

Nachwuchsarbeit für Vereine

Landrat Thomas Bold (CSU) geht es auch darum, die Sportvereine dabei zu unterstützen, das Thema E-Sport aufzugreifen. Über das Gaming biete sich Vereinen die Chance, Jugendliche zu erreichen, zu denen sie sonst keinen Kontakt bekämen. "Wir wissen, wie schwer sich Vereine tun, Jugendliche im Nachwuchsbereich zu binden", meint er. Und: "Wir sehen da Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Vereine."

Die Vereinsseite ist bei dem Turnier ebenfalls mit im Boot. In erster Linie über den Bayerischen Fußballverband (BFV), der als Mitveranstalter auftritt und die Technik, Fachwissen sowie Fachleute stellt - unter anderem einen Influencer, also eine Onlineberühmtheit aus dem Gaming-Bereich.

Im Vorfeld hat sich auch der Kreisverband des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) für das Turnier stark gemacht. Allerdings auch erst nach erheblichen Diskussionen, berichtet Vorsitzender Martin Wende aus Hammelburg.

Schließlich habe sich aber die Überzeugung durchgesetzt, dass sich Sportvereine nicht gegen die Entwicklung sperren sollten. Zu Recht: "Als man das Angebot dann an die Vereine herangetragen hat, habe ich die Bereitschaft gespürt, sich darauf einzulassen", erzählt er. Was verständlich ist angesichts sinkender Mitgliederzahlen und freier Vorstandsposten.

Pädagogischer Ansatz überzeugt

Der Schulleiter des Jack-Steinberger-Gymnasiums, Markus Arneth, war zunächst skeptisch. "Was mich aber überzeugt hat, ist der pädagogische Aspekt der Veranstaltung. Außerdem darf sich eine Schule der Jugendkultur nicht verschließen und muss Trends in gewissem Rahmen aufgreifen", erklärt er.

Patrick Bindrum, Bauunternehmer und CSU-Kreisrat, unterstützt das Turnier als Sponsor. Den Wandel in der Gesellschaft dürfe man nicht einfach ignorieren. "Entweder man macht mit, oder steht im Abseits", findet er.

E-Football-Turnier des Landkreises Bad Kissingen

Termin Das E-Football-Turnier findet statt am Samstag, 15. Februar, von 9 bis circa 18 Uhr. Austragungsort ist das Jack-Steinberger-Gymnasium in Bad Kissingen. Gespielt wird das aktuelle "Fifa 20". Ergänzend sind Infoveranstaltungen und eine Podiumsdiskussion geplant.

Teilnehmer Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren, die im Landkreis Bad Kissingen wohnen, können sich ab sofort anmelden. Gespielt wird im Modus Zwei gegen Zwei, die Anmeldung ist daher auch nur als Zweier-Team möglich.

Die Eltern müssen schriftlich zustimmen. Anmeldungen unter: www.landkreis-badkissingen.de/10101.

Kosten Die Kosten belaufen sich auf rund 40 000 Euro. Davon trägt der Landkreis 20 000 Euro, den Rest finanzieren Sponsoren. lbo

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren