Was macht ein Dixie-Klo am Waldrand? Es steht dort goldrichtig. Wenn zu einer Feier an der Münnerstädter Schlegelwarte mehr als 15 Personen kommen, dann ist eine chemische Toilette ein Muss. Das wollte Bürgermeister Helmut Blank (CSU) unbedingt im Vertrag haben. Die Feierwütigen sollten aber auch nicht gar zu laut feiern - sonst gibt es Besuche von der Polizei. Dies ist in jüngster Zeit mehrfach geschehen - zuletzt am Donnerstag. Trotzdem: Der Platz an der Schlegelwarte erfreut sich großer Beliebtheit vor allem bei den Jugendliche. Und sie sollen dort auch feiern können. Wenn sie sich an die Vorgaben halten.
"In den Sommermonaten bekomme ich pro Wochenende drei bis vier Anfragen", sagt Armin Hillenbrand von der Münnerstädter Stadtverwaltung. Seit die Mitglieder des Rhönklub-Zweigvereins Münnerstadt das ständige Aufräumen an der Schlegelwarte satt hatten, hat die Kommune das Ganze komplett übernommen. Die Mitarbeiter des Bauhofs kümmern sich darum und vor allem die Nutzer selbst. Denn wer nicht aufräumt, bekommt sein Geld nicht zurück. Denn das Hinterlegen einer Kaution in Höhe von 200 Euro ist Bestandteil der Haftungsübernahmeerklärung und Nutzungsvereinbarung, die jeder Organisator einer Feier unterschreiben muss. Die Nutzung selbst kostet 25 Euro. Und da ist auch noch das Klo, dass ab 15 Personen gestellt werden muss. Das kann ziemlich teuer sein, ist aber auch schon für 100 Euro zu haben, hat der städtische Beamte herausgefunden.

Nur eine Feier am Wochenende


Einige der Anfragen haben sich bereits erledigt, wenn die potenziellen Organisatoren einer Feier diese Auflagen hören. Trotzdem bleiben noch genügend übrig. Armin Hillenbrand versucht aber, nur eine Fete am Wochenende zuzulassen. Sonst wäre es schwer nachzuweisen, wer beispielsweise Müll zurückgelassen hat. Denn kontrolliert wird immer. Vor und nach jeder Feier stattet Armin Hillenbrand der Schlegelwarte einen Besuch ab. In der Regel räumen die meist jungen Leute nach einer Feier auch ordentlich auf. Ein paar Scherben liegen immer einmal herum, aber im Großen und Ganzen ist das Areal in einem ordentlichen Zustand. Die Organisatoren einer Feier verpflichten sich übrigens auch, auf den Jugendschutz zu achten. Wie beliebt die Schlegelwarte ist zeigt sich unter anderem daran, dass derzeit dort fast täglich Feiern von Abschlussklassen stattfinden - auch aus dem benachbarten Landkreis Rhön-Grabfeld. Armin Hillenbrand hat aber beispielsweise auch das Areal für die kompletten Pfingstferien 2013 an eine Gruppe von Globetrottern vermietet.

Manchmal etwas zu laut


Wenn gefeiert wird, geht es natürlich nicht immer ganz leise zu. Auch Bürgermeister Helmut Blank, der an der Zent wohnt, kann davon ein Lied singen. Zu laut darf es aber nicht werden. Dass in jüngster Zeit mehrfach die Polizei anrücken musste, weil es Beschwerden über Lärmbelästigung gab, bestätigt der Leiter der Polizeiinspektion Bad Kissingen, Stefan Haschke. Beschwerden seien auch aus Strahlungen gekommen, sagt der Erste Polizeihauptkommissar. Deshalb waren teilweise Kollegen aus Bad Neustadt vor Ort. Eine Erlaubnis zum Feiern bedeute nicht, dass die Ruhe der Allgemeinheit gestört werden darf. Und wenn sich Bürger beschweren, dann rückt die Polizei eben an. Zwar müssen die Organisatoren im Vertrag mit der Stadt unterschreiben, dass Musik auf Zimmerlautstärke zu stellen ist, aber daran halten sich offensichtlich nicht alle. Wenn die Polizei schon einmal da ist, wird natürlich auch auf den Jugendschutz geschaut. "Dabei muss man unterscheiden, ob es sich um eine öffentliche Veranstaltung oder eine private Feier handelt", sagt Stefan Haschke. Bei privaten Feiern sieht der Gesetzgeber das Ganze nicht so streng. Und zeigen sich die Feierer einsichtig und schrauben die Lautstärke herunter, können sie in der Regel auch auch weiter feiern.
Im Polizeibericht vom Donnerstag ist wieder einmal ein solcher Fall zu lesen: "Die Feier einer Abschlussklasse der Bad Neustädter Realschule, die sich in der Nacht zum an der Schlegelwarte niedergelassen hatten, fiel in der Nacht zum Freitag wohl etwas zu laut aus. Nachdem sich Anwohner aus Strahlungen über die Lautstärke der abgespielten Musik beschwerten, wurde eine Polizeistreife zum ,Tatort' Schlegelwarte beordert. Diese konnte dann die Ruhe wieder herstellen."