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Jugendschutz

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Der Umgang mit Computer, Tablet, Handy und Co.stellt nicht nur die Kids, sondern auch Eltern und Familien vor Herausforderungen. Lösbare!
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Neue Technik? Lässt sich doch prima gemeinsam entdecken. Foto: SFIO CRACHO/fotolia.com
Neue Technik? Lässt sich doch prima gemeinsam entdecken. Foto: SFIO CRACHO/fotolia.com
Die Familie sitzt beim Abendessen. Plötzlich brummt ein Handy. Sofort schauen alle nach, ob es sich dabei um ihres handelt. Schließlich wartet die Tochter auf eine Nachricht ihres Liebsten. Der Sohn will wissen, wann er seine Schatztruhe bei "Clash of Clans" öffnen kann, während der Papa auf ein Tor seines Lieblingsfußballclubs hofft. Doch Mamas Handy hat gesummt. Eine Freundin hat neueste Urlaubsfotos auf Facebook gepostet.


Regeln aufstellen und erklären

Klingt absurd, doch Szenen wie diese sind Alltag in vielen Familien. Manch einer verteufelt mittlerweile das Smartphone dafür. Früher war das Gerät einfach nur ein mobiles Telefon. Heute ist es ein kleiner Computer mit unglaublichen Möglichkeiten und Kontakten in alle Welt - und eine große Ablenkung. "Doch das Verteufeln bringt nichts", ist Rabea Daniel überzeugt. Die Sozialpädagogin arbeitet im Amt für junge Menschen und Familien des Landkreises Bad Kissingen, kennt deren Sorgen und Nöte - vor allem im Umgang mit den sogenannten Neuen Medien. Da gehören brummende Handys beim Abendessen noch zu den harmlosen Sachen. Sie empfiehlt daher, dass Familien Regeln im Umgang mit dem Smartphone aufstellen. "So könnte beispielsweise vereinbart werden, dass das Handy beim Essen, vorm Schlafengehen oder bei den Hausaufgaben weggelegt wird", sagt sie.


Persönlich wie ein Tagebuch

Genauso wichtig ist, zu wissen, was die Kids mit ihrem Smartphone machen, wie sie damit WhatsApp, YouTube oder Snapchat nutzen. "Am besten ist es, offen mit den Kindern darüber zu reden", empfiehlt Daniel. Heimlich, hinter dem Rücken der Kinder nachzuschauen, davon hält die Sozialpädagogin nichts. "Das Handy ist ein sehr persönliches Gerät. Es enthält Bilder und Nachrichten wie ein Tagebuch." Zudem sollten Eltern berücksichtigen, dass übers Internet viele Informationen auch für ihre Kinder frei zugänglich sind. "Viele Kids klären sich (in Sachen Fortpflanzung und Sex - Anm.d.Red.) mittlerweile über das Internet auf", weiß die Sozialpädagogin.

Auch negative Erfahrungen müssen Kinder und Jugendliche im Umgang mit dem Smartphone machen, räumt sie ein. Deshalb sollten die Jungen und Mädchen auch wissen, was beim Drehen von Filmchen mit Freunden ein "dummer Jungenstreich", was pornografisch und was sogar eine Straftat ist. "Denn, was im Netz ist, bleibt darin", betont die Expertin für Jugendschutz. "Ich frage deshalb immer: Kann das in einer Bahnhofshalle hängen?", fügt sie hinzu.

Da das Handy mittlerweile zur Grundausstattung vieler Kids gehört, wirkt sich das auf die Jugendarbeit bei Zeltlagern und Ferienfreizeiten aus. "Selbst wir sind dabei, unser Angebot umzustellen", sagt Rabea Daniel. So werden die Handys der Kinder beispielsweise bei der Schnitzeljagd, neudeutsch Geocashing, eingesetzt. "Auch drehen wir kleine Filme, sogenannte Stop motions, wie Daumenkino", fügt sie hinzu. So lernen die Kinder ganz nebenbei, was geht, und was erlaubt ist.


Hier gibt Hilfe

Informationen und Tipps für Eltern , Kinder und Jugendliche zum richtigen Umgang mit Computer, Smartphone, WorldWideWeb und Co. findet man im Internet unter:

www.klicksafe.de
www.handysektor.de
www.internet-abc.de
www.mediennutzungsvertrag.de
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