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Bad Bocklet
Sitzung

Gemeinderat arbeitet weiter

Mit Sicherheitsabstand wurden verschiedene anstehende Beschlüsse gefasst. Getagt wurde dazu im Kursaal, weil dieser größer ist.
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Nach Händewaschen und Desinfektion gilt auch für die Bad Bockleter Gemeinderäte die Abstandsregelung Foto: Thomas Beck
Nach Händewaschen und Desinfektion gilt auch für die Bad Bockleter Gemeinderäte die Abstandsregelung Foto: Thomas Beck

Auch in Corona-Zeiten geht die Arbeit in der Bad Bockleter Gemeindeverwaltung ungehindert weiter, wenn auch unter Beachtung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen und Abstandsregeln. Dies bedingt zugleich Sitzungen des Gemeinderats, um notwendige Beschlüsse zu fassen, die zur Weiterbearbeitung wichtiger Vorgänge vorgeschrieben sind.

"Home Office ist bei uns nicht nötig", berichtet Bürgermeister Andreas Sandwall auf Anfrage dieser Zeitung. "Zum Glück haben fast alle Mitarbeiter im Rathaus ihr eigenes Büro, so dass der Sicherheitsabstand gewahrt ist." Nur in der Gemeindekasse wurde zwischen beiden Arbeitsplätzen eine Plastikwand gezogen. Auch der Bauhof kann bei Abstandswahrung weiterarbeiten. Die meisten Tätigkeiten sind ohnehin im Freien. Sandwall: "Die Arbeit muss ja irgendwie gemacht werden." Dazu gehört jetzt die Friedhofspflege, die eigentlich an die Lebenshilfe vergeben ist. "Die Lebenshilfe hat zum Schutz ihrer Mitarbeiter alle Arbeiten eingestellt." So muss auch hier der Bauhof jetzt einspringen.

Obwohl alle Mitarbeiter der Verwaltung arbeiten, bleibt das Rathaus für den Publikumsverkehr bis auf Weiteres geschlossen. Nur in dringenden Fällen wird einzelnen Einwohnern nach vorheriger Anmeldung und Terminvereinbarung Zugang ins Rathaus gewährt.

"Es gibt bestimmte Vorgänge, Anträge oder ähnliches, deren Fristeinhaltung den Besuch im Rathaus notwendig machen", begründet der Bürgermeister diese Ausnahmen. Aus demselben Grund musste auch der Gemeinderat am Dienstag einberufen werden.

"Bei einem Bauantrag muss gemäß Gesetzgebung binnen acht Wochen ein Beschluss vorliegen, sonst gilt dieser Antrag pauschal als genehmigt", erklärt der Bürgermeister. Gerade in strittigen Fällen ist also der Gemeinderat selbst in Krisenzeiten gefordert. "Erst hatten wir den mehrwöchigen Wahlkampf, dann kam das Versammlungsverbot." Doch nach zehn Wochen waren nun vom Gemeinderat unaufschiebbare Entscheidungen zu treffen. "Es war schon eine merkwürdige Erfahrung", schildert Andreas Sandwall die Begegnung im großen Kursaal, in den die Ratssitzung wegen des räumlichen Abstands zwischen den Gemeinderäten verlegt worden war.

Vor Betreten des Saals musste sich jeder Teilnehmer unter Aufsicht des Kurwarts die Hände waschen und desinfizieren. Erst dann durfte er oder sie sich an den zugeteilten Tisch setzen statt wie sonst ins enge Rund des Kollegiums. Auch hatten sich sechs interessierte Bürger zur Sitzung eingefunden, doch Schulrektor Michael Heyne und Nicole Gnam von der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi), die zu einem Tagesordnungspunkt als Fachleute geladen waren, meldeten sich nur in einer Videoschaltung über Skype zu Wort. "Man kam sich fast wie im Europaparlament vor", erinnert sich Bürgermeister Sandwall.

Dem Bürgermeister bringt das durch Corona bedingte Versammlungs- und Kontaktverbot sogar etwas Gutes. Statt wie sonst alle Abende irgendwo auf Veranstaltungen zu sein, hat er jetzt mehr Zeit für die Familie. Doch was heute noch angenehm sein mag, wird sich in ein paar Wochen rächen, stellt sich Sandwall auf härtere Zeiten ein. "Irgendwann muss doch alles nachgeholt werden." Dazu gehört auch die Verabschiedung der bei der Wahl ausgeschiedenen Gemeinderäte. Sie wurde auf einen unbestimmten Termin verschoben. Sandwall: "Man will doch schließlich mit den Ex-Kollegen auch ein Gläschen trinken."