Bad Kissingen

Gegen Alzheimer: Ein Arzt entgiftet das Gehirn

Dr. Dr. Gosbert Weth hat an der Uni Würzburg und der Uni Nürnberg/Erlangen zu Alterskrankheiten geforscht. Im Interview verrät er, wie er Alzheimer seinen Schrecken nimmt.
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Gosbert Weth hat ein Buch über Alterskrankheiten, Demenz und Alzheimer geschrieben. Der Bad Kissinger Arzt ist auch in der Forschung tätig.  Foto: Benedikt Borst
Gosbert Weth hat ein Buch über Alterskrankheiten, Demenz und Alzheimer geschrieben. Der Bad Kissinger Arzt ist auch in der Forschung tätig. Foto: Benedikt Borst
Dr. Dr. Gosbert Weth ist Facharzt für Innere Medizin, klinische Geriatrie und Schmerztherapie in Bad Kissingen. Er hat sowohl in der Biochemie, als auch in der Uniklinik Würzburg zu Gehirndurchblutung geforscht und dabei ein frühdiagnostisches Verfahren und ein Medikament gegen Alzheimer entwickelt. Jetzt hat er seine Forschungen in dem Buch "Morbus Alzheimer: Eine Erkrankung, die ihren Schrecken verliert" veröffentlicht.
In einem Interview stellt er seine Ergebnisse vor.

Sie haben intensiv zu Alzheimer geforscht. In ihrem Buch sagen Sie, die Krankheit sei eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen. Warum?
Gosbert Weth: Das derzeit größte gesellschaftliche Problem ist Alzheimer. Man muss davon ausgehen, dass sich die Zahl der Demenzkranken in den nächsten zehn bis 20 Jahren von heute 1,2 Millionen auf über zwei Millionen verdoppeln wird.

Hängt dieser Trend mit der demographischen Entwicklung, sprich einer immer älter werdenden Bevölkerung in Deutschland, zusammen?
Ja und Nein. Die Krankheit nimmt immer mehr zu. Unter den 80-Jährigen sind heute im Durchschnitt 40 Prozent von einer Demenzerkrankung betroffen. Bei einer Studie mit 575 Hundertjährigen unter Professor Franke in Würzburg im Jahre 1980 waren weniger als drei Prozent der Hundertjährigen an Alzheimer erkrankt. Alzheimer und Demenz waren vor 30 Jahren noch nicht so ausgeprägt, wie wir es heute kennen.

Worin besteht also die gesundheitspolitische Herausforderung?
Pro Patient betragen die Pflegekosten circa 27.000 Euro im Jahr, ohne medizinische Kosten. 2007 wurden 709 000 Pflegebedürftige in Heimen versorgt. Das sind Milliarden Belastungen für unser Gesundheitssystem. Und die Patientenzahlen werden weiter steigen. Bisher kann die Medizin die Erkrankung nur verzögern, aber keine Rückbildung bewirken. Alzheimer kann man noch nicht heilen.

Wie äußert sich das Krankheitsbild bei Alzheimer? Was stellt die Krankheit mit unserem Gehirn an?
Alzheimer ist ein Energiedefizit im Gehirn und im menschlichen Körper ganz grundsätzlich. Wir haben in unserer Forschung bei Alzheimer-Patienten erhöhte Werte von Toxinen (A-Toxin) und der giftigen Aminosäure Homocystein gefunden. Das A-Toxin greift die Mitochondrien an. Das sind die Energiefabriken in unseren Zellen. Werden sie geschädigt, führt es zu einer reduzierten Energieversorgung des Körpers und zu einem Leistungsabfall im Gehirn.
Ein großes Problem ist die Aggressivität der Patienten. Alzheimer-Patienten sehen sich im Recht. Sie können verwahrlosen und fallen oft wieder in den Zustand eines Kindes zurück. Oft haben sie ein Gefühl der Hilflosigkeit. Daher kommt die Aggression. Es entstehen Konflikte und Auseinandersetzungen. Opfer wird immer der Nächstliegende, oft trifft es den Ehepartner.

Viele Alzheimer-Patienten werden zuhause von Angehörigen versorgt, die unter der Pflegebelastung leiden. Ihr Buch heißt "Eine Erkrankung, die ihren Schrecken verliert". Können Sie den Betroffenen Mut machen?
Wir haben ein laborchemisches Verfahren entwickelt, mit dem wir Alzheimer zehn Jahre vor dem Ausbruch diagnostizieren können. Außerdem haben wir ein Präparat entwickelt. "Denkovital" führt dazu, dass die Aggressivität verschwindet. Das bringt Frieden in die belasteten Familien. Bisher ist es als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Wir haben es als Patent angemeldet und warten auf die Zuteilung. Dann können wir es als Medikament zu lassen, damit es von Krankenkassen übernommen wird.

Wie wirkt das Präparat? Wie hoch sind die Heilungschancen?
"Denkovital" sorgt dafür, dass das Alzheimer-Toxin reduziert wird, so dass keine Schäden mehr in den Gehirnzellen entstehen. Wir können die Symptome reduzieren und den Patienten auf einen alten Zustand zurückführen. Wir hatten zum Beispiel einen 72-jährigen Patienten, der vollkommen inaktiv war und jetzt sogar wieder zwei Bücher geschrieben hat. Von vielen Angehörigen, die sich belastet fühlen, erhalten wir positive Rückmeldungen.

Ist das Präparat, wenn es noch nicht als Medikament zugelassen ist, schon vollständig ausgereift? Sind eventuelle Nebenwirkungen bekannt?
Die Entwicklung ist abgeschlossen. "Denkovital" ist derzeit als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Laborchemisch wurden alle Tests durchgeführt, um zu zeigen, dass keine Nebenwirkungen gefunden werden konnten. Die Zusammensetzung besteht nur aus natürlichen körpereigenen Substanzen die die schädigende Wirkung des A-Toxins reduzieren.

Trotz aller Fortschritte kann "Denkovital" Alzheimer nicht komplett heilen, sondern kuriert "nur" die Symptome. Besser ist es, also gar nicht zu erkranken. Kann man dem vorbeugen?
"Denkovital" entgiftet jedoch die Gehrinzellen und nimmt somit die Aggressivität des Patienten. Ein gesunder Lebensstil mit einem regelmäßigen Lebensrhytmus sind natürlich sehr wichtig. Man sollte viel Flüssigkeit zu sich nehmen, damit die Niere den Körper ordentlich entgiftet. Außerdem sollte man sich nicht einseitig ernähren. Obst und Gemüse sollten vermehrt auf dem Speiseplan stehen und Kohlenhydrate sollten reduziert werden.

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