Nüdlingen

Gefühle in Ton und Takt

Da steckt Herzblut drin: Klaus Beck aus Nüdlingen hat seine eigenen Songs aufgenommen und eine CD herausgebracht.
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Klaus Beck aus Nüdlingen hat seinen Traum wahr gemacht und sein erstes Album mit seinen eigenen Songs eingespielt. Foto: Carmen Schmitt
Klaus Beck aus Nüdlingen hat seinen Traum wahr gemacht und sein erstes Album mit seinen eigenen Songs eingespielt. Foto: Carmen Schmitt
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Das Herz klopft, schwere Schritte stiefeln übers Parkett, jemand drückt eine Tür auf ... "Introlog" - das erste Stück auf der Platte von Klaus Beck. "Es soll beschreiben wie ich hinter der Bühne sitze und wie ich mich fühle", sagt er. In 15 Stücken lässt der Nüdlinger auf seinem ersten eigenen Studio-Album "von ganz tief unten" einen Blick in seine Seele zu.

Musik macht er schon sein ganzes Leben. Als Frontsänger in Cover-Bands hat er dem Publikum eingeheizt und das Bad in der Menge genossen. Alles Routine für den Herzblut-Musiker? "Das ist eine ganz andere Nummer jetzt mit meinen eigenen Stücken. Ich weiß nicht, wie es ankommt." Für sein Album war er seit 2015 immer wieder im Studio, hat seine Lieder eingesungen und aufgenommen - fast alle Instrumente, die in den Songs zu hören sind, hat er selber eingespielt, erzählt er. Noten lesen kann er nicht. "Ich bin Autodidakt. Die Melodien hab ich im Kopf." Genauso wie die Texte: "Die Zeilen kommen manchmal einfach so."

Eigene Songs nebenbei

Klaus Beck singt auf Deutsch. In seiner Muttersprache fühle er sich am wohlsten. "Obwohl es schwierig ist, in deutscher Sprache zu singen, ohne dass es schnulzig klingt", meint er. In den Texten spiegeln sich seine Gefühle wider: "Ich verarbeite viel in meiner Musik." Ärger, Trauer, Liebe ... "Manches ist gewagt, aber es ist meine Meinung." Vor fast 30 Jahren hatte er seine erste Platte mit einer Handvoll Stücken aufgenommen - damals noch in Vinyl. Eigene Musik habe er neben den Band-Projekten immer schon gemacht.

Mit Stücken von The Beatles stand er zum ersten Mal auf der Bühne. Beinahe vier Jahrzehnte ist das jetzt her. "Da waren die Verstärker noch größer als die Musiker", sagt er und lacht. Später stand er mit Bands auf den Bühnen in der Region und in Großstädten wie München und Köln. "Zeitweise haben wir 50 Auftritte im Jahr gespielt." Nebenbei: Arbeit, Familie, Hausbau. "Ich war eine Rampensau auf der Bühne. Es war eine wilde, schöne Zeit." Jetzt merkt der Queen-Fan: "Man wird nicht jünger. Man braucht länger, um die Batterien aufzuladen." Mit der Band ist er nur noch sporadisch unterwegs.

An der Treppe das Piano, im Wohnzimmer eine der Gitarren - in jeder Ecke des Hauses stehen Instrumente. Im Winter hockt er am liebsten am Kochelofen, erzählt er. Dann stützt er sein linkes Bein auf den Holz-Schemel, schließt die Augen und greift in die Saiten. "Nachts, wenn alles schläft, kommen mir Ideen." Frau und Familie haben ihn bestärkt in seinem CD-Projekt, erzählt er. "Die wissen, dass ich verrückt bin", meint er und lacht.

Für seine CD holte er auch andere Musiker ins Boot. Sein Album sollte abwechslungsreich klingen: Rock, Pop, mal eine Ballade, dazwischen ein Stück mit Violine und das Duett mit Steffi List. Die Künstlerin lernte er vor einigen Jahren kennen, erzählt er. "Sie war sofort dabei." Am liebsten würde er direkt wieder zurück ins Studio - auch, wenn es "verdammt viel Arbeit" war. Die nächsten Songs hat er schon im Kopf. Sein Projekt für das kommende Jahr: mit seinem "Baby" raus auf die Bühne. "Was meine eigene Musik angeht, stehe ich ganz am Anfang." Der 53-Jährige hat es nicht auf die große Karriere abgesehen, sagt er. Am liebsten würde er mit einer Unplugged-Band auf Bühnen in kleinen Clubs auftreten. Vielleicht geht es seinen Zuhörern dann wie ihm: "Meine Musik entführt mich aus dem Hier und Jetzt."



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