Bad Kissingen
Feierstunde

Gedenkfeier am Kriegerdenkmal

Reiterswiesen gedachte am Feiertag Allerheiligen am Kriegerdenkmal aller Opfer der Kriege.
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Reiterswiesen gedachte am Kriegerdenkmal der Gefallenen, Vermissten der Kriege und der Opfer von Gewalt. Stellvertretend für die Stadt Bad Kissingen legte Oberbürgermeister Kai Blankenburg im Namen der Stadt zum Gedenken an sie einen Kranz nieder.  Foto: Peter Klopf
Reiterswiesen gedachte am Kriegerdenkmal der Gefallenen, Vermissten der Kriege und der Opfer von Gewalt. Stellvertretend für die Stadt Bad Kissingen legte Oberbürgermeister Kai Blankenburg im Namen der Stadt zum Gedenken an sie einen Kranz nieder. Foto: Peter Klopf
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Mit einer stimmungsvollen und sehr bewegenden Ansprache am Reiterswiesener Kriegerdenkmal an Allerheiligen gedachte Oberbürgermeister Kay Blankenburg der Gefallenen und Opfer aller Kriege. Das Jahr 2018 stehe historisch im Zeichen zweier Kriege, die in ihrer Zeit unermessliches Leid über die Menschen brachten.

"Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) wie auch der Erste Weltkrieg (1914-1918) entfesselten eine Gewaltgeschichte, die nicht nur tief in die Kampfgebiete, sondern in die ganze Gesellschaft wirkte. Der Krieg brachte Hunger, Flucht und Epidemien bis in weit entfernte Gegenden. Er hinterließ Tod, Trauer und tiefe Wunden in den Seelen, die aus dem Kreislauf des Hasses und der Unversöhntheit oft nicht mehr herausfanden", so OB Blankenburg. "Für viele von uns, die wir in Deutschland in Frieden leben, scheint Krieg vermeintlich fern. Doch die heutigen Konflikte in der Welt mit ihren vielen Geflüchteten, Vermissten und Toten zeigen uns an diesem Gedenktag, dass der Weg der Versöhnung und des Friedens nie abgeschlossen ist. Das mahnt uns heute, aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken, ihren Tod aber in einen historischen Kontext zu stellen und die Lektion der Geschichte zu lernen und zu lehren", sagte er weiter. Einen dauerhaften Frieden würden nur Versöhnung, Kooperation und Verständigung schaffen. "Glücklicherweise durften wir diese Erfahrung in den letzten 70 Jahren, der längsten Friedensperiode in der europäischen Geschichte, machen. Diese Errungenschaft müssen wir bewusst machen und bewahren, gerade in Zeiten, in denen nationalistisch-fremdenfeindliche Parolen vordringen", mahnte der Oberbürgermeister. Anschließend legte er im Auftrag der Stadt zu Ehren der Reiterswiesener Gefallenen und Opfer der Kriege einen Kranz nieder. Auch Pfarrvikar Michael Schmitt äußerte sich bei seiner Ansprache ähnlich: "Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und andere Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren." Die anrührende und zum Nachdenken ermutigende Gedenkveranstaltung wurde musikalisch umrahmt vom Reiterswiesener Gesangverein und der Feuerwehrkapelle. Fahnenabordnungen steuerten die örtlichen Vereine bei. Die Ehrenwache stellte die Reiterswiesener Feuerwehr.

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