Bad Kissingen
Volkstrauertag

Gedenken an die Kriegsopfer

Auf dem Parkfriedhof vor dem Ehrenrondell fand am Sonntag die für die Stadt Bad Kissingen zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag statt.
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Oberbürgermeister Kay Blankenburg betonte in seiner Rede zum Volkstrauertag dass "die Wunden in den Seelen auch heute noch Nachwirkungen zeigen, denn Frieden sei nicht selbstverständlich". Hier legt er den Kranz nieder.  Foto: Peter Rauch
Oberbürgermeister Kay Blankenburg betonte in seiner Rede zum Volkstrauertag dass "die Wunden in den Seelen auch heute noch Nachwirkungen zeigen, denn Frieden sei nicht selbstverständlich". Hier legt er den Kranz nieder. Foto: Peter Rauch
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Es war diesmal ein etwas anderes Bild, das sich den Besuchern bot, denn bislang sind nur einige wenige Tafeln mit den Namen der Gefallenen und Opfer der beiden Kriege gesetzt, die endgültige Auflistung war auf Papierform unter einem seitlich aufgestellten Pavillon zu sehen.

Zur Erinnerung: Buntmetalldiebe hatten in der Vergangenheit zugeschlagen und brutal die aus Kupferguss bestehenden Tafeln aus ihren Verankerungen gerissen und mitgenommen. "Gerade derer wollen wir heute gedenken, deren Namenstafeln gestohlen wurden" ließ OB Kay Blankenburg in seiner Rede wissen. Und, dass nur eine kurze Zeitspanne zwischen den beiden Weltkriegen lag, es aber seit 1945, dem Ende des 2. Weltkrieges, in Deutschland Frieden herrscht.

"Ein Frieden über zwei Generationen ist auch heute nicht selbstverständlich", erklärte das Stadtoberhaupt und erinnerte an die Kämpfe auf dem Balkan. So reiße jeder Krieg Wunden in die Seele und so fragte Kay Blankenburg ob Kriege, die vor über 80, bzw. 105 Jahren begannen, auch heute noch nachwirken würden. Er bejahte und bekräftigte dies am Beispiel Jugoslawiens: Neue Staaten seien damals entstanden, zerfallen und zum Teil auch sogar wieder untergegangen. Die Europäische Union, für ihn eine der erfolgreichsten Friedensbewegungen, bewege sich derzeit in sehr schwierigen Gewässern und so müsse auch der Volkstrauertag eine Zukunft haben.

Kränze niedergelegt

Oberbürgermeister und Reservistenverband legten Kränze nieder, knapp 20 Kissinger Vereine, darunter fast alle Stadtteilwehren stellten Fahnenabordnungen und auch die Bundeswehr stellte eine kleine Ehrenwache. Jungendmusikkorps und Sängervereinigung umrahmten die Gedenkstunde musikalisch, zu der auch ein Großteil des Stadtrates erschienen war - nur, wie sagte einer der (zivilen) Besucher "es kommen jedes Jahr deutlich sichtbar immer weniger Besucher". Etliche von ihnen verweilten aber noch nach der Feierstunde und informierten sich im aufgestellten Pavillon an den ausgehängten Namenslisten der Kissinger Toten und Gefallenen aus den beiden Weltkriegen.

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