Burkardroth
Mensch und Garten

Gedanken zu einer besonderen Beziehungsgeschichte

Um die Gedanken zu einer besonderen Beziehungsgeschichte ging es beim Frauenfrühstück in Burkardroth.
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Dipl. Theologin Andrea Kober-Weikmann  referierte in Burkardroth zum Thema  "Gartenträume - Lebensräume". Foto: Walter Kuhn
Dipl. Theologin Andrea Kober-Weikmann referierte in Burkardroth zum Thema "Gartenträume - Lebensräume". Foto: Walter Kuhn
Das Frauenfrühstück in Burkardroth hat sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil im Veranstaltungskalender der Pfarreiengemeinschaft "Der Gute Hirte im Markt Burkardroth" entwickelt. Die 75 Plätze, die zu diesem Anlass im Pfarrsaal von Burkardroth gerichtet werden, sind immer schon weit im Voraus ausgebucht, und für viele bleibt dann oft nur die Hoffnung, wenigstens auf der Warteliste vorgemerkt zu sein. Diese Anziehungskraft ist sowohl dem reichhaltigen und liebevoll gestalteten Frühstücksbuffet, als auch dem jeweiligen Thema des Referats zu verdanken, das offensichtlich immer wieder den Interessen der Besucherinnen entspricht.

Für das erste Frauenfrühstück des Jahres hatten die Organisatorinnen Elisabeth Kuhn und Stilla Wehner die Dipl. Theologin Andrea Kober-Weikmann aus Würzburg eingeladen. Die Leiterin des Referats "Frauenseelsorge" der Diözese Würzburg referierte zum Thema "Gartenträume - Lebensräume". Sie betonte gleich zu Beginn, dass die Pflege eines Gartens sicherlich für viele eine Verbindung zweier Gegensätze darstellt, nämlich Pflicht und Neigung. Sie blühen geradezu selbst in ihrem Garten auf, können dort oft den Alltag hinter sich lassen und ihre Fantasie ausleben.

Obwohl es auch Männer gibt, die stundenlang in ihrem Garten werkeln, so hat die Beziehung Mensch - Garten doch eine ganz speziell weibliche Seite. Der Blick in die Geschichte des Gärtnerns zeigt allerdings, dass die Gartenarbeit lange Zeit in erster Linie als absolute Männerarbeit verstanden worden ist. Erst im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts begannen Frauen dann, sich aktiv gegen diese Sicht der Dinge zu wehren. Zuerst in England, der Heimat ungezügelter Gartenleidenschaft, gab es immer mehr Frauen, die das Gärtnern mit allen seinen Licht- und Schattenseiten zu ihrer Sache machen wollten.


Bedeutung des Gartens in der Beziehung Gott - Mensch

Im zweiten Teil des Vortrags wandte sich Andrea Kober-Weikmann der Bedeutung des Gartens in der Beziehung Gott - Mensch zu. Vom Garten Eden in der 2. Schöpfungsgeschichte spannte sich der Bogen des Referats über die Gärten des Königs Salomo und dem Garten der Liebenden im Hohelied Salomos bis hin zum Garten Gezemaneh vor den Toren Jerusalems. Die gepflegten Gartenquadrate inmitten der klösterlichen Kreuzgänge faszinieren Touristen überall in Europa und lassen sie in besonderer Weise dort zur Ruhe kommen.

Und am Ende ihrer Betrachtungen von Gärten lud die Referentin die Zuhörerinnen ein, auch einen Blick auf den kleinen, letzten Garten zu werfen, den wir Menschen haben: den Friedhof. Auf der einen Seite ist er die Ruhe gebietende letzte Ruhestätte für unsere Verstorbenen, aber auf der anderen Seite auch ein Ort der Begegnung, wo Menschen sich bei der Grabpflege treffen und mitunter die neuesten Nachrichten austauschen und diskutieren. Im Blick auf die unterschiedlichen Arten der Grabbepflanzung bezeichnete sie diese Orte der Toten als die Spiegel der Lebenden.

Das nächste Frauenfrühstück in Burkardroth ist bereits terminiert: Es findet am Mittwoch, 11. April, statt.
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