Burkardroth
Gemeinderat

Gebühren steigen ab 2018

Zwar ist der Wasserverbrauch in Burkardroth zurückgegangen. Doch der Unterhalt des Leitungssystems und des Kanalnetzes wird jährlich teurer.
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Abwassermeister Franz Wehner setzt die Reinigung des Klärbeckens in Gang. In der Kläranlage Großenbrach wird auch Abwasser aus Ortsteilen des Marktes Burkardroth aufbereitet. Die Kosten dafür sind enorm gestiegen. Auch deshalb werden die Gebühren erhöht.  Foto: K. Kupka-Hahn/Archiv
Abwassermeister Franz Wehner setzt die Reinigung des Klärbeckens in Gang. In der Kläranlage Großenbrach wird auch Abwasser aus Ortsteilen des Marktes Burkardroth aufbereitet. Die Kosten dafür sind enorm gestiegen. Auch deshalb werden die Gebühren erhöht. Foto: K. Kupka-Hahn/Archiv
Die Bewohner des Marktes Burkardroth müssen ab kommendem Jahr tiefer in die Tasche greifen. Denn die Gebühren für Wasser und Abwasser werden zum 1. Januar steigen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Bislang zahlten die Bewohner der Großgemeinde 1,90 Euro pro Kubikmeter für die Entsorgung des Schmutzwassers sowie 17 Cent pro Quadratmeter reduzierter Grundstücksfläche pro Jahr. Ab 2018 werden pro Kubikmeter Schmutzwasser 2,12 Euro fällig sowie 21 Cent für das auf der überbauten Grundstücksfläche anfallende Regenwasser. Damit liegt die Großgemeinde bei der Schmutzwasserentsorgung acht Cent unter dem Durchschnitt im Landkreis, beim Regenwasser jedoch einen Cent darüber. "Der Vergleich mit anderen Kommunen ist schwer. Die Daten sind mit Vorsicht zu genießen", gab Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) in der Gemeinderatssitzung zu bedenken.

Die Erhöhung dieser Gebühren wird notwendig, da die Kosten für die Abwasserentsorgung nicht mehr gedeckt sind. "In Summe hatten wir in den vergangenen vier Jahren ein Minus von 43 000 Euro beim Schmutzwasser und eines in Höhe von 20 500 Euro beim Niederschlagswasser", berichtete Bug . Zudem unterliege der Markt einer Kalkulierungspflicht. Heißt: Alle vier Jahre müssen die Gebühren für die Abwasserentsorgung und Wasserversorgung neu kalkuliert und gegebenenfalls angepasst werden.

Außer den Abwassergebühren steigen ab 2018 auch die Abgaben für die Entnahme von Trinkwasser. Bislang wurden pro Kubikmeter Trinkwasser 1,25 Euro fällig sowie eine gestaffelte Grundgebühr, die je nach Durchflussgröße zwischen 20 Euro und 38 Euro betrug. Ab Januar werden pro entnommenen Kubikmeter Trinkwasser 1,55 Euro fällig. Die Grundgebühr bleibt weiterhin gestaffelt, erhöht sich jedoch von 20 auf 50 Euro pro Jahr bei einem Dauerdurchfluss von vier Quadratmetern pro Stunde. Bei einem Durchfluss von zehn Kubikmetern pro Stunde steigt diese Gebühr von 26 Euro auf 65 Euro pro Jahr, bei 16 Kubikmetern von 32 Euro auf 80 Euro pro Jahr und bei einem Durchfluss von 16 Kubikmetern pro Stunde von 38 Euro auf 95 Euro pro Jahr. Von diesen Erhöhungen sind nur die Bewohner Premichs ausgenommen. Dort gelten in Sachen Wasserversorgung andere Regelungen, da der Ortsteil sein Trinkwasser direkt von der Rhön-Maintal-Gruppe (RMG) bezieht.

In Summe ist der Wasserverbrauch der Bewohner des Marktes Burkardroth gesunken. "Wir kaufen mehr Wasser ein, als wir verkaufen", sagte Bug. 2013 haben die Bewohner der Großgemeinde (ohne Premich) noch rund 257 000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht, im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei rund 243 000 Kubikmetern. Das entspricht einem Rückgang von rund 14 000 Kubikmetern. Somit hat jeder Bewohner des Marktes (ohne Premich) seinen Trinkwasserverbrauch um mehr als zwei Kubikmeter gesenkt. Trotzdem reichen die Einnahmen des Marktes nicht aus, um die damit verbundenen Kosten zu decken.

Als einen Grund dafür nannte Bug die gestiegenen Aufwendungen für den Unterhalt des Leitungsnetzes. So gab es in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Wasserrohrbrüche, unter anderem in der Zahlbacher Forstmeisterstraße und am Burkardrother Friedhof. "Zudem sitzen in allen Ortsteilen viele Hausschieber fest", fügte Bug hinzu. Mit Kosten in Höhe von rund 10 000 Euro pro Jahr macht sich außerdem die 2015 eingerichtete Rufbereitschaft für Wasserleitungsnotfälle bemerkbar. "Drei Mitarbeiter vom Bauhof wechseln sich ab. Einer ist immer erreichbar", sagte der Rathauschef.

Egon Keßler, Dritter Bürgermeister und Ortssprecher von Oehrberg, hinterfragte in der Gemeinderatssitzung, ob das Wasserleitungsnetz wirklich schon so marode sei, wie von Bug dargestellt. "Das hat die Rhön-Maintal-Gruppe doch erst in den 1990er Jahren erneuert", sagte er. Bug antwortete, dass damals doch nicht alle Leitungen ausgetauscht worden seien. Es gab beispielsweise noch eine alte Leitung in Stralsbach, die ist letztes Jahr erneuert worden. Eine weitere befinde sich in der Zahlbacher Büttnerstraße.

Egon Gessner, Ortssprecher von Lauter, wollte schließlich wissen, ob inzwischen sämtliche Wasseruhren im Markt ausgetauscht worden seien. Bug versicherte, dass die Arbeiten jetzt zu Ende gehen. Einige Bewohner hätten die Umrüstung auf Funkuhren abgelehnt und analoge Geräte eingebaut bekommen.
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