Bad Kissingen

Garitzer Kreuzung: Ampel oder Kreisverkehr?

Das Staatliche Bauamt plädierte am Dienstag im Bauausschuss des Stadtrates erneut für einen konventionellen Ausbau des dringend sanierungsbedürftigen Garitzer Kreuzung. Die Stadträte werden jedoch erst nach einer weiteren Bürgerversammlung abstimmen.
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Die Garitzer Kreuzung.  Foto: Archiv
Die Garitzer Kreuzung. Foto: Archiv
Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt ließ am Dienstag im Bauausschuss erneut keinen Zweifel daran, was er und seine Behörde an der Garitzer Kreuzung wollen: Wieder eine Ampel. Dem Bauausschuss wurde dagegen noch keine Abstimmung abverlangt, so dass vorerst offen bleibt, was die Mehrheit wünscht. Eine Abstimmung soll erst folgen, wenn die Stadt noch einmal in eine Bürgerversammlung mit den Garitzern gegangen ist.

Nach einer Vielzahl von Grafiken, Tabellen und Rechenmodellen brachte Wacker die Auffassung des Bauamtes so auf den Punkt: Die Mindestforderungen seiner Behörde für die Garitzer Kreuzung seien Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit und Wirtschaftlichkeit: "Da kommt nur eine Ampel in Frage." Auch in Sachen Landverbrauch schneide eine Ampelkreuzung besser ab.

Land würde der Kreisverkehr unter anderem wegen des geplanten "Bypasses" aus Richtung Südbrücke in die Schönbornstraße verbrauchen. Diesen hält das Bauamt für nötig, damit die in den Hauptverkehrszeiten zu erwartenden Rückstaus nicht die Heiligenfelder Allee blockieren.

Sicherheits-Aspekte

Zum Thema Sicherheit führte Wacker erneut Erhebungen ins Feld, dass in einem Kreisel zwar nicht mehr Unfälle passierten als auf ampelgeregelten Kreuzungen, aber mehr Fußgänger und Radfahrer betroffen seien. Entschärfen ließe sich dieses Problem nur mit einer Unterführung. Die allerdings ist von der Stadt nicht gewünscht. Außerdem würde eine solche Unterführung den Umfang des Projektes zusätzlich vergrößern.

So präsentierte Wacker also Kreisverkehrs-Pläne, die relativ große Dimensionen aufwiesen. Dies nährte in Grünen-Stadtrat Richard Fix den Verdacht, dass hier absichtlich ein Monster gezeigt werde, um die Stadträte zu einem Votum für die Ampel-Kreuzung zu veranlassen. Der Bypass hat nach Meinung von Fix keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Kreuzung. Er verwies auf Kreisverkehre in anderen Städten wie Aschaffenburg, da klappe es ja auch, und zwar ohne diese Riesen-Dimensionen.

Gegen "kleinen Kreisel"

Gerade der von Fix zitierte Kreisel in Aschaffenburg lasse sich mit der Situation an der Garitzer Kreuzung nicht vergleichen, erwiderte Matthias Wacker, der einem kleinen, abgespeckten Kreisverkehr in Garitz aufgrund der Sicherheitsaspekte eine klare Absage erteilte: "Mit uns nicht." Was Richard Fix zur später zurückgenommenen Äußerung veranlasste: "Man kann es auch übertreiben mit der Sicherheit."

"Warum diskutieren wir überhaupt, wenn das Bauamt ohnehin eine Ampelkreuzung bauen will?", fragte Stadtrat Bernd Czelustek (SPD). Wacker erwiderte, dass seine Behörde bestrebt sei, ein Einvernehmen unter den Beteiligten herzustellen. Klaudia Schick (CSU) wiederum begrüßte es, dass das Staatliche Bauamt so ausführliche Untersuchungen durchgeführt habe. Und Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) ergänzte: "Wir wollten die Argumente gegenübergestellt haben. Wir haben auf viele offene Fragen Antworten bekommen und sind ein wenig schlauer geworden."

Mit dem Einvernehmen scheint es allerdings noch nicht so ganz zu klappen, auch wenn der Stadtrat seinen Mehrheitswillen noch nicht per Abstimmung kundgetan hat. Kommt die Einigkeit nicht zustande, dann wird die Regierung entschieden müssen.

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