Bad Kissingen
Infrastruktur

Fußgängerzone Bad Kissingen wird zur Stolperfalle

Schnee und Frost haben die Fußgängerzone in einen gefährlichen Hindernisparcours verwandelt. Die Stadt muss handeln. Es fallen Kosten im hohen fünfstelligen Bereich an. Und das kurz vor der Generalsanierung.
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Die Steine sprechen. Und am besten kann man sie am Marktplatz, an der Oberen und Unteren Marktstraße hören. "Klack, Klack, Klack." Schnee und Frost haben sie gelöst, und jetzt wackeln sie bei jedem Tritt. Tückisch lassen sie ihre Kanten Zentimeterhoch aus dem Boden ragen und warten nur darauf, unbedarfte Passanten zum Straucheln zu bringen.

Senioren besonders betroffen
Edith Neder aus Sulzthal zum Beispiel, die gerade mit ihrem Mann in der Fußgängerzone unterwegs ist. "Ich bin ganz normal hier entlanggelaufen und gestolpert. Da kann allerhand passieren, das ist wirklich gefährlich", beschwert sich die Rentnerin. Dem kann Rosemarie Gerbeth nur zustimmen.
"Die Situation ist klar: Die Leute haben Angst zu stürzen", sagt die Leiterin der Senioren-Initiative "Mach mit".



Die Stadt müsse sich auf jeden Fall etwas einfallen lassen, denn viele Senioren sind auf die Innenstadt angewiesen."Die müssen hier einkaufen gehen, im Sommer wie im Winter", schildert Gerbeth. Nicht jeder habe ein Auto, um mal eben in die Gewerbegebiete am Stadtrand oder gleich nach Schweinfurt oder Bad Neustadt zu fahren. Außerdem betrifft das Problem die Kurgäste ja genauso. "Beide sind in der Innenstadt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", betont sie.

Asphalt als Alternative
"Das Thema ist bei uns angekommen", teilt Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) am Mittwoch mit. "Die dicksten Hunde werden wir so schnell es geht ausbessern. Ich will eine schnelle Lösung." Er werde das Thema in der nächsten Stadtratssitzung ansprechen und dort anregen, die Schäden mit Asphalt auszubessern. Blankenburg betonte, dass die Fußgängerzone an sich veraltet und überlebt ist. Er versicherte, dass die Stadt kurzfristig handeln und nicht bis zur umfassenden Sanierung der Fußgängerzone in den nächsten Jahren warten wird.
Die genauen technischen Details sind bisher noch nicht geklärt. Laut Blankenburg geht es jetzt vor allem darum, die betroffenen Stellen zu sichern.
Für die dringendsten Reparaturen wurde laut Rathaussprecher Thomas Hack bereits Geld in den Haushalt eingestellt. Wie viel ist jedoch noch nicht bekannt. Eine seriöse Schätzung ist bisher nicht möglich. "Wir reden hier über eine erhebliche Summe. Da befinden wir uns eher im sechs- als im fünfstelligen Bereich", schätzt er.
"Die Platten waren schon vorher in keinem guten Zustand", meint Hack. Je wackeliger sie schon vor dem Winter waren, umso anfälliger sind sie jetzt für Eis und Schnee. "Der Frost unter den Platten friert hoch und drückt sie dann heraus". Es gebe in diesem Winter mehr und größere Straßenschäden als üblich.
Mehrere Passanten wiesen darauf hin, dass sich die Schäden vor allem auf die Mitte der Straßen konzentrieren, also dort, wo die Räumdienste fahren und der Lieferverkehr rollt. In Richtung der Gebäude sind die Schäden geringer. Laut Hack ist es denkbar, dass die besondere Belastung des Untergrunds ein weiterer Grund für die extremen Schäden ist.

Einzelhandel bleibt gelassen
"Das Thema ist bisher für die Geschäftsleute kein größeres Thema", meint Michael Pal, zweiter Vorsitzender des Vereins Pro Bad Kissingen. Die sind zu Jahresbeginn froh, wenn überhaupt Umlauf in der Stadt ist. "Allerdings kann sich das auch schnell zuspitzen", sagt er. Spätestens zur Hauptsaison müsse das Problem aber behoben sein.

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