Burghausen bei Münnerstadt
Umgestaltung

Friedhof Burghausen: Bürgermeister Blank will die Notbremse ziehen

"Warum haben wir nicht von Anfang den Bestatter gefragt?" Diese Frage der Burghausener Grabbesitzer wurde bei der Besichtigung der Baustelle am Friedhof nicht beantwortet.
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Gerhard Suckfüll demonstrierte seinen Lösungsvorschlag. Die einbetonierte Metallschiene zu seinen Füßen wäre dann unnötig.Foto: Heike Beudert
Gerhard Suckfüll demonstrierte seinen Lösungsvorschlag. Die einbetonierte Metallschiene zu seinen Füßen wäre dann unnötig.Foto: Heike Beudert
Klar wurde nur, dass in der Vorbereitungsphase einiges schief gelaufen ist. Ob es überhaupt einen Schuldigen gibt, ist schwer zu sagen. Denn auffallend war, dass von Seiten des anwesenden Bürgermeisters oder der Bauverwaltung keine Schuldzuweisungen in Richtung der planenden Architektin gegeben wurden. Die konnte sich auch nicht äußern. Sie hat Urlaub.

Bürgermeister Helmut Blank setzt bei der Friedhofsumgestaltung stark auf die Mitsprache der Bürger. Er ist der Meinung, dass jede Dorfgemeinschaft ganz individuell entscheiden muss, welchen Friedhof sie möchte. Das unterstrich er nochmals in Burghausen. So flossen auch in Burghausen verschiedene Wünsche in die Planung ein und die Burghäuser konnten über Materialien entscheiden. Allerdings scheint es so, dass die praktische Umsetzung dieser Alternativen nicht geprüft wurde - von welcher Seite auch immer. "Die Planung passt schon, nur die Folgekosten wurden außer acht gelassen", sagt Bürgermeister Blank dazu auf Nachfrage.

Ortssprecher Klaus Görlinger betonte auf Anfrage, dass schließlich Männer aus dem Dorf während der begonnenen Bauarbeiten nachgefragt hätten, wie denn der ganze Plan in der Praxis funktionieren soll. Erst daraufhin habe man den Bestatter eingeschaltet.

Gerhard Suckfüll bestätigte den Verdacht. So, wie der Friedhof jetzt geplant ist, würde er dauerhaft hohe Unterhaltskosten verursachen. Denn wichtige Vorgaben, die ein Bestatter bei Erdbestattungen zu berücksichtigen hat, könnten nur mit erhöhtem Aufwand eingehalten werden.

Suckfüll schlug eine pflegeleichte und im Unterhalt weniger aufwendige Version vor. Die Grabeinfassungen könnten mit einem herausnehmbaren, kaum sichtbaren Metallrahmen eingefasst werden. Drumherum würde die Fläche mit Kies beziehungsweise Schotter aufgefüllt. Auf die gewünschten Platten würde er verzichten. Eine Burghausenerin glaubte, dass der Vorschlag mit dem Metallrahmen schon ganz am Anfang zur Diskussion gestanden hatte.
"Möglich ist natürlich alles", meinte Suckfüll zur bereits halb in die Tat umgesetzten Planung; er wolle sich auch nicht in die Planung einmischen. Er würde allerdings die Finger davon lassen, wurde aus seinen Erklärungen deutlich. "Wir suchen die wirtschaftlichste und verträglichste Lösung auch für die Zukunft", ergänzte Bürgermeister Helmut Blank bei der Zusammenkunft auf dem Friedhof. "Wir haben nicht die Wirtschaftlichste für den Unterhalt gefunden", gestand sich Blank ein.

Gerhard Suckfüll meinte zudem, Grabgestaltung und Bestattungsmöglichkeiten sollten zueinander passen. Ortssprecher Klaus Görlinger meinte, man habe wohl rechtzeitig die Notbremse gezogen.
Obwohl schon die ersten Arbeiten am Friedhof vorgenommen worden sind, sei noch kein allzu großer Schaden entstanden, beschwichtigte der Bürgermeister die Burghausener. Helmut Blank will jetzt klären lassen, wie sich das ganze möglichst kostenneutral umändern lässt, erklärt er auf Anfrage der Zeitung. Blank drückt sich diplomatisch aus, wenn er sagt, er wolle wegen der schon entstandenen Kosten mit der Planerin und der Baufirma sprechen. Bei einer Änderung der Friedhofsgestaltung müsste ein bereits eingezogenes Betonfundament wieder entfernt werden. Es gibt Überlegungen, ob der Bautrupp das übernehmen könnte.

Ergibt sich eine deutliche Kostenüberschreitung durch die Umplanung, müsste das Projekt nochmals vom Stadtrat abgesegnet werden, teilt Blank auf Anfrage mit. Er hofft aber, dass sich eine Kostenerhöhung weitgehend vermeiden lässt und die Sanierung ohne weitere Verzögerung endlich abgeschlossen wird.
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