Waldfenster

Freundliche Begrüßung im Stall

Auf dem Wehnerhof leben 40 Alpakas. Die Tiere sind in Deutschland immer noch eine exotische Rasse.
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Beim Hoffest der Familie Wehner in Waldfenster werden hauptsächlich Alpakas zu sehen sein.  Fotos: Björn Hein
Beim Hoffest der Familie Wehner in Waldfenster werden hauptsächlich Alpakas zu sehen sein. Fotos: Björn Hein
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Wer den Stall von Sonja und Friedhard Wehner in Waldfenster betritt, kann ein eigentümliches Summen vernehmen. Unwillkürlich stellt sich die Frage: was sind das eigentlich für seltsame Geräusche? Kommt man näher, so sieht man, wer diese Töne erzeugt: es sind Alpakas, und mit ihrem sonoren Stimmen zeigen sie, dass es ihnen gut geht und sie zufrieden sind. Das ist auch kein Wunder: geht es ihnen doch auf dem Wehnerhof sehr gut. Man merkt, dass die Familie Wehner die Tiere fest in ihr Herz geschlossen hat. Jedes Alpaka hat einen Namen und sich diesen bei 40 Individuen auf dem Hof zu merken, ist nicht leicht. Fremden gegenüber sind die südamerikanischen Tiere sehr freundlich. Man kann gleich den Stall betreten und wird von den majestätischen Alpakas sofort begrüßt. Neugierig beäugen sie, wer sich in ihr Territorium begeben hat, sie sind aber jederzeit freundlich und summen angenehm weiter. Auch in der Verhaltenstherapie werden sie ob ihres ruhigen und gutmütigen Charakters eingesetzt und die Tiere faszinieren einen auch als Außenstehenden sofort.


Informationen gesammelt

Dem "Bann der Alpakas" war auch die Familie Wehner sofort erlegen. Damals, 2007, besuchten Sonja und Friedhard Wehner mit ihren Kindern einen Zoo, in dem auch Alpakas gezeigt wurden. "Es war Liebe auf den ersten Blick, wir waren von diesen Geschöpfen von der ersten Sekunde an fasziniert", erinnert sich Sonja Wehner an diesen denkwürdigen Moment zurück. Von da an recherchierten sie eifrig im Internet über das Leben und die Zucht von Alpakas, sie legten tausende von Kilometern zurück, um Züchter zu besuchen und mit ihnen zu fachsimpeln. "Dabei haben Friedhard und ich uns wunderbar ergänzt: ich interessierte mich besonders für die Tiere, während mein Mann immer gleich schaute, wie man am besten einen Stall bauen kann", erinnert sich Sonja Wehner zurück. Für ihn als gelernten Schreiner war von Anfang an klar, dass er sich hier auch handwerklich verwirklichen kann.
Viele Informationen verschaffte sich das Paar so im Vorfeld: denn Alpakas sind in Deutschland immer noch eine exotische Rasse, im ganzen Land gibt es nur rund 2000 Exemplare. Dabei hatte die Familie Wehner bereits langjährige Erfahrung mit der Zucht von Tieren - 2007 züchteten sie auf dem Wehnerhof Schweine und hielten Schafe im Nebenerwerb. 2008 wagte das Paar dann den großen Schritt: sie kaufte zwei Hengste, zu denen sich rasch auch zwei Stuten gesellten. Natürlich wurden dabei die zwei Geschlechter getrennt gehalten, wie das bei Alpakas eben so üblich ist. Die Schweinezucht wurde im gleichen Jahr aufgegeben, auch die Schafe wurden im Jahr 2010 verkauft. Man widmete sich nun der Zucht der edlen Andentiere, und das mit großem Erfolg.


Nachwuchs im Stall

Zahlreiche Alpakas wurden prämiert, man ist natürlich auch Mitglied im Alpaka Zucht Verband e. V. "Uns ist es dennoch sehr viel wichtiger, dass die Tiere gesund sind und dass es ihnen gut geht. Eine gute Prämierung ist schließlich nicht alles", merkt Sonja Wehner an, der das Tierwohl über alles geht. Und das bedeutete in den vergangenen Monaten, dass die Nächte auch einmal kürzer sein konnten und sie auch nächtens den Stall aufsuchen musste, um zu sehen, ob dort alles gut ist. Schließlich hat man in diesem Jahr wieder einige "Crias" bekommen. Crias kommt aus den spanischen und bedeutet Baby, so wird der Nachwuchs genannt. Zehn Jungitere wurden in diesem Jahr geworfen, wobei der Alpakahengst Louis erst vor drei Tagen alt das Licht der Welt erblickte.
Auch Friedhard Wehner ist von den Tieren begeistert: "Sie sind sehr genügsam und reinlich. So haben sie beispielsweise Plätze, wo sie ihren Kot absondern. Das ist natürlich viel leichter zu reinigen". Und auch für die Haltung auf der Wiese sind die Alpakas geeignet. Als Schwielensohler gehen sie ähnlich wie Hunde oder Katzen auf den Ballen, so dass sie an der Grasnarbe keinen Schaden anrichten. Fester Bestandteil der Alpaka-Herde ist auch Hütehund Lucky, der über das Wohl der Tiere wacht.



Hoffest

Wer die Tiere selbst einmal in Augenschein nehmen will, der hat an diesem Wochenende Gelegenheit dazu. Am Samstag, 26., und Sonntag, 27. August, findet in Waldfenster in der Schlingenstraße 3 das traditionelle "Hoffest der Rhön-Alpakas" statt. Hierbei wird allerhand geboten. Los geht es am Samstag ab 16 Uhr, die Cocktailbar ist ab 20 Uhr geöffnet. Am Sonntag ist dann zum Frühschoppen mit zünftigem Weißwurstfrühstück eingeladen, von 13 bis 17 Uhr wird bei schönem Wetter kostenloses Kamelreiten angeboten.


Oldtimerausstellung

Kaffee und Kuchen lädt zum Verweilen ein, natürlich ist auch für das leibliche Wohl ist an beiden Tagen bestens gesorgt. Außerdem werden auf dem Hof Oldtimertraktoren sowie alte Landmaschinen gezeigt, Motorsägenkünstler Robert Reuscher führt sein Können vor.


So entsteht Alpaka-Wolle

Annemarie Leuschner zeigt außerdem, wie Wolle gesponnen wird und auch eine Weberin wird vor Ort sein, die demonstriert, wie aus der Alpaka-Faser Kleidung entsteht. Dabei können auch fertige Produkte aus der begehrten Alpaka-Wolle im Hofladen gekauft werden. "Natürlich bedeutet das Hoffest für uns viel Arbeit. Wir können uns aber auf rund 20 ehrenamtliche Helfer verlassen, die uns super unterstützen", freut sich Sonja Wehner.


Informationen über die Tiere

Dabei stehen sie und ihr Mann an beiden Tagen für alle Fragen rund um die Alpakas zur Verfügung und geben auch Einblick in das Leben dieser faszinierenden Tier. Es wird also allerhand geboten. Und eines ist sicher: die Alpakas haben hier in Waldfenster einen festen Platz gefunden. Die Wehner-Familie ist von den Tieren wie am ersten Tag fasziniert, deren ruhiger Charakter und Verhalten auch Außenstehende in den Bann zieht.
Weitere Infos gibt es auch im Internet: https://www.rhoen-alpakas.de . khb


Die Tiere

Alter Die Lebenserwartung der Alpakas liegt zwischen 20 und 25 Jahre, ein hohes Alter.

Wolle Alpakas können - ähnlich wie Schafe - geschoren werden. Die Wollfaser ist weich und seidig glänzend, was man schon daran merkt, wenn man über ihr zartes Fell streicht. Zudem ist der Fettgehalt sehr gering und die gewonnene Wolle kuschelig weich. "Sie ist antiallergen und damit auch für Allergiker hervorragend geeignet", erklärt Sonja Wehner, die Kleidung aus der Alpaka-Wolle im angegliederten Hofladen verkauft.

Weiteres Neben Alpakas tummeln sich auf dem Wehnerhof in Waldfenster auch zwei Lamas sowie sechs Schafe. Auch hier beweist Friedhard Wehner sein Faible für exotisches: handelt es sich hierbei doch um Walliser Schwarznasenschafe, eine seltene Rasse, die vor allem durch ihre gedrehten Hörner auch ein echter Hingucker sind. khb

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