Steinach an der Saale
Schlüsselübergabe

Freistoß zur Wiedereröffnung

Die Henneberghalle ist wieder in Betrieb. Verschärfte Brandschutzvorschriften erzwangen die Generalsanierung. Die Kosten von 1,810 Millionen Euro lagen unter dem Planungsansatz.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit einem "Freistoß" von der Bühne nahmen Gemeindevertreter und Bauverantwortliche nach über einem Jahr die Henneberg-Halle als multifunktionale Sport- und Versammlungsstätte wieder in Betrieb. Fotos: Sigismund von Dobschütz
Mit einem "Freistoß" von der Bühne nahmen Gemeindevertreter und Bauverantwortliche nach über einem Jahr die Henneberg-Halle als multifunktionale Sport- und Versammlungsstätte wieder in Betrieb. Fotos: Sigismund von Dobschütz
+1 Bild
Mit Übergabe des symbolischen Schlüssels und einem "Freistoß" von der Bühne durch Gemeindevertreter und Bauverantwortliche nahm die Marktgemeinde Bad Bocklet am Sonntag die Henneberg-Halle in Steinach im Rahmen ihres Neujahrsempfangs mit 200 geladenen Gästen wieder offiziell in Betrieb. Anschließend hatte die Öffentlichkeit bis zum frühen Abend Gelegenheit, ihre generalsanierte Multifunktionshalle ausgiebig zu besichtigen.
Die Bewirtung hatte der TSV Steinach übernommen, für die Musik sorgten die Steinacher Musikanten unter Leitung von Bernd Borst.
Schritt für Schritt zeigte Zweiter Bürgermeister Andreas Sandwall den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Vereinen die einzelnen Stationen der Vorbereitung und Durchführung der 1,8 Millionen Euro teuren Generalsanierung seit September 2012 auf. Damals hatte der Marktgemeinderat nach einer Mängelbesichtigung die Verwaltung mit der Erstellung eines Sanierungskonzepts beauftragt. Verschärfte Brandschutzbestimmungen hatten den Weiterbetrieb der 32 Jahre alten Halle als Versammlungsstätte verboten.


Vorzeitiger Baubeginn

Nachdem die Regierung von Unterfranken und das unterfränkische Amt für Ländliche Entwicklung in Würzburg im Dezember 2014 ihre jeweiligen Zuschüsse zugesagt und den vorzeitigen Baubeginn genehmigt hatten, vergab der Gemeinderat die ersten Gewerke. Der schon seit 2013 stark eingeschränkte Hallenbetrieb wurde nun zum Jahresende 2014 vollends eingestellt und die Halle von den Vereinen ausgeräumt.
Im Januar 2015 wurde die Baustelle um die Henneberg-Halle eingerichtet, und in den folgenden zwölf Monaten zeigten Mitarbeiter von etwa 35 Handwerksbetrieben und Lieferfirmen aus der Region unter der Gesamtleitung von Architekt Stefan Richter ihr Können. Planung und Ausführung standen unter enormem Zeitdruck, denn schließlich sollte nach zweimaligem Ausfall die sanierte Halle mit den beiden Faschingssitzungen des Rauchclubs "Blaue Wolke" am 22. und 23. Januar der Normalbetrieb wieder aufgenommen und schon eine Woche vorher die Halle mit dem Neujahrsempfang der Marktgemeinde offiziell eröffnet werden.
"Ob des was wird?", fragte sich noch vor einer Woche nicht nur Andreas Sandwall. Überall wirbelten Handwerker. Manches Teil fehlte noch. Türrahmen waren noch nicht in den Wänden verputzt. Doch auch, wenn sogar zum Neujahrsempfang noch immer nicht alles fertig war, konnte die offizielle Einweihung dennoch vorgenommen werden. Architekt Richter übergab symbolisch einen großen Schlüssel, "der vielleicht noch in ein altes Schlüsselloch gepasst hätte. In die neuen passt er jedenfalls nicht mehr".


Zuschüsse

Robert Stumpf vom Amt für Ländliche Entwicklung überreichte den noch fehlenden Zuwendungsbescheid über 150 000 Euro. Während die Regierung Unterfranken mit 450 000 Euro ausschließlich den schulischen Bereich fördern durfte, gehört es zu den Aufgaben seines Amtes, das kulturelle Leben in den Gemeinden zu unterstützen. Allerdings sei die finanzielle Unterstützung sehr schwierig geworden, mahnte Stumpf in Richtung der politischen Vertreter aus Bund und Land, "da uns das Geld fehlt".
Geld fehlt auch der Marktgemeinde Bad Bocklet. Doch den Eigenanteil von 1,2 Millionen Euro für die Generalsanierung der Halle aufzubringen, war es ihr wert. Alle Nutzer der Mehrzweckhalle waren vor Sanierungsbeginn in die Planung eingebunden worden. Sandwall: "Es war ein Gemeinschaftswerk von Vereinen, Schulen und Verwaltung." Nach Ende der Sanierung steht fest: Der Planungsansatz von 1,834 Millionen Euro wurde nach Abrechnung aller Kosten von nur 1,810 Millionen sogar um 24 000 Euro unterschritten. "Mein Kompliment an alle Verantwortlichen und Beteiligten", sagte Sandwall.
Nachdem Pfarrer Michael Kubatko mit Gebet und Segen, unterstützt vom Heimatvereinsvorsitzenden Frank Schmitt als "Oberministrant", die nunmehr fast neue Henneberg-Halle geweiht hatte, durfte er als Aktiver der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Priester die Halle gemeinsam mit anderen Persönlichkeiten mit einem "Freistoß" in den Saal nach über einem Jahr wieder in Betrieb nehmen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren