Bad Kissingen
Fremdenverkehr

Freistaat schließt die Millionen-Lücke

Bayern macht für einen Hotel-Neubau in Bad Kissingen den Weg frei: Das Kabinett hat am Montag beschlossen, mehrere Millionen Euro bereit zu stellen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für die Verwirklichung der Feuring-Pläne.
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Das   Steigenberger  Hotel wurde 2010 geschlossen. Hotel-Entwickler Feuring  will  einen bis zu 60 Millionen Euro teuren Neubau  erstellen.  Foto: Bartl
Das Steigenberger Hotel wurde 2010 geschlossen. Hotel-Entwickler Feuring will einen bis zu 60 Millionen Euro teuren Neubau erstellen. Foto: Bartl
Die Staatsregierung hat ihr Wort gehalten. Am Montag hat das Kabinett bei seiner Sitzung unter Leitung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) beschlossen, die Finanzierungslücke bei der Verwirklichung des Feuring-Konzepts bei der Steigen berger-Nachfolge zu schließen. Der Freistaat wird dazu einen sehr hohen einstelligen Millionenbetrag zur Verfügung stellen.

Das bestätigte am Nachmittag auf Anfrage Barbara Schepanek, die stellvertretende Pressesprecherin des Ministerpräsidenten und der Staatsregierung. Eine genau Höhe der Summe wollte sie nicht nennen, da die Verhandlungen mit dem Investor noch nicht abgeschlossen seien.

Nach ihren Angaben hat das Kabinett einen Beschlussvorschlag des Finanzministerium einstimmig zur Kenntnis genommen. Das Ministerium wurde beauftragt, einen neuen Titel im Doppelhaushalt 2013/14 zu schaffen. Damit soll der denkmalpflegerische Mehraufwand bei der Sanierung des Kurhaus-bades abgedeckt werden. Wie Barbara Schepanek weiter sagte, muss dieser Titel noch durch die Haushaltsberatung. Er steht insofern unter einem Vorbehalt.

"Eine Gemeinschaftsleistung"


Die gute Nachricht war bereits am Mittag bei einer Sitzung im Rathaus durchgesickert. Am Rande der Zusammenkunft informierte der Landtagsabgeordnete Robert Kiesel (CSU), der im Hintergrund die "Strippen" gezogen hatte, über den Regierungsbeschluss: Die Feuring-Gruppe könne an die Investition herantreten und einen Betreiber für das geplante Fünf-Stern-Haus suchen. Die Stadt, so Robert Kiesel, habe "ihre Hausaufgaben größtenteils gemacht". Er meinte damit die Überarbeitung der Kurzonen-Satzung.

Robert Kiesel zeigte sich "sehr froh über diesen gewaltigen Schritt in die richtige Richtung." Die Investition sei notwendig, "damit wir wieder Gäste empfangen können, die wir brauchen, um die Region weiter zu entwickeln." Er sprach von einer Gemeinschaftsleistung.

"Alles auf einem guten Weg"


Ulrike Wolf-Prexler, Leitende Ministerialrätin im bayerischen Wirtschaftsministerium, sagte, sie könne dem Kabinett nicht vorgreifen, doch sei "alles auf einem guten Weg". OB Kay Blankenburg (SPD) betonte, es sei für das Projekt wichtig, dass die Finanzlücke geschlossen werde. Der FDP-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzender Karsten Klein (Aschaffenburg) sagte, die Staatsregierung sei ihrer Verantwortung gerecht geworden.

Die Deckungslücke war ein großes Probleme beim Feuring-Konzept, das Freistaat und Stadtrat seit längerem favorisieren. Feuring-Geschäftsführer Matthias Lowin soll bei einer nicht öffentlichen Stadtratssitzung die Kosten des Neubaus mit 55 bis 60 Millionen Euro beziffert haben. Zuvor war von 45 bis 50 Millionen Euro die Rede gewesen. Die Deckungslücke wurde mit weiterhin acht bis zehn Millionen Euro beziffert.

Bad Kissingen setzte hier auf den Freistaat. Nicht nur die Staatssekretäre Gerhard Eck und Franz Josef Pschierer (beide CSU), sondern auch Ministerpräsident Seehofer hatten versichert, man werde das Staatsbad nicht im Regen stehen lassen.

Entstehen soll ein Fünf-Sterne-Hotel mit 145 ZimmerEinheiten inklusive Suiten, 35 Zwei- und Drei-Zimmer-Eigentumswohnungen, erweiterter Tiefgarage, Einzelhandelsflächen, Arzt- und Behandlungspraxen. Auch einen großen Spa- und Fitnessbereich mit Pool-Landschaft, Gastronomie und Lounge soll es geben. Zielgruppe sind die wohlsituierten Generationen 50 plus, Konferenz- und Familienreisende. Betreiben soll das Haus ein noch nicht benannter international erfahrener Partner. Die Fertigstellung wird für September 2015 angestrebt, wenn die notwendigen Verträge noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können. ed


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