Aschach bei Bad Kissingen
Ausstellung

Franken und ihre Erfindungen

"Patente Franken": Eine Sonderausstellung in der Museumsscheune des Schlosses Aschach Aschach wurde eröffnet.
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Archivschränke zeigen patente Franken und ihre Erfindungen. Sigismund von Dobschütz
Archivschränke zeigen patente Franken und ihre Erfindungen. Sigismund von Dobschütz
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Bis September ist die Sonderausstellung "Patente Franken" in der Museumsscheune des Schlosses Aschach zu besichtigen. Am Samstag wurde sie von Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel im Beisein geladener Gäste mit einer Feierstunde eröffnet. Die Ausstellung ist Teil einer größeren Schau, die 2016 von der Kulturservicestelle des Bezirks Oberfranken für den Tag der Franken in Hof erstellt wurde und später als Dauerausstellung zur IHK Mittelfranken nach Nürnberg kam. Daraus ausgewählte Leihgaben wurden erst einmal in Unterfranken als Sonderausstellung in Würzburg gezeigt.

"Dinge, die jeder von uns kennt, aber nicht jeder mit Franken verbindet", erläuterte Barbara Christoph, die Leiterin der Kulturservicestelle des Bezirks Oberfranken, das Konzept der Ausstellung. In einer großen Medienstation mit Biografien von 117 Franken und deren Erfindungen, einer offenen Galerie mit Lebensläufen von 36 Erfindern, einigen aufklappbaren Archivschränken sowie in Ausstellungsschaufenstern mit heutigen in Franken und von Franken erfundenen Markenprodukten werden die Besucher einige Überraschungen entdecken.

Kaum jemand weiß doch, dass Donald Ducks Wohnort Entenhausen in Franken liegt. Die Übersetzerin Erika Fuchs erdachte die deutschen Comic-Texte Zuhause im oberfränkischen Schwarzenbach an der Saale. Oder dass der berühmte Dichter Jean Paul (1763-1825) eigentlich Johann Paul Richter hieß und in Wunsiedel geboren wurde. "Ohne Franken gäb's auch keine Klarinette", wies Erwin Dotzel in seiner Begrüßung, die deshalb von einem Klarinetten-Trio musikalisch begleitet wurde, auf deren Erfinder hin, den Nürnberger Instrumentenbauer Johann Christoph Denner (1655-1707). Wir alle nutzen täglich ein Tempo-Taschentuch oder ähnliche Papiertücher, unsere Kinder und Enkel fahren täglich mit dem Bobbycar oder spielen mit Playmobil, doch kaum jemand macht sich dabei bewusst, dass diese Erfindungen aus Franken kommen. Sogar das Wiener Würstchen wurde von einem Franken erfunden, dem Metzger Johann Georg Lahner (1772-1845), der im Landkreis Forchheim geboren wurde. Als Geselle blieb er auf seiner Wanderschaft um 1800 in Wien und erfand dort in seiner Metzgerei das berühmte Würstchen, das er selbst allerdings Frankfurter nannte, wie man sie in Wien noch heute nennt. "Uns geht es nicht nur um patentierte Erfindungen", machte Christoph deutlich, "sondern um patente Franken, die mit Verstand und Schaffenskraft Lösungen gefunden haben."

"Die Ausstellung steigert das Selbstwertgefühl der Franken, wenn man sieht, was sie zu leisten in der Lage sind", würdigte der stellvertretende Landrat Emil Müller die Initiative des Bezirks Unterfranken und dankte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel für die Schau in Aschach. "Es gibt viel zu lesen, zu sehen und zu entdecken", freute sich dieser über die "originelle und lehrreiche" Präsentation. "Offenbar gibt es in unserem Alltag kaum etwas, das nicht von Franken erfunden wurde." Neben bekannten Produkten seien auch "bahnbrechende Erfindungen im Gesundheitswesen" bedeutend, ergänzte der Bezirkstagspräsident, wie die Entdeckung der Alzheimer-Krankheit durch den aus Marktbreit (Landkreis Kitzingen) stammenden Mediziner Alois Alzheimer (1864-1915). Die Ausstellung "Patente Franken" zeigt nach Dotzels Meinung, was patente Franken ausmacht: "Nicht nur in alten Dingen schwelgen, sondern nach vorne schauen, neue Wege beschreiten und Erfindungen wagen."

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