Bad Kissingen
Beschluss

Feuerwerke beschäftigen erneut den Kissinger Stadtrat

Braucht es ein Abschlussfeuerwerk für den Kissinger Sommer? Der Finanzausschuss stimmt am Mittwoch darüber ab. Private Feuerwerke in der Stadt sind seit dem Frühjahr verboten.
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2018/2019 beendete ein Feuerwerk den Kissinger Sommer. Der Finanzausschuss berät heute, ob das auch in Zukunft noch gewünscht ist. Benedikt Borst/ Archiv
2018/2019 beendete ein Feuerwerk den Kissinger Sommer. Der Finanzausschuss berät heute, ob das auch in Zukunft noch gewünscht ist. Benedikt Borst/ Archiv

Muss es bei jeder größeren privaten Feier, egal ob Hochzeit, Geburtstag oder Firmenjubiläum, gleich ein knallendes Feuerwerk sein? Noch dazu in einer Kurstadt, die mit Entschleunigung, Ruhe, den Gärten und Parks sowie der Natur für sich wirbt? Der Bauausschuss des Stadtrats hat im Frühjahr darauf eine eindeutige Antwort gegeben: Nein, die braucht es nicht. Weil das Schießen solcher privaten Feuerwerke in der Stadt überhand genommen hatte, verabschiedete das Gremium einstimmig eine Richtlinie an die Verwaltung, damit die das Geböllere in Zukunft nicht mehr genehmigt.

Grundsätzlich sind private Feuerwerke nur zum Jahreswechsel erlaubt, unter dem Jahr braucht es immer das Okay der entsprechenden Kommune. Anders ist es dagegen bei gewerblichen Großfeuerwerken, wie etwa dem für das Rakoczy-Fest. Diese müssen von der beauftragten Firma lediglich vorab beim Gewerbeaufsichtsamt angezeigt werden. Sie sind deshalb vom Verbot der Stadt nicht betroffen.

Brunnenshow statt Pyrotechnik

In seiner Sitzung am Mittwochnachmittag beschäftigt sich der Finanzausschuss erneut mit dem Thema. Diesmal geht es um ein offizielles Feuerwerk, und zwar für ein Kissinger Aushängeschild: den Kissinger Sommer. Florian Keßler (DBK) hat den Antrag gestellt, in Zukunft auf das Abschlussfeuerwerk zu verzichten. "Wenn wir private Feuerwerke verbieten, sollten wir mit gutem Beispiel vorangehen", meint der Stadtrat.

Die Stadt Bad Kissingen veranstaltet das Klassikfestival. Keßler findet das Kissinger Sommer Feuerwerk allein schon deshalb als unnötig, weil es nur wenige Wochen vor dem großen Rakoczy Feuerwerk gezündet wird. Dadurch werde der Alleinstellungscharakter für den traditionellen Abschluss des historischen Stadtfestes verwässert. Außerdem reiche doch eine große Pyroshow im Sommer aus. "Das Rakoczy Feuerwerk soll ein Highlight sein", betont er.

Kein Verlust fürs Festival

Weniger Lärm, weniger Feinstaub. Die Stadt tue mit einem Verzicht nicht nur etwas für den Tier- und den Naturschutz, sondern spare sich auch Geld. Eine spezielle Lichtshow auf dem Multimedia-Springbrunnen im Rosengarten hält Keßler für eine praktikablere Alternative, um den Kissinger Sommer würdig zu beenden.

Thomas Lutz, Koordinator des Kissinger Sommer Büros, hat Verständnis für die Diskussion. "Das Umweltbewusstsein hat zugenommen und wir sollten mit gutem Beispiel vorangehen", findet er. Bislang wurde der Kissinger Sommer nur zwei Mal mit einem Feuerwerk beendet, und zwar 2018 und 2019. Die Kosten beziffert er auf jährlich rund 600 Euro. Das Feuerwerk sei kein wesentlicher Bestandteil des Musikfestivals, man habe vielmehr versucht, einen positiven Akzentpunkt zum Abschluss zu setzen. Wenn der Finanzausschuss entscheidet, darauf zu verzichten, "dann ist das kein qualitativer Abbruch für das Festival", zumal die Organisatoren bereits seit 2017 den Multimedia-Springbrunnen für Bilder- und Videoshows nutzen.

Rakoczy und Kissinger Sommer sind laut Lutz die einzigen Großereignisse, zu denen die Stadt Feuerwerkskörper zünden lässt. Ein grundsätzliches Nein zu städtischen Feuerwerken hält er nicht für den richtigen Weg, trotz wichtigem Umweltschutz. "Wir wollen uns das Recht offen halten, bei Großveranstaltungen oder dem Anlass gemessenen Veranstaltungen ein Feuerwerk zu schießen ", sagt er.

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