Nicht nur die Aufgabenbereiche sondern auch das Auftragsvolumen für die momentan 30 Mitarbeiter stiegen im Laufe der Jahre. Nach Laborneubauten in den Jahren 1984 und 1991 gab es 2004 einen Erweiterungsbau am Laborgebäude an der Schlimpfhofer Straße im Gewerbegebiet Oberthulba. Ein Jahr danach wurde die Versuchsbrauerei errichtet. Mittlerweile platzt das Institut Romeis aus allen Nähten. So wurde heuer im März mit dem Bau eines zweiten Gebäudes begonnen, das in diesem Jahr noch in Betrieb genommen werden soll. Bei einem Pressetermin wurde es jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.
"Mit diesem Neubau kommen wir in der Mikrobiologie ein gehöriges Stück weiter", freut sich Laborchef Romeis. Die bereits vorhandene Laborfläche von 900 Quadratmetern soll bald um 600 erweitert werden. "Mit der Option einer Erweiterung um nochmals 600 Quadratmeter", bestätigt der Unternehmer. Eine Dreiviertel Million Euro sei in die Baukosten investiert worden. "Mit der Geräteausstattung in Höhe von weiteren 250 000 Euro ist die Million erreicht", so Romeis. Ob auch die Anzahl der Mitarbeiter demnächst ansteigen wird, das stehe noch nicht fest. "Die vorhandenen Arbeitsplätze sind jedenfalls noch sicherer geworden", ist sich Romeis sicher.
"Ich bin heute das erste Mal hier zu Gast", stellte Landrat Thomas Bold (CSU) während der Betriebsführung durch die Geschäftsführerin Dipl.-Ing. Ingrid Schmittnägel fest. Er war beeindruckt von der Aufgabenvielfalt dieses Instituts und freute sich, dass solche Laboruntersuchungen zum Beispiel der natürlichen Heil- und Mineralwässer aus dem Landkreis Bad Kissingen die Qualitätsabsicherung der Rhöner Lebensmittelprodukte garantieren helfen. Bold öffnete alle gedanklichen Türen für die Idee der regionalen Vermarktung - möglichst mit erfolgreichen Synergieeffekten wie zum Beispiel mit der Bionade. Ihm gefiel auch die kleine Versuchsbrauerei, die zum Beispiel ein Jubiläumsbier zum 40jährigen Bestehen des Landratsamtes brauen könnte.
Nicht nur die permanente Produktions-Untersuchung der Mineralwasserbetriebe aus dem Landkreis Bad Kissingen gehört zum Tagesgeschäft des Instituts Romeis. Dort landen auch die Trinkwässer der umliegenden Kommunen zur regelmäßigen Untersuchung. "Wenn auch die Untersuchungswerte des öffentlichen Wasserkreislaufes in Ordnung sind, so liegt es meist an den Bedingungen der Wasserleitungen ab dem Hausanschluss in den Gebäuden, ob es zur Verkeimung kommen kann", erläutert Mikrobiologe Dr. Gero Beckmann. Hauptsächlich seien ältere Häuser und Gebäude nach Leerständen betroffen.
"Wenn das Warmwasser nicht mindestens 55 Grad hat, wachsen die Legionellen zu Schleimschichten in den Wasserrohren schnell an", weiß Beckmann von solchen Befunden in 20 Prozent seiner Untersuchungen. Im Kaltwasser seien die Legionellen weniger aktiv und würden ein Schläfer-Dasein fristen. In die Wasserrohre würden die Keime schon bei der Installation kommen, wenn die Rohre nicht davor geschützt würden. Den Handwerkern sei diese Problematik oft nicht bewusst. Legionellen greifen die Lunge des Menschen an und können zu schweren Erkrankungen führen.