Waldfenster
Wahlen

Es ist fast alles im Lot

Das Kinderhaus in Waldfenster ist gut aufgestellt. Aber es konnte bei der Jahreshauptversammlung kein Vereinsvorstand gefunden werden.
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Im Kinderhaus in Waldfenster spielen die Kinder wohlbehütet und in bester Ausstattung. Es ist viel erreicht worden. Trotzdem ist die Stimmung getrübt, denn es wollte sich bei der Jahreshauptversammlung kein Vorstand finden lassen. Archivfoto: Kathrin Kupka-Hahn
Im Kinderhaus in Waldfenster spielen die Kinder wohlbehütet und in bester Ausstattung. Es ist viel erreicht worden. Trotzdem ist die Stimmung getrübt, denn es wollte sich bei der Jahreshauptversammlung kein Vorstand finden lassen. Archivfoto: Kathrin Kupka-Hahn
Eigentlich ist im Katholischen Montessori-Kinderhaus in Waldfenster alles in Ordnung. Eigentlich. Denn trotz hervorragender finanzieller Lage und einer guten Auslastung, fand sich bei der Jahreshauptversammlung kein neuer Vorstand des Trägervereins. Nun wird am 23. März ein weiterer Wahlversuch unternommen.
Von der gescheiterten Wahl abgesehen, hatte die Jahreshauptversammlung des Kindergartenvereins St. Pius e.V. sehr gut begonnen. Nachdem Diakon und Vorstandsmitglied Michael Schlereth mit einer Kurzgeschichte die knapp 30 Besucher auf den Abend eingestimmt hatte, ging Vorsitzender Alexander Pfülb auf das abgelaufene Kinderhausjahr ein. Besonders hob er hervor, dass das Kinderhaus, mit aktuell 38 Kindern, seit Februar eine eigene Köchin eingestellt hat, die von Beginn an in den Kinderhaustag integriert und voller Begeisterung von Kindern, Angestellten und Eltern aufgenommen wurde. Hierfür sei es jedoch nötig gewesen, dass alle Kinder am Essen teilnehmen, um das finanzielle Risiko zu mildern.
Zudem gibt es im Kinderhaus nun Tablets mit einer speziellen Software, die die Kinder für ihr Portfolio und die Erzieherinnen für die Beobachtung und Dokumentation der Fortschritte nutzen. Auch der Außenbereich des Kinderhauses ist nach vielen Umbauarbeiten nun fertig. Ein vom bisherigen großen Garten abgetrenntes Areal macht es nun den Krippenkindern möglich, im eigenen Bereich zu spielen. "Wir sind für unsere Ortsgröße eine moderne und bestens aufgestellte Kindertagesstätte", sagte der Pfülb.
Ein Wasserschaden im vergangenen Herbst sorgte allerdings dafür, dass der Turnraum den kompletten Winter nicht genutzt werden konnte. Die Schäden wurden behoben und in den nächsten Tagen wird dieser voraussichtlich wieder zur Verfügung stehen. Leider fand das Thema Hausaufgabenbetreuung in Waldfenster bisher keinen sehr großen Anklang, so dass es nicht möglich war, hierfür weiteres Personal abzustellen. Allerdings waren sich alle Teilnehmer sicher, dass dieses Thema in Zukunft immer wichtiger werden wird. "Vermutlich müssen wir hier in finanzielle Vorleistung gehen, um das Angebot attraktiver zu machen", erklärte Alexander Pfülb. Jedoch stieß bei vielen Teilnehmern die Zurückhaltung der Gemeinde Burkardroth auf Unverständnis, deren Aufgabe es eigentlich sei, die entsprechenden Angebote zu schaffen oder zumindest die finanzielle Unterstützung hierfür zu geben.
Kassierer Ferdinand Krebs berichtete über die finanzielle Lage des Kindergartenvereins, die so gut wie schon lange nicht mehr sei. Trotz großer Investitionen im fünfstelligen Bereich, wie die Anschaffung eines Konvektomaten für die Küche, Schallschutz in einigen Räumen sowie der Umgestaltung des Gartenbereichs, wurde sogar ein Gewinn erwirtschaftet.
Auch die drei Veranstaltungen, die vom Kindergartenverein organisiert wurden - St. Martins-Umzug, zweitägiges Sommerfest und Adventszauber - hätten wieder zur guten finanziellen Lage beigetragen.
Allerdings zeichnete sich ab, dass gerade diese Veranstaltungen für viele Elternteile eines der Hauptprobleme darstelle, eine Position im Vorstand anzunehmen. "Die Fußstapfen sind sehr groß, die ihr hinterlasst", stellte eine Teilnehmerin fest, da sowohl Alexander Pfülb (nach sechs Jahren), die zweite Vorsitzende Ramona Metz (nach neun Jahren), Schriftführerin Nadine Seuffert-Schlereth, Kassierer Ferdinand Krebs und Beisitzer Christopher Wehner (nach sechs Jahren) ihren Rückzug angekündigt hatten. Dem erwiderten die scheidenden Vorsitzenden, dass dies eben der Weg in den vergangenen Jahren gewesen sei, den sie gehen wollten und mussten, da man zu Beginn der Amtszeit finanziell alles andere als sicher aufgestellt war. "Da ist aber nichts in Stein gemeißelt", fügte Pfülb hinzu. Jeder könne sich in einem Vorstand so einbringen, wie er das möchte. Und wenn hier der Fokus eben nicht auf einem zweitägigen Sommerfest liege, dann sei dies ebenso und kein Problem: "Ein Kindergartenverein lebt von der Veränderung."
Trotz intensiver Suche und vieler Gespräche in den letzten Monaten, hatte sich niemand gefunden, der die Position des 1. Vorsitzenden und des Kassierers übernehmen wollte. So mussten die beiden Gemeinderäte Martin Wehner und Frank Gößwein die Wahl relativ schnell wieder abbrechen. Allerdings trug dies zumindest dazu bei, dass eine intensive Diskussion entstand, aus der möglicherweise gute Ideen für die Lösung dieser Situation entstehen.
Nun wird am 23. März ein weiterer Versuch unternommen, einen Vorstand zu bilden. Alle Kinderhauseltern erhalten zudem in den nächsten Tagen einen persönlichen Brief, in dem die Situation und die möglichen Konsequenzen nochmals deutlich dargestellt werden. Sollte sich in dieser sowie einer möglichen zweiten außerordentlichen Mitgliederversammlung kein kompletter Vorstand finden, muss der Verein aufgelöst werden und die Verantwortung der Kinderbetreuung geht an die Gemeinde Burkardroth über. Welche Folgen dies für alle haben könnte, konnten weder die Verantwortlichen noch die anwesenden Gemeinderäte skizzieren.
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