Bad Kissingen
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Es gibt nur einen Fehler bei Erste-Hilfe: nichts zu tun

Das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen hat die Mitarbeiter im Landratsamt in Bad Kissingen für den Ernstfall geschult.
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Auf die Bereitschaft zu helfen komme es an, meint Landrat Thomas Bold, der beim Erste-Hilfe-Kurs im Landratsamt die richtige Druck-Frequenz an einer Puppe probt. "Es ist wichtig, dass jeder Einzelne weiß, dass er mit ganz einfachen Maßnahmen Leben retten kann." Notarzt Steffen Trautmann gibt Tipps.  Foto: Stefanie Noe
Auf die Bereitschaft zu helfen komme es an, meint Landrat Thomas Bold, der beim Erste-Hilfe-Kurs im Landratsamt die richtige Druck-Frequenz an einer Puppe probt. "Es ist wichtig, dass jeder Einzelne weiß, dass er mit ganz einfachen Maßnahmen Leben retten kann." Notarzt Steffen Trautmann gibt Tipps. Foto: Stefanie Noe

Für viele Menschen liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs einige Jahre zurück - wenn nicht gar bis zur Führerscheinprüfung. Ziel einer Initiative war es deshalb, Menschen auf der ganzen Welt zu erreichen und in puncto Wiederbelebungsmaßnahmen fit zu machen. Das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen hat die Mitarbeiter im Landratsamt in Bad Kissingen für den Ernstfall geschult.

Steffen Trautmann, leitender Oberarzt für Anästhesie und Notarzt im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus, hat mit seinen beiden Reanimationstrainer-Kollegen und Anästhesiepflegern Oliver Fehr und Jürgen Ackermann den Reanimations-Kurs im Landratsamt abgehalten und hilfreiche Tipps für den Ernstfall gegeben: Wenn eine Person zusammenbricht, sollte umgehend überprüft werden, ob diese bei Bewusstsein ist und ob ihre Atmung normal ist. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte unverzüglich die Notfallnummer für den Rettungsdienst (112) gewählt werden. Bis der Rettungsdienst eintrifft, vergehen oft kostbare Minuten. Minuten, die Leben retten können, wenn sofort eine Herzdruckmassage eingeleitet wird: Durch effektives Drücken wird Blut aus dem Herzmuskel in den Kopf gepumpt. Das ergibt eine bis zu dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die betroffene Person ohne Schaden überlebt, erklären die Reanimationstrainer.

Songs liefern passende Frequenz

"Bei einem Herzstillstand gibt es kein wirksameres Medikament als eine Herzdruckmassage, um diese Situation zu überstehen", so Trautmann. Aber auf das richtige Drücken kommt es an. 100 Mal pro Minute sei die richtige Frequenz. Wer Schwierigkeiten mit dem Rhythmus hat, kann sich zum Beispiel am Song "Staying alive" oder "Atemlos durch die Nacht" orientieren. Was ironisch anmutet, gibt hier einen guten Takt vor.

So eine Herzdruckmassage kann auch ganz schön auf die Kondition gehen, die wenigsten sind wohl in diesen Dingen geübt. Tipp: abwechseln mit anderen - solange bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Wer alleine ist, sollte einfach tun, was er kann, natürlich ohne sich dabei selbst zu gefährden, meinen die Fachleute. Es gibt nur einen Fehler, den man tunlichst vermeiden soll: nichts zu tun.

Die Leitstellen geben per Telefon klare Anweisungen, damit schon frühzeitig eine Herzdruckmassage erfolgt. Das Brustbein sollte mittig fünf bis sechs Zentimeter eingedrückt werden. "Und wenn Rippen dabei brechen?", fragt eine Teilnehmerin des Kurses. "Wenn Sie eine effektive Herzdruckmassage durchführen, werden Rippen möglicherweise brechen, bei Älteren wahrscheinlicher als bei Jüngeren", so der erfahrende Notarzt. "Aber nur so bekommen die Rippen auch die Zeit, wieder zu heilen."red

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