Bad Bocklet
Premiere

Erstes Erntedank-Mostpressen

Neben der Brauchtumspflege wollen die Fendt-Freunde Bocklet mit ihrer Aktion rund um den Apfel auch die Nachhaltigkeit beim Saftpressen unter Beweis stellen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Fendt-Freunde Bocklet veranstalten am Samstag, 21. September erstmals ein Erntedank-Mostpressen. Die alte Presse wurde mühevoll restauriert und funktioniert, wie man sieht: Der fruchtige Apfelsaft läuft aus der Spindelpresse durch ein Sieb in einen Saftbehälter. Matthias Grom
Die Fendt-Freunde Bocklet veranstalten am Samstag, 21. September erstmals ein Erntedank-Mostpressen. Die alte Presse wurde mühevoll restauriert und funktioniert, wie man sieht: Der fruchtige Apfelsaft läuft aus der Spindelpresse durch ein Sieb in einen Saftbehälter. Matthias Grom
+2 Bilder

Seit sieben Jahren organisieren die Fendt-Freunde Bocklet ihr inzwischen weit über die Region bekannt gewordenes Traktortreffen. Doch ihr Herz schlägt nicht nur für kraftstrotzende Schlepper, sondern auch für die Umwelt und für Nachhaltigkeit. Um dies öffentlich zu beweisen, veranstalten die Most-Freunde Bocklet, eine seit fünf Jahren bestehende Untergruppe des Vereins, am Samstag, 21. September, ab 16.30 Uhr ihr erstes Erntedank-Mostpressen.

Star der Veranstaltung ist eine historische Spindelpresse aus den Fünfziger Jahren, die die Bockleter Vereinsmitglieder in etlichen Feierabendstunden wieder vollständig restauriert und einsatzbereit gemacht haben. Diese Mostpresse arbeitet mit einem einfachen Getriebe, das eine waagerechte Drehbewegung des Handkolbens in eine senkrecht wirkende Verschiebung in Achsrichtung der Gewindespindel umwandelt. "Wir zeigen unseren Festbesuchern alles live", machen Matthias Grom und Christian Kunzmann auf das Fest auf dem alten Rathausplatz neugierig und erklären den Ablauf.

Zunächst kommen die aus Privatgärten, von Streuobstwiesen und auch von der Gemeinde gestifteten Äpfel in ein Wasserbad, um das Obst vollständig zu reinigen. Dann wird das Obst in einem Apfelmuser gehäckselt, denn nur kleine Stücke können anschließend in der Spindelpresse verarbeitet werden. Durch den starken Druck der Obstpresse läuft schließlich am unteren Rand des Behälters der pure Saft aus, fließt durch ein Sieb, um letzte Rückstände zu entfernen, und wird in Glasflaschen oder Kanister abgefüllt.

Kleine Spende erwünscht

Der frischgepresste Apfelsaft darf natürlich von den Gästen gleich vor Ort getrunken werden. Zwar bieten die Most-Freunde ihr gesundes Getränk allen Gästen kostenfrei an, doch "gegen eine kleine Spende für den Verein hätten wir nichts einzuwenden", schmunzeln die beiden Gruppensprecher. Zum Saft wird es Bratwürste vom Grill geben, von den Fendt- und Most-Freunden ebenfalls eigenhändig zubereitet.

Eigene Äpfel pressen

Wer nicht nur Apfelsaft trinken, sondern seine Äpfel aus dem eigenen Garten live vor aller Augen pressen lassen will, sollte außer seinen Äpfeln am 21. September "unbedingt auch eigene Behälter für den Saft mitbringen", bitten die Veranstalter. Hobbygärtnern, die ihre Apfelsorte im häuslichen Garten gar nicht so genau kennen, steht Edwin Fella als Fachmann zur Beratung bereit.

"Uns geht es nicht nur um Brauchtumspflege", erklären Grom und Kunzmann den Hintergrund ihrer Aktion. Denn sämtliche beim Mostpressen anfallenden Rückstände, also Schalen, Stengel oder Kerne, fachlich Trester genannt, werden an heimisches Wild verfüttert. Kunzmann: "Unsere Jäger freuen sich darüber." Damit wollen die Most-Freunde zeigen, dass sie nicht nur über Nachhaltigkeit reden. "Bei uns gibt's keinen Abfall beim Mostpressen, bei uns kommt nichts weg", versichert Matthias Grom.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren