Bad Bocklet
Beruf

Erste Messe für Azubis in Bad Bocklet

Was willst du mal werden? Bei der ersten Azubi-Messe in Bad Bocklet konnten Jugendliche Antworten finden.
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Sogar die Bundeswehr warb für die Vielfalt ihrer Berufsmöglichkeiten
Sogar die Bundeswehr warb für die Vielfalt ihrer Berufsmöglichkeiten
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Großen Zulauf aus der Region hatte am Samstag die erste vom Bad Bockleter Jugendverein veranstaltete Azubi-Messe. 30 Handwerksbetriebe und Unternehmen aus den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld präsentierten ihre Firmen und die Vielfalt ihrer Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten an Ständen und in begleitenden Fachvorträgen. Die Ideengeber und Organisatoren Raphael Langer (25), Florian Grom und Marcel Dünisch (beide 24) waren mit der Vielfalt des Angebots und der Besucherzahl ihrer Premiere zufrieden und bereit für eine Wiederholung.

"Viele Jugendliche bei uns denken doch, nur in der Großstadt könne man Karriere machen." Dieses Vorurteil war für Raphael Langer Grund genug, gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen mit dieser Azubi-Messe das Gegenteil zu beweisen. Tatsächlich konnten sich Absolventen aller vom Jugendverein angeschriebenen Schularten beider Landkreise im persönlichen Gespräch mit Firmeninhabern, Ausbildungsleitern und deren Auszubildenden über die große Bandbreite beruflicher Möglichkeiten in der Region informieren - vom klassischen Handwerk bis hin zu akademischen Berufen nach berufsbegleitendem Studium.

Unternehmer: Verantwortung

"Als Unternehmer haben wir doch eine soziale Verantwortung für die Jugend in unserer Region", meinte Thomas Höchemer, Inhaber der Höchemer Bürotechnik GmbH (Großenbrach). Er nahm deshalb die Messe als "konkreten Impuls", kurzfristig noch drei Azubi-Stellen für einen "Büroinformationselektroniker", "eine/n Kaufmann/frau für Büromanagement" und eine "Fachkraft für Möbellogistik" zu schaffen. Noch vielfältiger sind die Berufs- und Karrierechancen bei national oder sogar international tätigen Großunternehmen wie den beiden Sponsoren Schick Bau (Albertshausen) und LS SE (Großenbrach). Aber auch das klassische Handwerk oder Firmen mit regionalem Wirkungsgebiet präsentierten die Vielzahl der bei ihnen möglichen Berufe.

So informierte Sinan Kiesel (17), Azubi im ersten Lehrjahr bei Gartendesign Metz (Burkardroth), am Ausstellungsstand mit einer beispielhaften Vorführung seine Arbeit als Landschaftsgärtner. Am Stand der Großbäckerei Peter Schmitt versuchten sich Marina Maier (19) aus Bad Neustadt und ihre Freundin Mara Markard (19) aus Premich in der Kunst des Verzierens eines Gebäckstücks. Doch sei dies nicht ihr Traumberuf, gaben sie später zu. Beide suchen eine Ausbildung im sozialen Bereich, vielleicht als Krankenpflegerin. "Irgendetwas zum Schrauben" suchte dagegen Janno Kuhn (15), Realschüler in Bad Brückenau, der gern sein Hobby zum Beruf machen wollte.

Wettbewerb um Azubis

Koch-Azubi Karsten Beck warb mit Restaurantleiter Markus Spath für die gastronomischen Berufe im Kunzmann's Hotel & Spa (Bad Bocklet). "Nur mit Fachkräften können wir die Zukunft des Unternehmens sichern", schilderte Spath die Notwendigkeit, diese Azubi-Messe aktiv nutzen und mit Schülern ins Gespräch kommen zu müssen. "Wir müssen für Jugendliche attraktiv sein, um sie als Auszubildende gewinnen zu können", sah er die Verantwortung beim Arbeitgeber. Denn der Wettbewerb um Auszubildende ist groß, viele Lehrstellen können nicht besetzt werden. Das spüren auch Polizei und Bundeswehr, die sich ebenfalls als Aussteller beteiligten.

Mit dieser ersten Azubi-Messe sei "aus einer kleinen Idee etwas ganz Großes gewachsen", staunte Bad Bocklets Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) und dankte in seiner Begrüßung den jungen Veranstaltern für diese "perfekte Kommunikationsplattform, um dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können". Er sei stolz, wenn durch die im Landkreis einzigartige Messe Ausbildungsplätze besetzt werden können". Da die von der Gemeinde kostenfrei zur Verfügung gestellten Kursäle auf Anhieb voll belegt waren, es sogar eine Warteliste interessierter Firmen gab, geht Raphael Langer bereits jetzt davon aus, dass die Messe zu einer regelmäßigen Veranstaltung im terminlich günstigeren Frühherbst werden kann. Mit dem Bürgermeister ist er sich einig, dass bei ausreichendem Interesse der Aussteller schon im September oder Oktober dieses Jahres die zweite Azubi-Messe folgen könnte.

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