Bad Kissingen
Jüdische Kulturtage

Erinnerung an jüdisches Leben

"Wir sind voller Stolz, was Qualität und Quantität dieser Kulturtage betrifft", erklärte Gymnasiallehrer Hans-Jürgen Beck, als er gemeinsam mit dem Kulturreferenten der Stadt Bad Kissingen, Peter Weidisch, das Programm für die Jüdischen Kulturtage 2013 im Kurhotel Eden Park vorstellte, und: "Das gibt es in Deutschland kein zweites Mal."
Artikel drucken Artikel einbetten
Landrat Thomas Bold (links) und Oberbürgermeister Kay Blankenburg sind stolz auf das anspruchsvolle und breite Programm der Jüdischen Kulturtage.  Foto: Landratsamt
Landrat Thomas Bold (links) und Oberbürgermeister Kay Blankenburg sind stolz auf das anspruchsvolle und breite Programm der Jüdischen Kulturtage. Foto: Landratsamt
Sie finden - im Abstand von drei Jahren - zum 5. Mal in der Kurstadt statt. Über das ganze Jahr verteilt, soll eine Vielzahl von hochkarätigen Konzerten, Vorträgen und Ausstellungen die jüdische Kultur in der Stadt und im Landkreis an ausgewählten Beispielen repräsentieren.
Zum Auftakt findet am Donnerstag, 3. Januar, um 20 Uhr im Fränkischen Theater Schloss Maßbach eine szenische Lesung von Arthur Schnitzlers Stück "Anatol" statt. Am Mittwoch, 30. Januar, wird Peter Weidisch im Regentenbau über das Thema "Die Machtergreifung 1933 in Würzburg und Bad Kissingen" referieren. Beginn ist um 19.30 Uhr.
Die weiteren Veranstaltungen werden auf der Homepage der Stadt Bad Kissingen, (www.badkissingen.de), Stichwort "Jüdische Kulturtage 2013", sowie jeweils in der lokalen Presse, angekündigt.
Der Referent von Bad Kissingens Landrat Thomas Bold, Stefan Seufert, erklärte, dass einige Veranstaltungen "nach
außen" verlegt worden seien. "Damit kann der ganze Landkreis davon profitieren", meinte er. Unter den mehr als 40 Vorträgen wird das fränkische Landjudentum ebenso vorgestellt wie die Stätten jüdischer Geschichte in Bad Kissingen, die Synagogen der Region und auch die jüdischen Friedhöfe in Bad Kissingen und in Pfaffenhausen.
Einen Schwerpunkt der Kulturtage bilden Konzerte von Klezmer bis Klassik. "Es freut mich dabei besonders, dass auch Weltstars wie Giora Feiman, Michael Barenboim und seine Frau, sowie Musiker des berühmten Jerusalem-Quartetts sich bereit erklärt haben, an unseren Kulturtagen mitzuwirken", sagte Hans-Jürgen Beck. Das Jerusalem Quartett, das von Kritikern als das aktuell beste Streichquartett bezeichnet wird, wird sich Meisterwerken der Kammermusik von Mozart, Schostakowitsch und Smetana widmen.
Einen Höhepunkt im Konzertreigen stellt das eigens für die Jüdischen Kulturtage gestaltete Operettenkonzert dar. Mit Liedern und Duetten will man an die großen jüdischen Komponisten und Librettisten der Wiener Operette erinnern. (Veranstaltung am 1. Juni im Regentenbau, Weißer Saal) .
Bei der Finanzierung teilten sich Stadt und Landkreis den Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro. Mit diesem Betrag sei das mögliche Defizit "gedeckelt". Sponsorengelder und erwartete Eintrittseinnahmen müssten die Restkosten decken. "Wir sind optimistisch, dass wir das wieder zusammenbekommen", sagte Peter Weidisch. Die Werbeflyer mit einer Auflage von 15 000 Stück seien vorbereitet.
Hingewiesen wurde darauf, dass die beteiligten Künstler mit geringeren Honoraren zufrieden seien. Ansonsten wäre ein solch exzellentes Programm finanziell nicht zu schultern, meinte Hans-Jürgen Beck.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren