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Hammelburg
Musikakademie

Erfrischend neue Klänge

Drei Tage haben Blechbläser vom 3BA-Brass-Band-Camp fleißig geübt. Neben der üblichen Brass-Literatur finden sich Noten von Mozart oder Queen.
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Stephan Schilcher (2. von rechts) mit seinem Flügelhorn in der Brass-Band. Foto: Gerd Schaar
Stephan Schilcher (2. von rechts) mit seinem Flügelhorn in der Brass-Band. Foto: Gerd Schaar
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Nicht zu überhören waren die Blechbläser vom 3BA-Brass-Band-Camp, die vom Mittwoch bis zum Freitag in der Musikakademie fleißig übten. Am Dirigentenpult des Hauptorchesters "Concert-Band" stand Thomas Ludescher aus Vorarlberg (Österreich). Er lehrt an drei Hochschulen. Die Generalprobe gab es im Großen Saal der Musikakademie am Freitag und das Abschlusskonzert im Regentenbau in Bad Kissingen am Samstag sowie am Sonntag in Günzburg.
Korrekt heiße es "Bayerische Brass-Band-Camp 2017 der Akademie", sagt Ida König. Sie ist Solospielerin mit dem Cornet, und kommt aus der Gegend von Augsburg. "Wir spielen ohne die herkömmliche Trompete", erklärt sie. Denn die Instrumente dieses Brass-Orchesters hätten ihre eigene Bauart, die sich mit Konik und Ventilen von der sonst gewohnten Art unterscheide.
Die Register-Besetzung der Brass-Band fängt beim Cornet an, geht weiter über das Flügelhorn, das Althorn, das Baritonhorn, das Euphonium, die Tuba und ergänzt sich mit der Posaune. Diese in England beheimatete Brass-Orchesterform, früher oft durch die Kapellen der Heilsarmee bekannt, sei erst vor 20 Jahren nach Deutschland gekommen, so König. "Unseren Verein Bayerische Brass-Band-Akademie gibt es seit zwölf Jahren", sagt Ida König. Aus den drei "B" dieses Namens und dem "A" der Akademie wurde die Kurzbezeichnung "3BA".
Es gibt bei diesem Verein auch drei verschiedene Bands, nämlich die jetzt von Thomas Ludescher dirigierte 3BA-Concert-Band als Hauptorchester, sowie die abwechselnd von Benjamin und Birgit Trinkl dirigierte Academy-Band "BJBB" als Nachwuchsorchester und schließlich die Youth-Band für die 3BA-Kids, welche von Birgit Trinkl und Jörg Seggelke dirigiert wurden. "Der jüngste Brass-Musikant ist zehn Jahre alt und spielt die B-Tuba", sagt König. Auf Jugendarbeit werde viel Wert gelegt.
Auf den Notenpulten liegt zumeist originale Brass-Band-Literatur. Aber auch umgeschriebene Streicher-Klassiker wie Mozarts Zauberflöten-Ouvertüre oder ein "Extreme Make-Over" von Johan de Meij bis hin zur zeitgemäßen Rockmusik von Queen mit den Titeln "Bohemian Rhapsody" und "Innuendo" erhalten durch die Brass-Bläser erfrischend neue Klänge.
"Durch unser eingeschränktes Instrumentarium ohne Streichinstrumente und Holzbläser oder Elektrogitarren müssen wir flexibel sein", fühlen sich die Musiker gefordert. Ja, gerade durch diese Herausforderung gebe es den motivierenden Kick für Brass, sagt auch König.


Wie Urlaub

Bayernweit kommen die Musiker für ihre Proben unter dem Jahr zusammen, allerdings nicht aus der Hammelburger Region. Über so ein paar Tage Sommercamp in der Musikakademie wie jetzt, sind sie froh. "Wir fühlen uns wohl in dem freundlichen Haus", antworten sie. Besonders die hervorragenden Übungsmöglichkeiten und die gute Küche hat es den Brass-Spielern angetan. Zu den alle zwei Jahre in Bad Kissingen stattfindenden Deutschen Meisterschaften sind sie ebenfalls in der Musikakademie. Nächstes Jahr ist es wieder so weit.
Flügelhornist Stephan Schilcher aus Chieming am Chiemsee: "Für mich ist das Camp wie Urlaub". Er schätze es, mal von daheim weg zu kommen und seine Freizeit mit hochkarätiger Musik zu verbringen. "Wir Musiker haben uns mit Eifer auf die Konzertstücke vorbereitet. Jetzt gilt es aber, an den Feinheiten zu arbeiten", sagt Schilcher.
Über diese hoch motivierten Brass-Band-Spieler ist Dirigent Ludescher froh: "Brass ist ein Virus, der weltweit um sich greift". Ohne das persönliche Engagement der Musiker wäre 3BA nicht so erfolgreich. Seit 2015 hat Ludescher dort die musikalische Leitung. Der Begriff Brass stehe nicht nur als Bezeichnung für das Blech der Instrumente sondern auch für die komplett standardisierte Besetzungsform des Brass-Orchesters. "Das ist eine andere Art des Musizierens, als in Deutschland gelehrt wird. Das muss man einfach erleben", sagt Ludescher.

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