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Kirche

Erfolgreiche 72-Stunden-Aktion im Kreis Bad Kissingen

Ministranten und Firmlinge setzen sich drei Tage lang ehrenamtlich ein: vom Reinigen des Brunnens bis Integrationsprojekt.
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Die Minis Antonia Wehner (von links), Ramona Wehner, Linus Leitsch, Lorenz Fröhlich und Robin Schneider säuberten im Rahmen der 72-Stunden-Aktion unter anderem den  Modloser Dorfbrunnen. Marion Eckert
Die Minis Antonia Wehner (von links), Ramona Wehner, Linus Leitsch, Lorenz Fröhlich und Robin Schneider säuberten im Rahmen der 72-Stunden-Aktion unter anderem den Modloser Dorfbrunnen. Marion Eckert
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"Uns schickt der Himmel" steht auf den 200 T-Shirts der Jugendlichen: Von Donnerstag- bis Sonntagabend versuchten bundesweit Ministranten, Firmlinge oder Verbandsmitglieder, die Welt etwas besser zu machen. Fünf Gruppen im Landkreis beteiligten sich an der Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

"Was ich erlebt habe, war grandios", fasst Jugendseelsorger Roland Pietryga seine Eindrücke zusammen. Froh ist er, dass alles unfallfrei über die Bühne ging, und: "Alle Helfer haben gut durchgehalten." Auch die Resonanz sei sehr gut gewesen: "Nicht jeder kannte die 72-Stunden-Aktion, aber alle, denen ich die Idee erklärt habe, waren begeistert."

Gleich mit zwei Gruppen war die Pfarreiengemeinschaft "Oberleichtersbach/Schondra" beteiligt: In Modlos säuberten 15 Ministranten Dorf und Flur. Sie befreiten mit Wurzelbürsten den Dorfbrunnen von Algen, erneuerten mit Hilfe von Josef Kretz die Sitzbänke neben dem Brunnen, säuberten Bildstöcke und Mauern. Gemeindereferentin Claudia Annon freute sich über tatkräftige Unterstützung aus dem Dorf.

Ruhebank mit Namen der Minis

In Oberleichtersbacher stellten 15 Minis mit Pastoralassistentin Anja May eine neu Ruhebank auf. Weil es im Ort bereits genügend Ruhebänke gibt, wählten sie den Weg zum Industriegebiet als Standort. Auf halber Höhe des Anstiegs fand sich ein schattiges Plätzchen für Wanderer und Radfahrer. Der Bauhof stellte die Betonteile, Michael Leitsch das Holz. Die Minis sorgten für Farbe und brannten ihre Namen ein.

Vier Gruppen, die sich an der 72-Stunden-Aktion des BDKJ (siehe Titelseite) beteiligten, hatten sich Aufgaben selbst gewählt, nur eine ließ sich überraschen: "Ich war gespannt, wie die Ministranten reagieren", sagt Jugendbildungsreferentin Johanna Mahr. Gemeinsam mit Jessica Müller, Integrationslotsin der Caritas, schlug sie ein Projekt mit geflüchteten Berufsschülern vor. "Was ist Heimat für mich?" lautete das Motto. Insgesamt 18 Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren nahmen teil. "Alle haben sich gut verstanden", berichtet Johanna Mahr. Gemeinsam machten sie Fotos zum Thema, die dann am Sonntag auf dem Rathaus-Vorplatz ausgestellt wurden.

Auch in Oberleichtersbach endete die Aktion am Sonntag mit einem Gottesdienst samt Weißwurstfrühstück im Gewölbekeller der Alten Schule als Dankeschön für die Helfer. Zum Abschluss der Gesamtaktion fand am Sonntagabend für die beiden Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld ein Gottesdienst in Stangenroth statt.

Konzert auf der Saaleinsel

In Hammelburg war der Höhepunkt der Samstag mit Musikklängen, selbstgeröstetem Kaffee und Bastel-Workshops auf der Saaleinsel. Das MusiKultur-Event war allerdings nur eine von mehreren Veranstaltungen in Hammelburg. Die erst seit drei Wochen bestehende NewComer-Band "Black Suspenders" nutzte die 72-Stunden-Aktion als Forum, erstmalig vor größerem Publikum zu spielen. Michael Balk (Klavier, Gesang), Markus Heil (Trompete, Gesang), Fabian Schmitt (Schlagzeug, Gesang) und Malte Schilling (Posaune, Gesang) präsentierten ganz unterschiedliche Stilrichtungen.

Mit Musikern wie George (Matthias Uebel) gab es am späten Abend noch eine Jam-Session auf der Bühne. Das richtige Taktgefühl konnten interessierte Besucher im Vorfeld an den Djembé-Trommeln von Chiko "U" aus Würzburg bekommen. Zudem gab es einen Workshop der Hammelburger Laienschaupielgruppe "Spectaculum", und zwei Afrikanerinnen rösteten am offenen Feuer Kaffeebohnen und bereiteten Kaffee zu. Der Erlös ging an die Hammelburger Afrikahilfe.

In Stangenroth leisteten die örtlichen Ministranten am Samstag, unterstützt von Eltern und den örtlichen Vereinen, ihren Beitrag zur Wiederbelebung der Dorf-Gaststätte. Bei einem großen Fest, von einer örtlichen Firma mit Zelten bedacht, buken die Ministranten mit ihren Freunden Waffeln, verkauften Bratwürste und andere Stärkungsmittel.

Bei einer Tombola, bestückt mit 400 Preisen, gab es von der Kutschfahrt mit Ewald Mahl-meister bis zur Brotzeitdose vieles zu gewinnen. Heike Hanft schminkte interessierte Mädchen, der KiKiBu stellte Spielgeräte zur Verfügung. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Musikverein Stangenroth. Im Abendprogramm konnten Fußballbegeisterte das Pokalendspiel verfolgen. Mit dem Erlös dieses Festes werden der ehemalige Verkaufsraum und die Küche abgerissen und der Aufgang verändert, erklärte Mit-Initiatorin Jutta Kleinhenz.

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