Bad Kissingen
Biosphärenreservat

Erfahrungsaustausch in Afrika

Eine Rhöner Delegation informierte sich in Südafrika mit Vorträgen, Exkursionen und Workshops über das Konzept des Kruger Nationalparks.
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Die Rhöndelegation besucht auch die Kräuterexperten und traditionellen Heiler Sibuyi, Vorsitzender von Kukula, der Vereinigung der Traditionellen Heiler (hinten, rechts) und Mama Rose, der Projektinitiatorin (hinten, links). Das nachhaltige Sammeln von Wildpflanzen oder der Anbau der Heilkräutern hat in der Region einen hohen Stellenwert.  Foto: Dr. Doris Pokorny
Die Rhöndelegation besucht auch die Kräuterexperten und traditionellen Heiler Sibuyi, Vorsitzender von Kukula, der Vereinigung der Traditionellen Heiler (hinten, rechts) und Mama Rose, der Projektinitiatorin (hinten, links). Das nachhaltige Sammeln von Wildpflanzen oder der Anbau der Heilkräutern hat in der Region einen hohen Stellenwert. Foto: Dr. Doris Pokorny
Eine sechsköpfige Delegation aus dem Biosphärenreservat Rhön reiste zu einem einwöchigen Erfahrungsaustausch ins Partnerbiosphärenreservat Kruger to Canyons (K2C) nach Südafrika. Der Besuch wurde vom Bundesumweltministerium finanziert und ermöglichte wertvolle Einblicke hinter die Kulissen.


Partnerschaft seit 2008

"Die Partnerschaft besteht seit 2008. Wir möchten, dass auf beiden Seiten auch regionale Akteure einbezogen werden" betont Doris Pokorny, die die Delegation leitete und in der Bayerischen Verwaltungsstelle Biosphärenreservat Rhön für internationale Kontakte zuständig ist. "Da bei uns gerade die Landratsämter und die Rhön GmbH/Dachmarke Rhön eine tragende Rolle in der Umset-zung der Ziele des Biosphärenreservats Rhön leisten, wurde Mitarbeitern dieser Institutionen ermöglicht, das Partnergebiet in Südafrika kennenzulernen". Dies waren Thomas Schoenwald (Landratsamt Bad Kissingen/Abteilungsleiter Bauen und Umwelt), Jörg Geier (Landratsamt Rhön-Grabfeld/ Leiter Stabsstelle Kreisentwicklung) sowie Barbara Landgraf (Rhön GmbH/Dachmarke Rhön). Der Fachdelegation schlossen sich ferner Thomas Bold (Landrat Bad Kissingen) und Birgit Erb (Bürgermeisterin Markt Oberelsbach) an.
Themen des Programms waren: Aufbau und Arbeitsweise der Biosphärenreservatsverwaltung und ihre Zusammenarbeit mit dem rund zwei Millionen Hektar großen Kruger Nationalpark - der teilweise Bestandteil des Biosphärenreservates ist. Vorgestellt wurden die gemeinsame Managementplanung, die Umsetzung der Naturschutz- und Nachhaltigkeitsziele, das Engagement der Privatwirtschaft (Tourismus, Landwirtschaft), (Fort-) Bildungsprogramme für die Landbevölke-rung, bürgerschaftliches Engagement im Bereich Naturschutz und Soziales und die tragende Rolle der Nichtregierungsorganisationen. Ferner ging es um kommunale Entwicklung und Projekte in sozio-ökonomischen Brennpunktgemeinden der ehemaligen Homelands. Vermittelt wurde dies in Vorträgen, Exkursionen und Workshops.
Auch stand ein Besuch des agrosozialen Projektes Hlokomela auf dem Programm, in dem aktuell Lisa-Marie Zimmer aus Vacha (Thüringer Rhön) als Freiwillige arbeitet und ihre Projekt der Delegation vorstellte . "Mich hat sehr beeindruckt, wie viel vor Ort mit begrenzten verfügbaren finanziellen Mitteln und Personal umgesetzt wird - und das auf hohem fachlichem Niveau" resümiert Pokorny.
Die Rhöner Delegation war sich einig, dass das Engagement der Beteiligten in K2C, die Ziele des Biosphärenreservats umzusetzen, sehr hoch sei. Die Vernetzung in der Region sei bemerkenswert, auch würden viele junge Leute in der Region als Multiplikatoren einbezogen. Dies ermögliche die enge Kommunikation in dem Gebiet, das etwa zehn Mal größer als die Rhön ist. Auch sei die Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung in Projekte und Entscheidungen positiv zu bewerten.
Für die Umsetzung der Biosphärenreservatsziele ist im Kruger to Canyons BR eine gemeinnützige GmbH zuständig, die als Projektagentur wirkt und eine Vielzahl von Organisationen einbindet, vor allem Kommunen, Betriebe, Universitäten, viele Ehrenamtliche sowie den Kruger Nationalpark als staatliche Einrichtung. "Die Landwirtschaft profitiert im Biosphärenreservat Kruger to Canyons direkt und indirekt von Maßnahmen einer naturschutzgerechten Weidewirtschaft und bringt sich aktiv in die Projekte ein. Auch profitiert der Kruger Nationalpark von einer nachhaltigen Bewirtschaftung im umgebenden Biosphärenreservat" stellt Pokorny fest. Der Nationalpark selbst spiele als "Marke" die tragende ökonomische Rolle im Tourismus und strahle auf die gesamte Region aus.


Gegenbesuch

Ein Gegenbesuch wird im Frühjahr 2018 stattfinden, wenn das Rahmenkonzept des Biosphärenreservats Rhön der Öffentlichkeit übergeben wird. Schwerpunkt des in der Rhön stattfindenden einwöchigen Workshops wird auf Wunsch der südafrikanischen Partner die Regionalvermarktung in der Rhön sein. red
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