Oerlenbach
Jubilar

Er richtet den Blick stets nach vorne

Paul Bernhard Küthe feiert heute seinen 75. Geburtstag. Nicht nur der Sportverein hat von seinem Engagement für die Allgemeinheit profitiert.
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Paul Bernhard Küthe feiert am 4. Juni seinen 75. Geburtstag. Noch immer engagiert er sich unter anderem im Sportverein. Foto: Stefan Geiger
Paul Bernhard Küthe feiert am 4. Juni seinen 75. Geburtstag. Noch immer engagiert er sich unter anderem im Sportverein. Foto: Stefan Geiger
"Den Blick nach vorne richten, nicht jammern und klagen, sondern anpacken", das ist die Devise von Paul Bernhard Küthe, der am heutigen Mittwoch seinen 75. Geburtstag feiert. Auch wenn er sich inzwischen aus dem öffentlichen Bereich etwas zurückgezogen hat, so gilt nach wie vor sein Denken und Tun dem Wohl der Allgemeinheit.
Paul Bernhard Küthe wurde am 4. Juni 1939 in Worms, wo die Großmutter lebte, geboren. Dorthin reiste seine Mutter von Gießen aus zur Entbindung, während sein Vater bereits zur Wehrmacht eingezogen war. Wenig später kehrte er mit seiner Mutter nach Gießen zurück. 1943 kam sein Vater an der Ortsfront ums Leben. "Im Dezember 1944 kamen wir, meine Mutter, meine 1943 geborene Schwester und ich mit dem letzten Zug gerade noch aus Gießen heraus und fanden Unterkunft in Rixfeld, einem Ort in Oberhessen, aus dem die Vorfahren meiner Mutter stammten."
In Rixfeld, wo er immer wieder gerne weilt, besuchte er die Volksschule, ehe er 1952 an das Gymnasium in Lauterbach wechselte. Hier legte er 1959 das Abitur ab. Nachdem damals die Wehrpflicht eingeführt worden war, entschied er sich gegen den Willen seiner Mutter, statt Bundeswehr für den Bundesgrenzschutz, der in der Nähe von Rixfeld mit mehreren Standorten vertreten war.

1962 nach Oerlenbach

In Eschwege startete er seine Offizierslaufbahn. "Dieser Beruf war für mich Berufung", bekennt Küthe im Nachhinein. In Lübeck absolvierte er erfolgreich Lehrgänge, um als Fähnrich 1961 von Grenzschutzabteilung Mitte nach Coburg zu wechseln. "Im Süden fehlten Kräfte. Im Losverfahren traf es mich. Das war gut so, denn ich hatte nicht zu weit zu meiner Mutter, zumal ich am 2. September 1962 zu jenen zählte, die in den neuen Standort Oerlenbach einzogen", berichtet er über den Weg zu seiner neuen Heimat.
Hier durchlief er die einzelnen Laufbahnabschnitte bis hin zum Hauptkommissar. Ab 1972 leitete er die 11. Hundertschaft mit Einsätzen an der innerdeutschen Grenze und an Brennpunkten im Bund. Am 22. Juli 1977 erlitt er einen schweren Dienstunfall mit dauerhaften körperlichen Beeinträchtigungen, die eine weitere Verwendung im Einsatz nicht mehr zuließen. Ende Mai 1981 musste er den vorzeitigen Ruhestand annehmen.
Diesen schweren Schicksalsschlag meisterte er zusammen mit seiner Ehefrau Gabriele, geborene Breitung, die er am 27. August 1966 geheiratet hatte, und seinen beiden Kindern. Neue Aufgaben nahm er verstärkt an. Vor allem dem TSV Oerlenbach, dem er 1971 beitrat, widmete er sich. Nach Fußballabteilung übernahm er 1984 den Vorsitz, den er bis 2004 inne hatte. Neue Abteilungen entstanden. Die Mitgliederzahl stieg auf über 900 Personen. Sportlich und wirtschaftlich eine Erfolgsgeschichte. Daneben trug Küthe jeweils über mehrere Amtsperioden als 2. Vorsitzender der Sportplatzpflegegemeinschaft und des BLSV-Kreisverbandes vorderste Verantwortung. Der TSV würdigte seine Verdienste 2004 mit der Ernennung zum Ehrenmitglied. Der Jubilar setzte sich nicht zur Ruhe, sondern steht zur Seite wie aktuell beim Bau des zweiten Spielfeldes als Mitglied in der Baukommission.

24 Jahre im Gemeinderat

Auf seine Hilfe können alle weiteren Vereine setzen. Seit vielen Jahren ist er Mitglied bei Musik- und Gesangverein, Siedlervereinigung sowie VdK. Vor kurzem zeichnete ihn für 35-jährige Treue der CSU-Ortsverband Nüdlingen aus. Vor einigen Jahren gehörte er zu den Initiatoren für den Kirchenbauverein mit dem Ziel, ein neues evangelisches Gotteshaus zu schaffen. Privat schuf sich die Familie 1986/87 ein Eigenheim.
"Das Miteinander von BGS bzw. Bundespolizei und Gemeinde lag mir schon immer am Herzen. Die Anfrage, 1984 über den Bürgerblock für den Gemeinderat zu kandidieren, mündete in ein sofortiges Ja", erinnert sich Küthe, der auf Anhieb in das Gremium einzog und ihm 24 Jahre angehörte und ebenso lange als Ortsreferent diente. Große Projekte fielen in seine Zeit, darunter Neubaugebiete, Neugestaltung Rathausplatz Oerlenbach und 1050-Jahr-Feier Oerlenbach. Konstruktiv und kritisch widmete er sich der kommunalen Entwicklung, um nie den finanziellen Rahmen zu sprengen. Seine Arbeit würdigten Kommunale Verdienstmedaille, Ehrenbriefe und Bürgermedaille 2004. Gesundheitliche Sorgen mit Bypässen zwangen ihn 2007 kürzer zu treten.
Langweile kennt Paul Bernhard Küthe nicht: Täglich ausgiebig die Heimatzeitung lesen, aktuell den Sportplatzbau verfolgen, das Geschehen im Ort beobachten, Kontakte zu pflegen, im BGS-Pensionärenkreis zu weilen, Besorgungen für die Familie erledigen, ... Seinen Ehrentag wird er entsprechend feiern, am heutigen Tag und in größerem Kreis mit Ehefrau, den beiden Kindern mit Familien einschließlich drei Enkeln sowie Verwandten und Freunden am Samstag, 7. Juni.
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