Bad Kissingen
Kissinger Sommer

"Energie und Poesie": Musiker-Trio mit Ausstrahlung

Zuversichtlich, dass das Wetter am Sonntagvormittag hält, fand das Konzert des Trio Macchiato aus Hamburg "Open Air" statt.
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Jana Mishenina, Jakob Neubauer und Henry Altmann sind professionelle und begeisterte Musiker mit osteuropäischen Wurzeln, die mit ihrer Musik einen spannenden Bogen zwischen Orient und Okzident spannen können.  Foto: Peter Klopf
Jana Mishenina, Jakob Neubauer und Henry Altmann sind professionelle und begeisterte Musiker mit osteuropäischen Wurzeln, die mit ihrer Musik einen spannenden Bogen zwischen Orient und Okzident spannen können. Foto: Peter Klopf

Als Veranstalter hat man es nicht leicht. Das musste auch der Koordinator des Kissinger Sommers Thomas Lutz feststellen. Petrus meinte es nicht gut mit der Veranstaltung "Energie und Poesie" im bezaubernden Ambiente des Hammelburger Schlossgartens. Zuversichtlich, dass das Wetter am Sonntagvormittag hält, fand das Konzert des Trio Macchiato aus Hamburg "Open Air" statt. Vorsichtshalber wurden für die überschaubare Zahl von Besuchern Regencapes ausgegeben und das war auch gut so. Doch Petrus schickte immer wieder Sprühregen während der zweistündigen Veranstaltung. Die Zuhörer nahmen es gelassen hin und genossen trotzdem Hammelburger Wein und die Musik, denn das Trio Macchiato erwies sich als ein ausgesprochener Leckerbissen. Mit einer interessanten Besetzung, spannender Musik zwischen Zigeunerfolklore, italienischen Canzone, Tango argentino und slawischen Einflüssen, glichen ihre Melodien einer musikalischen Rundreise entlang der Länder rund um das Mittelmeer. Trio Macchiato, das sind: Jana Mishenina (Violine, Gesang), Jakob Neubauer (Knopfakkordeon, Gesang), Henry Altmann (Kontrabass, Percussion).

In einem Hafen am Meer

Ausdrucksstark in ihren Interpretierungen suggerierten sie einen als Zuhörer, als säße man in einem Café irgendwo in einem Hafen am Meer. Dabei interpretierten sie bekannte Melodien wie den bekannten italienischen Schlager "Azzurro" nicht im Stile Adriano Celentanos, sondern in einer eigenen Bearbeitung, die an "jiddische" Musik erinnerte. Dazwischen rezitierten sie poetische Gedichte oder leiteten mit spannenden Geschichten von einem Stück zum anderen über. Ausdrucksvoll, aber auch empfindsam oder melancholisch, dazwischen auch schnell und beschwingt, erklangen ihre Melodien, die einen als Zuhörer in der Seele berührten mussten. Angespannt musste man genau hinhören, welche bekannte Melodie sie gerade neu erfanden. So war das Kinderlied "Spannenlanger Hansel" nur für einen geübten "Hin-Hörer" erkennbar. Beeindruckend auch Jana Mishenina, die nicht nur eine hervorragende Violinistin, sondern auch sehr gute Sängerin ist und mit ihrer Alt-Stimme bezaubern kann. Perfektes, homogenes Zusammenspiel zeichnet die Musiker aus, aber auch die menschliche Ausstrahlung, welche die drei kennzeichnete. Verständlich, dass sie bei renommierten Festivals ein gern gesehener Gast sind. Licht und Sonne verbreiteten sie mit ihrem Auftritt, so dass der regenverhangene Himmel nicht mehr störte. Virtuose Musik voller Energie und spannende Plaudereien voller Poesie, das gefiel auch den Zuhörern, die mit viel Applaus dem Trio für einen kurzweiligen Vormittag dankten.

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