Bad Kissingen

Empfang mit offenen Armen

Die "Heiligenfeld"-Gruppe aus Bad Kissingen ist in Uffenheim herzlich willkommen. Sie wird dort eine Klinik des Landkreises Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim übernehmen. Landrat Walter Schneider ist mit der jetzt gefundenen Lösung sehr zufrieden.
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Das Klinikum in Uffenheim.  Foto: privat
Das Klinikum in Uffenheim. Foto: privat
Walter Schneider (FWG), Landrat des mittelfränkischen Landkreises Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, begrüßt das Engagement der Bad Kissinger "Heiligenfeld"-Gruppe im Klinikum Uffenheim sehr. Er ist überzeugt, dass es für alle Beteiligten nur Vorteile bringt. Die Bad Kissinger nannte er "hochverlässliche Partner." Auch sein Landkreis werde das sein, versicherte er den Investoren.

Nach Angaben von Schneider hätte das 80-Betten-Haus in einem oder zwei Jahren wohl schließen müssen. Seit einigen Jahren schreibe man rote Zahlen, die Situation habe sich seit 2008 weiter verschärft. Die drei Kliniken im Landkreis werden von einem Kommunalunternehmen (KU) betrieben.
Sie haben 2011 ein Minus von rund 2,4 Millionen Euro erwirtschaftet.

Die jetzige Lösung sichere nicht nur den Erhalt der drei Hospitäler mit rund 900 Arbeitsplätzen, sie bringe auch eine Verbesserung: Bei der der stark nachgefragten Psychosomatik und Psychotherapie sei Westmittelfranken bislang "total unterversorgt." Schneider erwartet fast 100 Prozent Auslastung (aktuell: 70 bis 71 Prozent).
Auch die ortsnahe Versorgung der Bevölkerung werde sich nicht verschlechtern: Die internistische und die chirurgische Praxen in Uffenheim bleiben laut Schneider erhalten. Lediglich die bisherigen Belegbetten würden ins 20 Kilometer entfernte Bad Windsheim verlagert. Dort würden schon seit eineinhalb Jahren die Patienten nach schwereren Eingriffen versorgt.

Nach Bad Windsheim verlegt werde auch die Geriatrie. Chefarzt Wolfgang Anderer leite die zwei Abteilungen in Uffenheim und Bad Windsheim. Schneider erhofft sich durch die Zusammenlegung Synergieeffekte.

Nach seinen Angaben ist die Entscheidung zur Kooperation im KU, dessen Verwaltungsrat er vorsitzt, einstimmig gefallen. Die politisch Verantwortlichen seien stets informiert gewesen und trügen sie mit. Kostenträger und Gesundheitsministerium stünden dem Vorhaben nicht negativ gegenüber. Das KU werde sich an einer zu gründenden GmbH beteiligen. Dort werde die "Heiligenfeld"-Gruppe eine "deutliche Mehrheit" haben. Schneider geht von einer langfristigen Partnerschaft aus. Details seien aber noch unklar.

"Heiligenfeld" werde das Klinikum anmieten und dort bis zu fünf Millionen Euro investieren. Die Unternehmensgruppe sei im Bereich der Psychosomatik sehr erfahren, kompetent und über die Grenzen Bayerns hinaus anerkannt, sagte der Landrat. Das KU sei auf der Suche nach Kooperationsmöglichkeiten auf "Heiligenfeld" aufmerksam geworden. Erste Gespräche fanden im November statt.

Auf die Häuser am Stammsitz Bad Kissingen werde das Engagement in Uffenheim keine Auswirkungen haben, sagte "Heiligenfeld"-Sprecherin Kathrin Schmitt. Es stehe noch nicht fest, wie viele Arbeitsplätze in Uffenheim entstehen werden.
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